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Schiffsbrücke LeverkusenDie Kähne liegen jetzt im Grünen Bett

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Schiffsbrücke Herbstzauber Bild: Ralf Krieger

Die Biomasse sprießt in der alten Wuppermündung: Wegen des dauerhaft tiefen Pegels wächst es kräftig. 

Die Ehrenamtler vom Förderverein Schiffsbrücke hoffen, dass der Radweg am Rhein bald wirklich geöffnet wird.

Die Umgebung der Schiffsbrücke hat sich wirklich verändert. Schuld ist der niedrige Rheinpegel, wenn man so will: Seit der Rhein die alte Mündung zum letzten Mal überschwemmt hat, sind Monate vergangen. Die Schiffe in der alten Wuppermündung liegen lange schon nicht mehr im Wasser, geschweige denn im Rheinkies. Sie wachsen zu. In der Wuppermündung entsteht jetzt eine Wiese um die Schiffsrümpfe. Pionierpflanzen, wie Floh-Knöterich oder die Großfrüchtige Spitzklette machen sich im trockenen Altarm breit. Der Rhein ist weit entfernt, zum Ufer hin liegen historische Autoreifen und sogar ein aufgebrochener kleiner Tresor. Der Pegel liegt immer noch bei minusrekordverdächtigen 62 Zentimetern.

Die Schiffsbrücke als Denkmal ist so gesehen nicht darauf angewiesen, dass die Schiffe schwimmen, sie funktioniert auch ohne Wasser. Der Verein Schiffsbrücke hatte für Sonntagnachmittag zu einem Fest „Herbstzauber“ eingeladen und nach und nach trudelten einige Gäste ein, nachdem der Regen aufgehört hatte.

Zum Programm konnte man sich von der Bezirksbürgermeisterin Michaela Di Padova ein Glitzer-Tattoo aufmalen lassen oder auch eine Wurst oder Kuchen essen und Kaffee oder Bier trinken.

Der Leverkusener Rheinradweg könnte 2027 geöffnet werden

Im Prinzip ist die Gastronomie der Schiffsbrücke seit vergangenem Herbst wieder in Betrieb, allerdings läuft der ausschließlich ehrenamtlich geführte Schiffskiosk immer noch unter extrem schwierigen Bedingungen: Den Leuten von der Schiffsbrücke fehlen die Radfahrer, die normalerweise am Wochenende zu hunderten täglich den Rheinradweg nutzen würden, wenn der nicht unter der Leverkusener Brücke von der Autobahn GmbH entgegen ihrer früheren Ansage gesperrt worden wäre – seit vielen Jahren.

Jetzt gibt es mal wieder Hoffnung, dass die Durchfahrt geöffnet werden könnte: Uwe Bertrams vom Förderverein Schiffsbrücke hat bei der Autobahn GmbH mitgeteilt bekommen, dass der Radweg ab Frühjahr 2027 wieder offen sei. Aber es ist keine offizielle Aussage. Der Landtagsabgeordnete Rüdiger Scholz, der das am Sonntag auf der Schiffsbrücke hörte, will bei der Autobahnbehörde jetzt mal genauer nachhören.

Die offenen Nachmittage an der Schiffsbrücke sind immer eine gute Möglichkeit, auch mal mit Lokalpolitikern ungezwungen ins Gespräch zu kommen: Neben Bezirksbürgermeisterin Di Padova und dem Landtagsabgeordneten Scholz von der CDU ist am Sonntag Heike Bunde (SPD) vor Ort.

Schiffsbrücke Herbstzauber Bild: Ralf Krieger

Beim Herbstzauber an der Schiffsbrücke konnte man sich zum Beispiel Kaffee und Kuchen bringen lassen

„Durch die Sperrung haben wir zwei Drittel Umsatzeinbruch“, sagt Bertrams. Wenn man bedenkt, dass die Schiffsbrücke ihren Strom mit einem Gasmotoren-Generator selbst erzeugen muss und alles Abwasser von den Toiletten und der Küche sammeln und abfahren muss, ist es fast ein Wunder, dass der Verein die vergangenen Jahre überstanden hat: Nach dem Hochwasser im Juli 2021 waren die Schiffe für über zwei Jahre gar nicht erreichbar, weil Currenta als Eigentümerin ihre defekte und gesperrte Pontonbrücke in Rheindorf nicht schnell reparierte und so der letzte Zugang zu den Schiffen weggefallen war.

„Zurzeit laufen die Gruppenreservierungen gut“, sagt Bertrams. Draußen könne man Gruppen bis 60 Personen bedienen, dann sollte es aber nicht regnen. Bis 25 Personen könne man in der ausgebauten Kombüse in der Tjalk „Freiheit“ unterbringen. Er ist verantwortlich für die Gastronomie und sucht immer Freiwillige, die mitmachen wollen, besonders für samstags.

Obwohl das Wetter später blendend wird, bleibt der Herbstzauber mit Livemusik in diesem Jahr ein kleines Fest, aber 2027 könnte die Schiffsbrücke erstmals seit 2021 wieder durchstarten.