Hunderte verendete Aale sind in den vergangenen Tagen an den Ufern am Rhein gefunden worden. Der Rheinische Fischerverband schlägt Alarm.
„Es blutet einem das Herz“Hunderte tote Aale am Rhein – Fischereiverband schlägt Alarm

Verendete Aale am Rheinufer bei Düsseldorf-Himmelgeist.
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Wer derzeit am Rhein unterwegs ist, wird womöglich Zeuge eines Massensterbens. Hunderte tote Aale sind in den vergangenen Tagen an den Ufern zwischen Bonn und Rees angespült worden. Experten vom Rheinischen Fischereiverband sprechen von einem Massenfund und schlagen Alarm.
Tierschützer seien bereits am Freitag (13. März) vor Ort gewesen, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Die Experten nahmen Proben und kündigten an, die Funde umfassend dokumentieren zu wollen. Das Ereignis sei besonders besorgniserregend, da es sich beim Europäischen Aal um eine stark bedrohte Art handele.
Massenfund toter Aale am Rhein: „Es blutet einem das Herz“
Bereits seit zwei Wochen biete sich ein „erschreckendes Bild“. „Es blutet einem das Herz: Seit Jahren engagieren wir uns mit großem Einsatz für den Erhalt dieser faszinierenden Fischart und haben unzählige junge Glasaale in den Gewässern von NRW ausgewildert“, erklärt Fabian Gröfe, Geschäftsführer Rheinischer Fischereiverband. „Umso erschütternder ist es, diese sinnlos getöteten Elterntiere zu sehen – Tiere, die für den Fortbestand der ohnehin stark bedrohten Population von unschätzbarem Wert sind.“
Die gefundenen Aale zeigen den Angaben der Experten zufolge deutliche Anzeichen einer mechanischen Einwirkung und seien zum Teil zerstückelt. Als Ursache ist demnach der Kontakt mit den Turbinen oder Rechen von Wasserkraftanlagen sehr wahrscheinlich. „Um dies zu belegen, wurden tote Aale von den Mitarbeitenden des Rheinischen Fischereiverbandes und des Landesamtes für Verbraucherschutz und Ernährung eingesammelt“, teilte der Fischereiverband mit. Die Tiere würden nun wissenschaftlich untersucht.

Mitarbeiter des RhFV sammeln die Kadaver für weitere Untersuchungen ein.
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Auch in Köln, Bonn und bis nach Rees hinauf seien tote Aale gefunden worden. Ein großer Fund sei auch am Rheinufer in Düsseldorf-Himmelgeist gemacht worden.
Fischereiverband schlägt Alarm und wendet sich ans NRW-Umweltministerium
Erkenntnissen des Rheinischen Fischereiverbandes zufolge handelt es sich um Blankaale, geschlechtsreife Tiere, die sich auf der Wanderung in die Sargassosee befunden hätten, um dort abzulaichen.
Das Phänomen ist nicht unbekannt. In den Niederlanden nennt man die unverendeten Aale „Knakaale“. Das Wort beschreibt die Aale treffend, weil ihre Körper häufig wie geknickt aussehen. In dem grenzüberschreitenden Projekt „Der Rhein verbindet“ arbeiten seit 2025 Freiwillige zusammen, um die Vorgänge zu dokumentieren und besser untersuchen zu können.
Auch wenn das Phänomen nicht neu ist, der derzeitige Massenfund beunruhigt die Experten dennoch sehr. Die Vielzahl der Aale, die es derzeit betrifft, bringe eine „neue Brisanz“ mit sich. Der Fischereiverband habe eine Anfrage an Umweltminister Oliver Krischer zur Beseitigung der Missstände gestellt, hieß es.

