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Bundestagswahl in OberbergCDU und Grüne lassen sich von Umfragen nicht entmutigen

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Gabi Bülter warb am Samstag in der Gummersbacher City für grüne Politik.

Oberberg – Die drei größten Parteien liegen in den Umfragen annähernd gleich auf, alle haben eine realistische Perspektive, den oder die nächste(n) Kanzler(in) zu stellen. Grüne und CDU haben zuvor einen ziemlichen Dämpfer erlebet. Vier Wochen vor der Bundestagswahl ist der Endspurt eröffnet. Wie motiviert sind die Parteisoldaten an der Basis?

Der Vorstand der Gummersbacher Grünen ist am Samstagnachmittag in der Fußgängerzone nahezu komplett vertreten. Mit der Sonne tauchen die Passanten wieder auf, Lothar Winkelhoch und sein Team wagen sich wieder unter ihrem Pavillonzelt hervor und sprechen die Einkaufsbummler an. Gabi Bülter lässt sich nicht so leicht abschütteln.

Wahl ist wichtig für die Zukunft des Planeten

Wenn einer kein Flugblatt will, fragt sie ihn, warum. Und schon ergibt sich ein Gespräch. Für die Gummersbacher Grüne geht es um nicht weniger als das Ganze: „Diese Wahl ist wichtig für die Zukunft des Planeten.“ Auch Lothar Winkelhoch sieht keine Veranlassung, wegen der gesunkenen Popularitätswerte von Annalena Baerbock einen Gang runterzuschalten. „Für mich gilt: Jetzt erst recht. Weil es so ungerecht ist, was man mit ihr gemacht hat.“

Mit der Plakatierung haben die Ortsvereine der Parteien bei der Bundestagswahl nichts zu schaffen. Ob der Straßenwahlkampf etwas bringt? Lothar Winkelhoch zitiert Henry Ford: „Die Hälfte unserer Werbung ist hinausgeworfenes Geld. Ich weiß nur nicht, welche Hälfte.“ Beim Heimspiel in Gummersbach taucht natürlich auch Kandidatin Sabine Grützmacher auf. Sie hält viel vom persönlichen Gespräch: „Bei den sozialen Medien bleibt man in der eigenen Blase. Man muss aber dahin gehen, wo es wehtut.“

CDU lässt sich von schlechten Umfragen nicht demotivieren

Marcus Dräger ist Vorsitzender der Engelskirchener CDU und lässt sich ebenfalls nicht von schlechten Umfragen demotivieren. „Es ist wie beim Fahrradrennen: Am Ende gewinnt der, der lange am Hinterrad des Ersten gefahren ist.“ Dräger empfiehlt den Laschet-Skeptikern die Lektüre der Biographie „Der Machtmenschliche“.

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Der wechselvolle Lebenslauf des Kanzlerkandidaten zeige, dass er ein sympathischer Kämpfertyp sei. Mit dem Laschet-Referenten Lukas Miebach habe man einen Mann in den Reihen der Engelskirchener CDU, der den Ministerpräsidenten gut kennt. Aber auch der übrige Ortsvereinsvorstand lasse sich von dem Regenwetter nicht davon abhalten, vor dem Hit-Markt für Laschet und den Abgeordneten Carsten Brodesser zu trommeln.

„Wir sind eine junge Mannschaft, für einige ist es der erste Bundestagswahlkampf.“ Das sei wichtig, weil die politische Überzeugungsarbeit auf der Straße auch körperlich anstrengend sei: „Wahlkampf ist Sport.“