Wochenlange Dürre: Naturschützer sehen die Politik in Sachen Rückbau des Stauweihers in Engelskirchen-Osberghausen gefragt.
Stauweiher-DiskussionRP hätte Fischtreppe in Osberghausen sogar gefördert

Kann die Politik beim geplanten Rückbau des Stauweihers in Osberghausen noch intervenieren?
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Die Anfrage der beiden Naturschützer Heinz Kowalski und Gero Karthaus an den Kölner Regierungspräsidenten zur Zukunft der Stauanlage in Engelskirchen Osberghausen ist von dessen Dezernat Wasserwirtschaft beantwortet worden. „Auch wenn sie uns nicht befriedigt“, wie Kowalski Anna Morsbach von der Bezirksregierung erwidert hat, denn am Ende hält die Behörde an der Umsetzung einer durchlässigen Agger fest. Das geht auch aus einer Antwort der Pressestelle des RP an diese Zeitung hervor, die in weiten Teilen im Wortlaut gleichlautend ist mit der an Karthaus und Kowalski.
Was kritisieren Kowalski und Karthaus an dem Vorgehen?
Die beiden sehen keinen Sinn darin „ausgerechnet mit der obersten Staustufe zu beginnen“, wie es in dem Schreiben an den RP heißt. Und erklärt habe es Morsbach auch nicht. Was das für die anderen Staustufen entlang der Agger bedeute, werde ebenfalls nicht beantwortet. Doch die beiden sehen einen weiteren, besonders relevanten Aspekt: „Die aktuelle Dürre hat eindrücklich gezeigt, wie wichtig es ist, Wasser in der Landschaft zu halten. Das muss Reaktionen der Politik zur Folge haben.“ In dem Antwortschreiben aus dem Kölner Regierungspräsidium wird darauf aber nicht eingegangen.
Warum hält der RP an seinem Vorgehen fest?
Die Agger wieder durchgängig zu machen, sei eine Generationenaufgabe, schreibt Morsbach. Sie könne nur Stück für Stück gelingen. In Osberghausen sei der Aggerverband als ehemaliger Staurechtsinhaber trotz mehrfacher Fristverlängerungen den gesetzlichen Anforderungen an die Durchgängigkeit bis zuletzt nicht nachgekommen. „Daher endete letztlich die Erlaubnis zum Aufstau mit Ablauf des Jahres 2025“, so das Schreiben weiter. Osberghausen stelle einen ersten, wichtigen Baustein für die Wiederherstellung der Durchgängigkeit der Agger dar, betont die Behördenmitarbeiterin.
Gab es Alternativen zu dem Rückbau der Anlage?
Der RP sagt ja. Darauf hatten auch Kowalski und Karthaus den RP angesprochen. Die Antwort von Anna Morsbach liest sich auch so, als hätte der Aggerverband auch mit einer technischen Lösung in Form von einer Fischtreppe die Durchgängigkeit herstellen können. Morsbach schreibt Kowalski und Karthaus, dass der Aggerverband die Errichtung einer Fischauf- und Fischabstiegsanlage als Teil des Staurechts mit beantragt hatte und die Bezirksregierung die Errichtung mit öffentlichen Mitteln gefördert hätte. „Diese Anlage wurde aber nicht errichtet“, heißt es weiter.
Was sagt der Aggerverband zu der Schilderung?
Vorstand Uwe Moshage bestätigt, dass es Fördermittel gegeben hätte für eine Fischtreppe, allerdings einhergehend mit Auflagen des RP. Diese hätten unter anderem vorgesehen, dass technische Vorkehrungen hätten getroffen werden müssen, so dass die Fische nicht in die Turbine gekommen wäre. Das aber hätte zur Folge gehabt, dass die Anlage zur Stromerzeugung weniger effektiv gewesen wäre. „Und weil diese Anlage den Aggerkraftwerken von Christian Auer gehört, kam es nie zum Bau“, sagt Moshage.
