Die Peter-und-Paul-Apotheke in Engelskirchen hat schon vor einiger Zeit ihre Türen geschlossen. Nach und nach machen immer mehr Standorte zu.
Noch 54 Standorte kreisweitWieder eine Apotheke weniger in Oberberg

Persönliche Beratung ist Kundinnen und Kunden wichtig.
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Wieder eine Apotheke weniger zählt der Oberbergische Kreis. Das geht aus einer aktuellen Erfassung der Apothekerkammer Nordrhein hervor. Nachdem dieses Jahr die Peter-und-Paul-Apotheke in Engelskirchen ihre Türen aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen hat, gibt es in Oberberg zurzeit 54 Apotheken. Vor sechs Jahren waren es kreisweit noch 60. Kunden haben im Engelskirchener Zentrum mit der Aggertal-Apotheke jedoch nach wie vor eine Anlaufstelle.
Im Vergleich zu den Nachbarkreisen steht der Oberbergische Kreis etwas besser da als der Rheinisch-Bergische Kreis: Kreisweit gibt es dort 51 Apotheken. Im Rhein-Sieg-Kreis haben Kundinnen und Kunden fast doppelt so viele Anlaufpunkte. Dort gibt es 127 Standorte. Im gesamten Gebiet der Apothekerkammer Nordrhein stehen in diesem Jahr vier Neueröffnungen 14 Schließungen gegenüber, das geht aus einer Mitteilung hervor. Dort heißt es: „Während sich in ländlichen Regionen die Wege zur nächsten Apotheke weiter verlängern, entstehen in den Städten oft übersehene Belastungen.“
Oberberg: Nur noch 54 Apothekenstandorte kreisweit
Sebastian Gissinger, Oberbergs Vertrauensapotheker, sieht die Versorgung im Kreis gerade zwar noch als gut an, er sagt aber auch: „Auf lange Sicht wird es schwierig, wenn immer mehr Apotheken schließen, aber keine neuen eröffnet werden. Gründungen sind wirtschaftlich einfach eine Herausforderung. Dazu kommen viel Bürokratie und die fortschreitende Digitalisierung.“ Auch Armin Hoffmann, Präsident der Apothekerkammer Nordrhein, sagt: „Den Trend, dass Quartal für Quartal mehr Apotheken schließen als neue eröffnen, beobachten wir seit mehr als 25 Jahren.“
Mit dem Inkrafttreten des Apothekenversorgungsweiterentwicklungsgesetzes sollen in diesem Jahr wichtige Verbesserungen auf den Weg gebracht werden. Apotheken könnten ihre Rolle in der Patientenversorgung ausbauen. Neue pharmazeutische Dienstleistungen oder erweiterte Impfkompetenzen sollen die wohnortnahe Versorgung stärken, heißt es in der Mitteilung. In der Praxis sind jedoch noch viele Fragen ungeklärt (wir berichteten). Sebastian Gissinger sagt: „Apotheken müssen sich weiterentwickeln, das ist klar. Aber Weiterentwicklung heißt auch Fortbildung und das bedeutet wiederum mehr Arbeit.“
Erstmals seit mehr als 13 Jahren wird durch das neue Gesetz auch das Apothekenhonorar erhöht. Zum 1. Juli wurde von 8,35 auf neun Euro pro abgegebener verschreibungspflichtiger Packung erhöht. Anfang 2027 solle eine Anhebung auf 9,50 Euro folgen, erläutert die Kammer. Relativiert werde dies jedoch durch neue gesetzliche Belastungen. Die Apothekerkammer schreibt hierzu: „Ein aktueller Regierungsentwurf zur Stabilisierung der Krankenkassen sieht vor, dass Apotheken künftig einen größeren Teil ihres Honorars an die gesetzlichen Krankenkassen zur Stabilisierung der GKV-Finanzen abführen müssen. Damit wird ein Teil der Honoraranhebung faktisch wieder aufgezehrt.“
Apotheker Gissinger sieht diese Erhöhung als längst überfällig an, sie sei aus den zuvor genannten Gründen jedoch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. „Wir sind, wenn jemand krank ist, oftmals die erste Anlaufstelle – noch vor den Ärzten, bei denen es immer schwieriger wird, einen Termin zu bekommen. Und das wird in der Zukunft weiter zunehmen“, ist er sehr sicher.
