Der Künstler Uwe Appold ist wieder einmal in Oberberg – mit einer groß angelegten Aktion an gleich vier Standorten.
Das neue JerusalemIn Oberberg wird der Uwe-Appold-Weg eröffnet

Das neue Jerusalem hängt im Foyer des neuen Altenheims in Gummersbach. Monumental erscheint das Werk mit einer Breite von fast vier Metern. Uwe Appold begleitet aktuell die Hängung seiner Werke.
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Der Flensburger Künstler Uwe Appold ist in Oberberg seit den frühen 2000er Jahren zu einem festen Begriff geworden. Damals war es seine „Apokalypse“-Ausstellung, die für Furore sorgte. Später dann beauftragte ihn der Evangelische Kirchenkreis An der Agger mit der Ausgestaltung seines Gebäudes in Dieringhausen, ehe das Berufskolleg des Oberbergischen Kreises gleich in der Nachbarschaft und die Trauerhalle eben dort folgten.
Nun ist Uwe Appold wieder einmal in Oberberg – mit einer groß angelegten Aktion an gleich vier Standorten. An Pfingstsonntag, 25. Mai, wird um 11 Uhr in der evangelischen Kirche Waldbröl der Uwe-Appold-Weg eröffnet. Der Weg führt von dort weiter nach Engelskirchen-Osberghausen in die dortige Culturkirche Oberberg, wo im Rahmen der Eröffnung des Weges Appolds Zyklus „Odyssee“ erstmals gezeigt wird (Beginn 13.30 Uhr).
Finale ist die Ausstellung „Das neue Jerusalem“
Um 15 Uhr geht es weiter in der Gummersbacher Pfarrkirche St. Franziskus mit der Eröffnung der Ausstellung „Missa-Bilder zur Messe: Kyrie/Gloria/Credo/ Sanctus – Benedictus/Agnus Dei“. Zum Finale geht es dann ins neue Seniorenzentrum St. Elisabeth. Dort wird die Ausstellung „Vater unser/ Das neue Jerusalem/Das Weltgericht“ eröffnet.
44 Arbeiten wird Appold der Region dauerhaft schenken, wie er im Gespräch mit dieser Zeitung berichtet. Die enge Verbundenheit zum Oberbergischen begründet der Künstler mit seinem guten Draht zu dem Diakon und Künstlerseelsorger Patrick Oetterer, der auch für die Culturkirche verantwortlich ist. „Ich habe mir gedacht, es ist gut, wenn die Kunst zu den Menschen kommt“, sagt Appold. Nach seiner Auffassung gehöre die Kunst den Menschen. Also gebe er der Gesellschaft etwas von dem zurück, was er von ihr bekommen hat.
Die Bilder sind wie „mit Farbe zu beten“
Beim Rundgang durch das Gummersbacher Altenheim und die benachbarte Pfarrkirche bekommt man einen ersten Eindruck von dem, was die Besucher des Appold-Wegs an Pfingsten erwartet. Im Foyer von Haus Elisabeth hängt Appolds monumentales und fast fünf Meter breites Werk „Das neue Jerusalem“. Es visualisiert die biblische Vision aus der Offenbarung des Johannes und ist Teil eines 39 Bilder umfassendes Zyklus, der sich mit Weltuntergangs- und Erneuerungsmotiven auseinandersetzt. Ebenso eindrucksvoll sind die „Missa-Bilder zur Messe“ in der Pfarrkirche. Dieser Zyklus wandelt die zentralen Abschnitte der Heiligen Messe wie Kyrie, Gloria oder Abendmahl in abstrakt gemalte Bilder um. Kunstexperten sprechen davon, „mit Farbe zu beten“.
Doch wie gläubig ist Appold selbst? Er selbst sieht sich nicht als frommen Menschen, sagt aber sehr wohl, dass er eine „starke Affinität zur Theologie“ habe. In den Nachkriegsjahren sei in seiner Generation sehr oft die Frage gestellt worden, wie es zu der Entwicklung ab 1933 in Deutschland hat kommen können. Und diese Frage hätten auch viele junge Vikare gestellt. Er persönlich habe viel aus der Bibel gelernt. „Und ich lerne auch noch heute daraus“, sagt Appold.
Die Bibel ist für ihn der Grundstein des europäischen Abendlands. Und dazu gehört für den Flensburger Künstler auch, dass „es gut ist, dass wir Christen über die Auferstehung sprechen, dass wir uns darüber klar werden, was sie bedeutet, weil wir ohne Hoffnung nicht glauben können“.
