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„Erzähl mal!“Vier Frauen plaudern in Gummersbach aus dem Gitarrenkoffer

3 min
Zwei Frauen spielen Gitarre vor einer riesigen Menschenmenge.

Auf großen Bühnen unterwegs waren im Sommer Charlie Klauser (l.) und Johanna Eicker. Am Mittwoch kann man sie im kleinen Rahmen erleben.  

Bei der zweiten Folge der Reihe „Erzähl mal!“ sind am Mittwoch Charlie Klauser, Johanna Eicker, Sarah Eberz und Monica Weispfennig zu Gast in der Halle 32.

Gleich mit vier „starken Frauen“ wollen es die drei Herren aufnehmen. Peter Sommer, Martin Kuchjeda und Bastian Ganser hatten eigentlich geplant, schon die erste Folge ihrer Gesprächsreihe „Erzähl mal!“ unter diesen Titel zu stellen. Stattdessen ging es im Januar dann um musikalische Männer.

Nun, da Charlie Klauser und Johanna Eicker endlich einen Termin in ihrem eng getakteten Kalender gefunden haben, wird die Premiere nachgeholt. Die als Profirockmusikerinnen erfolgreichen Schwestern treffen am Mittwoch, 24. Juni, 20 Uhr, in der Studiobühne der Halle 32 (Eintritt: 15 Euro) auf zwei Oberbergerinnen aus ganz anderen Bereichen.

Bodybuilderin mit eigenem Studio in Lindlar

Wobei, Sarah Eberz ist ebenfalls Musikerin. Sie singt in der Amateur-Metalband Enthalpy. Vor allem aber ist sie erfolgreich als Bodybuilderin und leitet in Lindlar ihr eigenes Fitnessstudio, ist also eine „starke Frau“ im wörtlichen Sinn. Monica Weispfennig als vierter Podiumsgast engagiert sich seit vielen Jahren dafür, andere stark zu machen.

Seit mehr als 25 Jahren berät sie als Vorstandsvorsitzende des Vereins „nina + nico“ Kinder und Frauen, die physische, psychische oder sexualisierte Gewalt erfahren haben. Monica Weispfennig ist allerdings ebenfalls eine Künstlerin, nämlich Autorin (unter ihrem Mädchennamen Buchfeld) und vielfach erprobte Rezitatorin von eigenen und fremden Texten. Auf der Podiumsbühne wird sie sich gegen die deutlich jüngeren Rockmusikerinnen durchsetzen können.

Das Gesprächsformat verstehe ich als eine neugierige Annäherung an interessante Biografien.
Peter Sommer über „Erzähl mal!“

Und die Männer? Die wollen sich zurückhalten, Stichwortgeber sein und die Frauen erzählen lassen, am besten in einem offenen Gespräch, das sich unter den Gästen entspinnt. Dass die Musik schon wie beim ersten Mal eine zentrale Rolle spielt, liege sicher an der eigenen Nähe der Gastgeber zum Rockgeschäft, sagt Bastian Ganser, der ja für das Programm der Halle 32 zuständig ist. Der frühere Rockpalast-Regisseur Peter Sommer betont aber: „Uns geht es an diesem Abend vor allem um nicht-musikalische, gesellschaftspolitische Fragen.“

Nämlich um die Strategien, in denen sich die Frauen in einer männerdominierten Szene durchsetzen, die ähnlich testosterongetrieben ist wie der   Bodybuildingsport. Warum ist es immer noch eine Männerwelt,   50 Jahre nachdem sich Feministinnen wie Monica Weispfennig auf den Weg durch die patriarchalen Distanzen gemacht haben?

Peter Sommer versteht das Gesprächsformat als „neugierige Annäherung an interessante Biografien“, als „Suche nach dem Überraschenden im Unbekannten“. Wo liegen die gemeinsamen Erfahrungen des altersgemischten Frauenquartetts, wo die Unterschiede? Welche Bedeutung hat ein gutes Aussehen? Wie sehr darf frau sich auf solche Zwänge einlassen?

Die Schwestern Charlie Klauser und Johanna Eicker hatten einst in der Band Black Sheep ihre ersten Auftritte als Profimusikerinnen (Peter Sommer hat sie damals für den Rockpalast aufgezeichnet). Heute stehen sie nicht nur in Klausers Band, sondern auch in der Fernsehshowkapelle von Carolin Kebekus gemeinsam im Rampenlicht. Welche Rolle spielt es für Johanna Eicker, dass sie seit kurzem Mutter ist? Und würde man einem musizierenden Vater mit diesem Problem behelligen?

Fragen über Fragen, am Mittwoch werden sie beantwortet.