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Jubiläum„nina + nico“ berät seit 30 Jahren Kinder, Jugendliche und Frauen in Gummersbach

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Der Verein Nina Und Nico mit dem neuen Vorstand und den Mitarbeitern in den neuen Räumlichkeiten in der Kölner Strasse 316 in Niedersessmar.

Mitarbeiterinnen und der Vorstand führten Bürgermeister Raoul Halding-Hoppenheit (r.) durch die neuen Räume.

Seit 30 Jahren hilft „nina + nico“ in Gummersbach Betroffenen von Gewalt und Krisen – der Bedarf steigt weiter.

In diesem Jahr begeht der Verein zur Beratung von Kindern, jungen Menschen und Frauen „nina + nico“ sein 30-jähriges Bestehen. Geplant war das bei seiner Gründung so nicht, wie Vorstandsmitglied Monica Weispfennig berichtet: „Wir hatten damals vor, uns selbst möglichst schnell auch wieder überflüssig zu machen.“

Aus einer Idee wurde Hilfe vor Ort

Das hat nicht geklappt – im Gegenteil, die Beratungsstelle, die inzwischen von der Gummersbacher Innenstadt nach Niederseßmar gezogen ist, ist wichtiger denn je, wie die Erfahrungen aus der Praxis beweisen. Im Laufe der drei Jahrzehnte haben mehr als 10.000 Beratungen stattgefunden, der Verein ist kreisweit engagiert und mit anderen Beratungs- und Präventionsangeboten eng vernetzt – während der Bedarf weiter steigt, wie erschreckende Zahlen zeigen.

15 Mitarbeiterinnen kümmern sich um Mädchen, Jungen und Frauen, die seelischer, körperlicher oder sexueller und mittlerweile auch digitaler Gewalt ausgesetzt waren, familiäre Konflikte, Krisensituationen und anderen belastenden Erfahrungen erleben. Mitarbeiterin Kathleen von Pyschow geht für Präventionsarbeit in Schulen, der Verein ist in regelmäßigem Kontakt mit rund 30 Kindergärten.

Tag der offenen Tür zum Jubiläum

Am Donnerstag, 24. September, wird im Zuge des Jubiläums die Arbeit bei einem Tag der offenen Tür vorgestellt. Schon jetzt besuchte der Gummersbacher Bürgermeister Raoul Halding-Hoppenheit die hellen Räume an der Kölner Straße 316, ließ sich herumführen und sprach mit den Mitarbeiterinnen und dem Vorstand über Herausforderungen und darüber, wie alles anfing. Denn die ersten Schritte datieren auf 1991, als der Gegenwind heftig war. Monica Weispfennig blickt zurück: „Viele Stimmen wurden laut, dass sexualisierte Gewalt hier in Oberberg kein Thema sei. Die Realität hat diese Kritiker eines Besseren belehrt.“

Immer viel UnterstützungGrößte Herausforderung: die Finanzierung. Wie Monica Weispfennig erläuterte, braucht es 100.000 Euro pro Jahr, um die Arbeit des Vereins effektiv fortzuführen. Sie sagt: „Die Sorge um den Verein war bei mir immer präsent, allerdings gab es auch immer viel Unterstützung von Spendenwilligen.“

Denn auch „nina + nico“ ist für Prävention, Beratung, Fortbildungen und die Vergütung der nicht Ehrenamtlichen natürlich auf Spenden oder Sponsoring angewiesen. Vorstandsmitglied Dagmar Steinmann berichtet, dass es seit Juli 2022 immerhin zwei volle Beratungsstellen gibt, die das Land NRW in Kooperation mit den Jugendämtern finanziert. Deren Schwerpunkt ist die Beratung für Kinder und Jugendliche. „Aber wir dürfen natürlich die erwachsenen Frauen nicht vergessen. Hier wäre eine feste Stelle auch toll“, gab sie zu bedenken.

Auch wenn die Arbeit von „nina + nico“ beileibe nicht überflüssig wurde, betrachtet Monica Weispfennig das Geleistete doch mit einem gewissen Stolz: „Das, was wir aufgebaut haben, hätte uns keiner zugetraut.“

www.nina-nico.de