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GartenstartGemüsegärten starten in die Saison im Oberbergischen

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Eine Frau steht mit zwei Pflanzen in der Hand neben vollen Regalen mit Gemüsepflanzen.

Sabine Konopka setzt beim Gartenstart auf Erfahrung und lässt sich dennoch gerne beraten. 

Im Oberbergischen zieht es viele in den Garten, doch für empfindliches Gemüse ist es im Freiland oft noch zu früh.

Tomaten, Gurken, Salat – viele Oberbergerinnen und Oberberger zieht es derzeit wieder in den Garten, um eigenes Obst und Gemüse anzubauen. Die Nachfrage nach entsprechenden Pflanzen ist hoch. Doch auch wenn die Saison begonnen hat, ist beim Start noch etwas Geduld gefragt.

„Die Leute fragen jetzt schon viel nach Gemüse, Tomaten und Gurken“, berichtet Patricia Til von der Baumschule Werner. „Man merkt, dass viele darauf warten, endlich loslegen zu können.“ Vor allem Kundinnen und Kunden mit Gewächshaus seien bereits aktiv. „Die haben natürlich schon alles.“

Eine Frau beim sortieren der Pflanzen.

Patricia Til berät im Gartencenter zu geeigneten Pflanzen für den Saisonstart.

Für den Anbau im Freien sei es dagegen oft noch etwas früh. Besonders empfindliche Pflanzen wie Tomaten oder Gurken sollten erst später ins Beet. „Die typische Zeit für Tomaten ist eher Ende April bis Anfang Mai“, sagt Til. Auch dann komme es auf die Witterung an: „Man muss die Pflanzen gut schützen und das Wetter im Blick behalten. Wenn es noch mal friert, kann das schnell problematisch werden.“

Man muss die Pflanzen gut schützen und das Wetter im Blick behalten. Wenn es nochmal friert, kann das schnell problematisch werden
Patricia Til

Wer jetzt schon loslegen möchte, greift daher eher zu robusteren Kulturen. Neben ersten Salaten oder Kohlpflanzen sind auch Mangold oder Rote Bete bereits erhältlich. Gleichzeitig wächst das Interesse am eigenen Anbau weiter. „Seit der Corona-Zeit gibt es viele, die damit angefangen haben und jetzt mehr ausprobieren wollen“, so Til. Manche gingen dabei sehr gezielt vor: „Ich hatte einen Kunden, der jede Tomatensorte ausprobiert hat, die wir hatten.“

Tomaten zählen weiterhin zu den beliebtesten Pflanzen, stellen aber auch gewisse Anforderungen. „Sie vertragen keinen Regen und reagieren empfindlich auf Kälte“, erklärt Til. Auch beim Gießen sei Fingerspitzengefühl gefragt: „Wenn man zu viel gießt, wachsen sie zu schnell in die Höhe und werden instabil.“ Erst wenn sich Früchte bilden, steige der Wasserbedarf deutlich an.

Der Außenbereich der Baumschule Werner

Vor allem robuste Pflanzen werden jetzt bereits für Beet und Balkon gekauft.

Auch bei Kräutern zeigt sich ein ähnliches Bild. Während empfindliche Sorten wie Basilikum oder Dill noch Zeit brauchen, können robustere Pflanzen wie Thymian, Minze oder Rosmarin bereits ins Freie gesetzt werden. Viele dieser Sorten seien zudem mehrjährig und damit besonders pflegeleicht.

Dass der richtige Zeitpunkt entscheidend ist, bestätigt auch Sabine Konopka (66), die selbst seit vielen Jahren gärtnert. „Im Gewächshaus fange ich im April an, aber draußen noch nicht“, sagt die Rentnerin. Trotz ihrer Erfahrung holt sie sich regelmäßig Rat: „Man denkt, man kennt sich aus – aber manches funktioniert dann doch nicht so, wie man es erwartet.“

Andere setzen bewusst auf pflegeleichte oder naturnahe Konzepte. Andrea (59) und Dirk Schütz (55) etwa achten auf winterharte Pflanzen. „Wir pflanzen nichts, was man im Winter wieder ausgraben muss“, sagt Andrea Schütz. Ihr Garten sei eher naturnah angelegt. Gemüse spiele eine untergeordnete Rolle – auch aus praktischen Gründen: „Wenn man wegfährt, muss sich jemand kümmern.“ Die beiden setzen daher bewusst auf einen naturnahen Garten mit bienenfreundlichen Pflanzen. „Der sieht nicht geschniegelt aus, sondern eher ein bisschen verwildert“, erklärt Andrea Schütz.

Der Garten als Lebensraum

Dass Gärtnern für viele mehr ist als reine Versorgung, zeigt auch Andreas Puhl (56). In seinem Garten wachsen neben klassischen Obstsorten auch Feigen, Maulbeeren und verschiedene Kräuter. „Das macht Spaß“, sagt er. Besonders schätzt er die Vielfalt: „Und dann sieht man, was alles im Garten lebt – Bienen, Vögel, das gehört einfach dazu.“

Ob Nutzgarten oder Mischform – entscheidend bleibt der richtige Zeitpunkt. Nach einem langen Winter habe die Saison in diesem Jahr später begonnen, berichtet Til. Mit den steigenden Temperaturen nimmt die Nachfrage nun deutlich zu. Für Hobbygärtner gilt dabei vor allem eines: Wer zu früh pflanzt, riskiert Rückschläge – wer den richtigen Moment abpasst, kann sich dagegen auf eine erfolgreiche Saison freuen.