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IHK-UmfrageKonjunkturbarometer fällt in Oberberg weiter

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Oberbergs Wirtschaft hat mit mit rund 50 Prozent einen sehr hohen Industrieanteil.

Viele Unternehmen in Oberberg sind immer weniger ausgelastet.

Das Konjunkturbarometer der oberbergischen Unternehmen, das Michael Sallmann am Donnerstag als Geschäftsstellenleiter der hiesigen IHK vorgestellt hat, zeigt alles andere als ein Hoch an. Drei Mal pro Jahr befragt die IHK Köln ihre Mitgliedsunternehmen. Und die Stimmung scheint immer schlechter zu werden, wie auch die aktuellen Zahlen belegen – denn zum nunmehr fünften Mal in Folge verharrt dir Geschäftslage im negativen Bereich. Corona, der Ukrainekrieg und die nach wie vor hohen Energiekosten sind Faktoren, die auch Oberbergs Wirtschaft mit einer starken Industrieprägung und einem hohen Exportanteil zu schaffen machen.

Sallmann spricht von „Alarmzeichen“

Gefragt nach der aktuellen Geschäftslage, den Erwartungen, den Investitionsabsichten, den Exporterwartungen und schließlich den Beschäftigungsaussichten steht der Saldo aus den Rückmeldungen tief im Minus. So etwa auch bei der aktuellen Lage: 16 Prozent der Befragten gaben an, dass sie „gut“ sei, 42 Prozent indes sprachen davon, dass die Lage „befriedigend“ ist und genau so hoch ist die Zahl derer, die mit „schlecht“ geantwortet haben. Vier von fünf roten Punkten bei den Fragen, mit denen die IHK die Stimmungslage der Unternehmen untersucht hat, bezeichnet Sallmann dann auch im Pressegespräch am Donnerstagmittag als „Alarmzeichen“.

Und eine Besserung sei nicht in Sicht, wie er aus den Gesprächen mit den Unternehmen weiß. „Die Erwartungen haben sich im Vergleich zur Herbstumfrage auch noch einmal verschlechtert“, berichtet der Geschäftsstellenleiter. Das Sorgenkind der IHK sei die Industrie. Leichte Verbesserungen meldet der Maschinenbau, wobei auch hier die Zahlen immer noch „tiefrot“ sind, wie Sallmann berichtet. Eine gewisse Normalität habe sich in der Baubranche ergeben, die sich an das aktuelle Zinsniveau offenbar gewöhnt habe. Allerdings würden, wenn überhaupt, Wohnungen und keine Industriegebäude errichtet. Aus dem Bereich des Einzelhandels kommt die Rückmeldung, dass aktuell keine Impulse erwartet würden. Und das offenbar auch, weil die Menschen sparen, so Sallmann.

Und was schlussfolgern die Unternehmer für ihre Betriebe? Ihre Antworten an die IHK sind eindeutig. „Abwarten“ heißt die Haltung der Stunde. Sowohl bei den Investitionen als auch bei neuen Mitarbeitern. Schaut man auf die Auftragslage, dann ist diese Haltung durchaus nachvollziehbar. Lediglich zwölf Prozent der befragten Unternehmen sagen, laut Sallmann, dass die Auftragslage gestiegen sei. Dazu gehörten Unternehmer aus dem Bereich Rüstung oder Rechenzentren/KI. Unmittelbar verknüpft mit der Auftragslage ist die Auslastung der Maschinen. Die Zahl derer, die nur noch bei 70 Prozent Auslastung liegen, steigt immer weiter an.


Konjunkturumfrage

Laut IHK-Konjunkturumfrage hat sich die Lage in den oberbergischen Unternehmen weiter eingetrübt. 42 Prozent der Unternehmen melden demnach eine „schlechte Geschäftslage“. 16 Prozent dagegen sprechen von einer guten Situation. Die Bereitschaft zu investieren bleibt laut IHK tief im negativen Bereich. Ein Drittel der Unternehmen plant sogar einen Stellenabbau. Die größten Risiken sehen die Unternehmer in der Inlandsnachfrage (69 Prozent), den Arbeitskosten (66 Prozent) sowie den Energie- und Rohstoffpreisen (52 Prozent).