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Erfahrung aus Berliner AnschlagOberbergischer Kreis sieht sich für Blackout gut gerüstet

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Ein Notstromaggregat steht in einem Berliner Garten.

Die oberbergische Kreisverwaltung hat mehrere neue Notstromaggregate beschafft. 

Vorkehrungen für den Fall eines großes Stromausfalls sind längst Thema beim Kreis. Aber auch die Bürger sollten sich vorbereiten. 

Tagelanger Stromausfall in Teilen von Berlin als Ergebnis eines terroristischen Übergriffs hält die Hauptstadt in Atem. Für den Oberbergischen Kreis ist dieser Katastrophenfall Anlass, über seine Vorkehrungen zu berichten. „Der jüngste großflächige Stromausfall in Berlin hat deutlich gemacht, wie verwundbar unsere Infrastrukturen sein können. Über Tage waren die Stromversorgung und somit auch der Mobilfunk und digitale Kommunikationswege massiv eingeschränkt. Auch heute (Mittwoch) sind noch nicht alle Haushalte wieder mit Strom versorgt. Das Ereignis verdeutlicht die Notwendigkeit einer Krisenvorsorge - sowohl durch die öffentliche Hand als auch durch jede einzelne Bürgerin und jeden einzelnen Bürger“, heißt es in der Mitteilung.

Intensive Beschäftigung mit dem Thema in Oberberg

Im Gespräch mit dieser Zeitung berichtet Landrat Klaus Grootens, dass der Kreis sich bereits seit dem Jahr 2022 umfassend auf genau solche Ereignisse wie aktuell in Berlin eingestellt habe. Ausgangspunkt sei der Ausbruch des Krieges in der Ukraine gewesen und die Frage: Wie ist es im Oberbergischen um die Sicherheit der Energieversorgung gestellt und wie wird diese im Winter 2022/23 sein?

Der Kreis habe sich dann intensiv mit dem Thema befasst und sei auch auf die Kommunen zugegangen, sagt Grootens. „Was ist denn, wenn wir eine Gasmangellage haben, was, wenn wir einen Stromausfall haben?“, seien Fragen gewesen, denen man auf den Grund gegangen sei. „Wir wollten vorbereitet sein“, sagt der Landrat. In der Folge habe man gesehen, was an Notstromaggregaten da sei, habe neue beschafft. Es seien Konzepte geschrieben worden und Verträge mit Tankstellen geschlossen worden.

Was ist denn, wenn wir eine Gasmangellage haben, was, wenn wir einen Stromausfall haben?
Landrat Klaus Grootens zu den Szenarien, die der Oberbergische Kreis und seine Kommunen durchspielten

Ein weiteres großes Thema war dann die Kommunikation. Funkmasten bekamen Brennstoffzellen, um bei einem Stromausfall weiter zu funktionieren. Für bestimmte Personen und Funktionen wurden Satellitentelefone beschafft. Und mit Blick auf die Information der Bevölkerung und deren Bedürfnisse, wie etwa einen Notruf absetzen zu könne, wurden rund 90 Notfallinfopunkte installiert.

Diese sind laut Grootens in aller Regel in den Feuerwehrgerätehäusern und werden im Fall der Fälle von der Feuerwehr besetzt, wie Kreisbrandmeister Julian Seeger erläutert. Weitere Anlaufstellen können die Rathäuser und Dorfgemeinschaftshäuser sein. Grootens sagt am Mittwoch, dass sich Oberberg auf Themen wie eine Energiemangellage gut vorbereitet habe. Er und Seeger stimmen aber darin überein, dass auch jeder einzelne Bürger gut vorbereitet sein sollte. Sei es mit einigen Vorräten, einer Taschenlampe, Batterien und vielleicht auch einem Notstromaggregat. Denn den einhundertprozentigen Katastrophenschutz gebe es nicht.

Im Jahr 2024 hat der Kreistag einen Katastrophenschutzbedarfsplan beschlossen. Der beinhaltet auch, dass für rund 3000 Menschen in Oberberg Dinge, Feldbetten oder ganz einfach Dosenkost mit Ravioli vorgehalten werden. Diese Lager hat der Kreis inzwischen so weit gefüllt, dass sie kurz vor der Übergabe stehen. Dort deponiert werden aber auch Geräte für Hochwasser und Starkregenereignisse. Daneben gibt es weitere Hallen für die Bedürfnisse des Rettungsdienstes. Wo diese Lagerhallen sind, will Grootens aus gutem Grund nicht sagen. Er berichtet allerdings mit einem gewissen Stolz, dass der Kreis eine der ersten Behörden im Land sei, die so gut aufgestellt ist.