Mit großem Aufwand haben die Fachleute des Freilichtmuseums die Geschichte des Hauses Heide und seiner Bewohner erforscht und aufbereitet.
Haus Heide eröffnetBeispielhaft für die Industriegeschichte

In der Küche, die nach Vorlagen aus alten Fotos eingerichtet wurde, erklärte Martin Schinken die besondere Bedeutung des Hauses.
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Recht unscheinbar steht das mit grünen Brettern verkleidete Haus oberhalb des Lokschuppens auf dem Gelände des LVR-Freilichtmuseums in Lindlar. Vor fünf Jahren befand sich die ehemalige Doppelscheune noch in Radevormwald-Heide. Das umgebaute Gebäude hat eine Geschichte, die beispielhaft ist für die Industriegeschichte der Region und zeigt, welchen großen Aufwand es bedeutet, diese Geschichte und ihre Bedeutung aufzuarbeiten und für die Nachwelt zu bewahren.
2021 schauten sich Fachleute des Museums die zum Wohnhaus umgebaute frühere Scheune das erste Mal an. Danach ging es relativ schnell, das Haus wurde abgebaut und nach Lindlar transportiert. Was nicht mehr zu verwenden war, wurde erneuert, insbesondere einige Balken und der Fußboden, auch die beim Umbau zum Wohnhaus errichtete Treppe musste repariert werden. Was aber viel Zeit in Anspruch nahm, war die Recherche zur Geschichte des Hauses und seiner Bewohner, der sich Martin Schinken widmete. Und er entdeckte in den Archiven sehr viel Interessantes.
Geschichte digital präsentiert
Das können auch die Besucher des Hauses Heide, denn in einer digitalen Präsentation in der Küche sind die spannenden Fakten aufbereitet. Genauso spannend ist die Geschichte der Tapete, die aufwendig rekonstruiert und auf einer Maschine in Schweden produziert wurde, wie die Restauratoren Florian Büscher und Katja Schüler erläutern.
„Wir haben uns bei der Ausstattung überwiegend an für eine Arbeiterfamilie in den 1880 und 90er Jahren typischen Einrichtungsgegenständen gehalten“, berichtet Martin Schinken. „Die Familie Bransch zählte nicht zu den armen Leuten, sie hatten zwei Töchter, die auch arbeiteten. Damit gab es ein Familieneinkommen, das ein kleines eigenes Häuschen ermöglichte.“
Projekt hat rund 420.000 Euro gekostet
Rund 420.000 Euro hat es gekostet, das Haus ins Freilichtmuseum und in den heutigen Zustand zu versetzen, hat Werner Hütt, Geschäftsführer des Museumsfördervereins ausgerechnet. Die Kosten seien ausschließlich über Spenden getragen worden. Von dem neuen Projekt, das ab Donnerstag, 23. April, für alle Besucher geöffnet ist, sind nicht nur die Wissenschaftler begeistert, sondern auch die Ehrenamtler des Freilichtmuseums: Denn sie haben im hinteren Teil des Gebäudes, jetzt einen Aufenthaltsraum erhalten.
Am Sonntag, 26.April, lädt der Förderverein des Museums die Besuchenden am neueröffneten Hofhaus Heide mit dem Fördervereinstreff von 10.30 bis 18 Uhr zu selbstgebackenen Kuchen, zu Bockwürstchen mit Brot aus dem Museumsbackhaus und zu heißen und kalten Erfrischungsgetränken im Festzelt ein. Dort lässt es sich witterungsgeschützt genießen und plaudern
