Dir Firma Berges Antriebstechnik fertigt an ihren zwei Standorten Verstellscheiben und Verstellgetriebemotoren.
Made in OberbergSeit 100 Jahren fertigt die Firma Berges in Marienheide Teile für Maschinenbau

Bei der Fertigung sind Erfahrung und Präzision gefragt, hier im Bild Vorarbeiter Michael Fischer.
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Ob Bohrmaschine, Rührwerk oder Mähdrescher – sie alle haben eines gemeinsam. Die Leistung des Motors muss kraftvoll und stufenlos übertragen werden, Drehzahl und Drehmoment müssen im richtigen Verhältnis stehen. Dabei kommen die Produkte der Berges Antriebstechnik GmbH ins Spiel. Sie fertigt an ihren zwei Standorten Verstellscheiben, außerdem Verstellgetriebemotoren. Mechanische Verstellscheiben sind aufgrund ihrer Robustheit oft eine bessere Alternative zur Elektronik, davon ist man bei Berges überzeugt. Dazu kommt die Lohnfertigung für bekannte Unternehmen wie Siemens.
1926, vor 100 Jahren, gründeten die Brüder Carl und Wilhelm Berges in Marienheide die Maschinenfabrik C.&W. Berges. Ab 1940 stellte das Unternehmen Verstellscheiben her, auch für die Rüstung. 1970 war Geburtsjahr der Berges Italiana GmbH.

Die Berges-Firmenleitung mit (v.l.) Manuel Tappeiner, Julian Schenk und Dennis Sting.
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Qualität und hochpräzise Fertigung sind Grundlage des Erfolgs, wie Produktionsleiter Dennis Sting erklärt. „Es geht um Toleranzen im MÜ-Bereich“ – ein MÜ sind 0,001 Millimeter. „Ab sechs MÜ kommen wir in Diskussionen“, sagt Sting. In der hauseigenen Konstruktionsabteilung setzt Berges auf „digitale Zwillinge“. Eine neue Software wird erst einmal an 3D-Modellen ausprobiert, bis alle Probleme geklärt sind.
Das Unternehmen beschäftigt rund 50 Mitarbeitende, knapp 30 arbeiten in Rodt. Die Fertigung läuft im Zweischichtbetrieb. Manuel Tappeiner leitet zusammen mit seinem Bruder David die Geschäfte. Das Brüderpaar hat 2018 die Firma Berges im Südtiroler Naturns übernommen, 2021 auch Marienheide. Zwei Unternehmen zusammenzuführen, das sei eine Herausforderung, sagt der Geschäftsführer. Die Tappeiner-Brüder setzen auf flache Hierarchien und ein „Shopfloor-Management“.
Das bedeutet, dass die Berges-Beschäftigten laufend über aktuelle Zahlen informiert werden. „Jeder Mitarbeiter kann die Leistung des Teams sehen und erfährt, wie sich Produktionszahlen und Ausschuss entwickeln“, sagt Manuel Tappeiner und betont: „Freies und ehrliches Feedback ist ganz wichtig. Die Mitarbeiter sind die Experten für ihre Arbeit.“ Am Standort in Marienheide werden Industriekaufleute ausgebildet, in Südtirol Zerspanungsmechaniker.
Was Manuel Tappeiner als Südtiroler an Oberberg schätzt? „Wir benötigen hoch qualifiziertes Fachpersonal, und das gibt es hier.“ Ein Problem in Deutschland – auch im Vergleich mit Italien – seien allerdings die hohen Lohnnebenkosten.
Berges exportiert seine Produkte in 50 Länder, der Schwerpunkt bildet Europa und hier insbesondere Italien und Deutschland. Der Umsatz liegt nach Unternehmensangaben bei rund fünf Millionen Euro im Jahr.
100 Jahre Firmengeschichte
1926: Gründung der Maschinenfabrik C.&W. Berges in Marienheide
1940: Erstmals fertigt das Unternehmen stufenlose Verstellscheiben
1970: Gründung der Berges Italiana GmbH in Naturns (Südtirol)
1982: Umzug ins Gewerbegebiet Marienheide-Rodt
2018: Die Berges Mechanics GmbH übernimmt die Berges Italiana, 2021 auch die Berges Antriebstechnik