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Bergisch GladbachPolitik erteilt Bau einer Notsporthalle vorerst eine Absage

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Hinter einem Zaun liegt der Aschenplatz.

Auf dem Aschenplatz auf dem Gelände der Integrierten Gesamtschule Paffrath  soll die umstrittene Leichtbauhalle platziert werden.

Die Verwaltung hält dagegen an dem Projekt fest, weil jeder Zeit wieder die Schließung einer der maroden Sporthallen droht – trotz der hohen Kosten von 4,3 Millionen Euro.   

Als Retter in der Not gedacht, ist sie jetzt erst mal aufs Wartegleis verschoben: die Leichtsporthalle auf dem Gelände der Integrierten Gesamtschule Paffrath. Zum Einsatz sollte sie kommen, wenn mal wieder eine der baufälligen Sporthallen in Bergisch Gladbach von jetzt auf gleich aus Sicherheitsgründen zugemacht werden muss. Aus Sicht der Verwaltung macht das Projekt Sinn. Bei der Politik, abgeschreckt von der hohen Investition in Höhe von 4,3 Millionen Euro, gibt es noch viele Fragezeichen.

Verkehrte Welt: Normal läuft es umgekehrt. Die Politik tritt an die Stadt   mit einem Wunsch heran und die Verwaltung sagt aus Kostengründen ab. „Wir müssen vor die Lage kommen“, betont Alexandra Meuthen in der Sitzung des Schulausschusses. Die Fachbereichsleiterin ruft in Erinnerung, wie groß die Not noch vor einigen Monaten gewesen ist.

Sporthalle kostet 4,3 Millionen Euro

Insgesamt sieben Sporthallen an verschiedenen Schulstandorten waren ab Juni 2025 teilweise zeitgleich für lange Zeit gesperrt: wegen Wasserschäden sowie aus Gründen des Brandschutzes wegen elektronischer Mängel. Der Schul- und Vereinssport an Otto-Hahn-Schulen, Integrierter Gesamtschule Paffrath (IGP) und Nelson-Mandela-Gesamtschule konnte nur eigeschränkt stattfinden. Der Sportkomplex an der Nelson-Mandela Gesamtschule ist immer noch zu.

Um künftig solche Einschnitte verhindern zu können und schnell handlungsfähig zu sein, sei die Errichtung einer mobilen Interimshalle eine Lösung, wenn auch mit 4,3 Millionen Euro teuer: „Jederzeit kann eine der Sporthallen irgendwo in der Stadt wieder ausfallen“, warnt Meuthen. Mittelfristig werde eine solche Ausweichhalle mit Umkleiden in jedem Fall gebraucht, wenn die Halle an der Steinbreche in Refrath saniert werde. Zudem könne eine solche Halle auch für Veranstaltungen genutzt werden.

Als Standort für die Zweifeldhalle ist ein ungenutzter Aschenplatz im rückwärtigen Gelände der IGP ausgewählt worden. Im Herbst 2027 könne der neue Komplex dort stehen. Allerdings ist die Standzeit begrenzt. Mit Beginn der Bauarbeiten für den Neubau der IGP in spätestens drei bis vier Jahren muss das Container-Gebäude versetzt werden.

Erneute Schließungen werden unweigerlich auf uns zu kommen
Thore Eggert, Kämmerer

Infrage kommt laut Verwaltung dann das derzeit brachliegende Tankstellen-Grundstück an der Mülheimer Straße. Die Fläche stehe jedoch nicht sofort zur Verfügung. Erst müssten die Gebäude abgebrochen und Altlasten entsorgt werden. Aber danach könne die Halle dort mindestens 20 Jahre lang genutzt werden.

Die IGP selbst habe im Moment zwar keinen Bedarf an einer Ersatzhalle, räumt Meuthen ein, befürchtet aber: „Erneute Schließungen werden unweigerlich auf uns zu kommen.“ Dezernent Thore Eggert ergänzt: „Wir leisten uns hier keine Extra-Halle.“ Der Bedarf sei auch seitens der Vereine an die Stadt herangetragen worden.

Grüne, SPD und Volt/FWG stellen angesichts der angespannten Haushaltslage vor allem die hohen Kosten sowie die langfristige Effizienz infrage. Robert Talmon (Volt/FWG) hält die zusätzlichen Kosten für die Versetzung, sie betragen laut Verwaltung 43.000 Euro, für nicht gerechtfertigt: „Es ist besser, nach einer Fläche zu suchen, wo das Gebäude dauerhaft stehen kann.“ Anke Außendorf (Grüne) fragt: „Bei all den Problemen, die wir haben, ist das wirklich nötig?“

Die CDU tut sich erst schwer. „Das, was wir letztes Jahr erlebt haben, war Mist“, betont Robert Martin Kraus. Keiner könne garantieren, dass die gerade reparierten Hallen langfristig halten. Zudem würden auch für die großen Karnevalssitzungen Quartiere benötigt. Um einem breiten Konsens willen, schließt sich die CDU der Vertagung der Entscheidung in die nächste Sitzung im September an. Der Beschluss fällt einstimmig aus. Bis dahin soll die Verwaltung genau den Bedarf klären.