Unsere Grüne Glasfaser und Glasfaser Plus haben sich in Marienheide darauf geeinigt, zumindest im Ortskern auf einen Doppelausbau zu verzichten.
GlasfaserausbauIn Marienheide einigen sich zwei Konkurrenten

Mit Glasfaser wird das Internet schneller
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Im Rathaus der Gemeinde Marienheide ist man erleichtert. Nach zähen Verhandlungen haben sich die konkurrierenden Unternehmen „Unsere Grüne Glasfaser“ (UGG) und „Glasfaser Plus“ darauf geeinigt, im Ortskern nur einmal Glasfaserkabel zu verlegen. Die Einigung dürfte dem weiteren Ausbau in Marienheide neuen Schub verleihen.
Anders als von vielen befürchtet – auch von Bürgermeister Sebastian Heimes – müssen die Straßen und Bürgersteige nicht ein zweites Mal aufgerissen werden. Wie Heimes und Tobias Schmitz, im Rathaus zuständig für die Gemeindeentwicklung, erläutern, gilt diese Einigung aber nur für ein begrenztes Gebiet. Das umfasst im wesentlichen die Hauptstraße, die Bahnhofstraße, die Leppestraße und den Kleinbahnweg.
Einigung gilt nicht in den Außenorten
In den Außenorten, in denen beide Unternehmen am Start sind und um Kunden werben, wird es eine solche Einigung wohl nicht geben. Das Telekommunikationsgesetz erlaubt einen solchen Doppelausbau. Die Stadt Waldbröl hatte bei dem Versuch, einen Doppelausbau zu untersagen, vor Gericht den Kürzeren gezogen.
Schmitz und Heimes betonen, dass die Gemeinde keinen Einfluss auf den Ausbau habe, auch nicht auf die Geschwindigkeit, mit der der eigenwirtschaftliche Ausbau betrieben wird. „Wir sind außen vor und bekommen nur die Klagen der Bürgerinnen und Bürger ab“, seufzt Heimes. Dennoch liege Oberberg im Vergleich zu anderen Kreisen in NRW gut im Zeitplan.
Der Ausbau schreitet weiter voran
Im Ausbaugebiet „Marienheide-Mitte “sind von den rund 3000 Haushalten mehr als 60 Prozent erschlossen. Das heißt aber nur, dass dort ein Glasfaseranschluss liegt – was nicht zwingend bedeutet, dass dieser schon genutzt werden kann.
Generell sind die Telekom-Tochter Glasfaser Plus und die UGG trotz der jetzt erzielten Einigung nicht gut aufeinander zu sprechen. „Wir von der UGG sprechen uns noch immer sehr deutlich gegen das doppelte Aufreißen von Straßen oder Grundstücken aus. Der Überbau oder doppelte Ausbau von Straßen ist ökologischer und ökonomischer Unsinn. Man legt ja auch keine zwei Wasser- oder Stromleitungen in die Straßen oder in ein Haus“, heißt es in einer Stellungnahme der UGG. Und weiter: „Wir als Glasfaserausbauers eines anbieter-offenen Glasfasernetzes laden alle kooperierenden Internetanbieter weiterhin ein, in unser Netz zu kommen.“
Auch von Glasfaser Plus liegt unserer Redaktion eine Stellungnahme vor. „Wir können bestätigen, dass im Ortskern von Marienheide im Bereich der Hauptstraße eine Mitverlegung von Glasfaser stattgefunden hat. Der betreffende Abschnitt erstreckt sich über rund 500 Meter.“
Die Verantwortung für die Verzögerungen beim Glasfaserausbau – wir berichteten – sieht man bei der Telekom-Tochter Glasfaser Plus beim Konkurrenten. „Wir haben dem Unternehmen Unsere Grüne Glasfaser mehrfach eine Mitverlegung angeboten, was bisher regelmäßig abgelehnt wurde. Da diese gemeinsame Verlegung erst nach langwierigen Abstimmungen und der Moderation durch die Kommune möglich wurde, gehen wir davon aus, dass dies ein Ausnahmefall bleibt“, heißt es in der Stellungnahme von Glasfaser Plus.
