Die Trägergenossenschaft hinter der Bremer Ladenkette konnte für den Standort fast 725 Anteile verkaufen. Die Freude in der Ortschaft ist groß.
Erfolgreiche KampagneLebensmittelmarkt „Tante Enso“ kommt nach Morsbach-Lichtenberg

Der Lebensmittelmarkt „Tante Enso“ soll in das frühere Verwaltungsgebäude der Firma Brocke einziehen. Dieses befindet sich an der Bergstraße in Morsbach-Lichtenberg.
Copyright: Michael Kupper
Etliche Stunden vor dem Ende der Zeichnungsfrist am Mittwochabend (18. Februar 2026) steht bereits fest: Tante Enso kommt nach Lichtenberg. 600 Anteile müssen her, damit die Bremer Unternehmensgruppe Enso in dieser Ortschaft Morsbachs einen Lebensmittelmarkt eröffnen kann, es ist der erste in Oberberg. Träger ist die Genossenschaft myEnso. „Dass wir 600 schaffen, daran habe ich fest geglaubt“, freut sich Kerstin Wittershagen von der Wirtschaftsförderung der Gemeinde.
Am Ende aber sind es genau 724 Anteile, die Tante Enso auf das frühere Gelände der Firma Brocke lotsen. „Das war echter Mannschaftssport“, schwärmt auch Marco Roth. Der Mann aus dem Nachbarort Wendershagen hat sich als Projektpate engagiert, etwa 40 Anteile verkauft und älteren Menschen sogar Besuche abgestattet, damit diese nach der Schließung des „Lichtenberger Lädchens“ im Dezember 2023 wieder in der Nähe einkaufen können.
Und das geht bei Tante Enso rund um die Uhr: Eine personalisierte Kundenkarte erlaubt jederzeit den Zutritt zu dem Geschäft. Vier Stunden an Tagen von Montag bis Samstag soll dort zudem Personal beschäftigt sein. Einziehen wird der neue Markt in das ehemalige Verwaltungsgebäude von Brocke an der Bergstraße und dort im Erdgeschoss auf rund 280 Quadratmetern Platz finden. Zum Sortiment gehören etwa 3000 Artikel, die durch Waren aus regionaler und lokaler Herstellung ergänzt werden sollen.
Alles zum Thema Bergisches Land
- Energiewende Stadt Leverkusen veranstaltet Infoabend zu Kommunaler Wärmeplanung
- Erfolgreiche Kampagne Lebensmittelmarkt „Tante Enso“ kommt nach Morsbach-Lichtenberg
- Bekannt aus Fernsehserie Schauspieler Thorsten Hamer mit 43 Jahren gestorben
- Brutaler Überfall Seniorin in Bergisch Gladbach im eigenen Haus gefesselt und ausgeraubt
Nicht nur die Dorfgemeinschaft von Morsbach-Lichtenberg hat kräftig die Werbetrommel gerührt
Dafür hat nicht nur die Lichtenberger Dorfgemeinschaft mächtig die Werbetrommel gerührt: Auch die Geschäftsführung des Lichtenberger Unternehmens Walter Hamburger hat tüchtig mitgemischt und den Mitarbeitenden einen Zuschuss in Höhe von 50 Euro zu jedem gekauften Genossenschaftsanteil gezahlt. Ein solcher kostet 100 Euro. „Wir sind dem Ort sehr verbunden und leben selbst in der Nachbarschaft“, erklärt Michaela Schumacher aus der Geschäftsführung.
Zudem wurden Karnevalssausen – wie zuletzt die der Lichtenberger Säuköppe – genutzt, um Anteile an Mann und Frau zu bringen. „Ich bin begeistert, dass das sogar an den Karnevalstagen so gut gelaufen ist“, betont Timo Neuber, Vorsitzender der Dorfgemeinschaft. Bald auch an Sonntagen einkaufen zu können, das sei eine große Bereicherung, urteilt er. „Und für das frühere Brocke-Areal und damit für den ganzen Ort bedeutet Tante Enso eine große Aufwertung.“
Von den Säuköppen seien übrigens 20 weitere Anträge gekommen, verrät unterdessen Kerstin Wittershagen, die solches Papier auf dem Schreibtisch hat. „Am vergangenen Freitag fehlten uns noch 98 Anteile, da haben alle noch mal losgelegt.“
Jetzt, verspricht Wittershagen, werde sich auch das Rathaus ins Zeug legen, den Gelände-Eigentümern Bernd Vankerkom und Erhard Binder aus Gummersbach unter die Arme greifen und den Kontakt zum Oberbergischen Kreis suchen, damit der Weg für den Umbau rasch geebnet ist.
86 Filialen hat die im Jahr 2016 gegründete Enso-Gruppe bisher bundesweit. „Jetzt beginnt die Phase der Mitbestimmung durch die Genossenschaftsmitglieder“, kündigt Regina Gottschalk, Sprecherin von Tante Enso an. „Dafür werden nun Fragebögen zur Gestaltung des künftigen Standorts – von dessen Sortiment bis hin zur Farbe – verschickt.“

