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KarnevalMorsbacher Prinzessinwird vom Ex-Bürgermeister begleitet

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Morsbachs Karnevalsprinzessin Liya I. aus dem Hause Bukowski mit ihrem Vater Jörg auf der Bühne.

Morsbachs Karnevalsprinzessin Liya I. aus dem Hause Bukowski (2.v.r.) wird von ihrem Vater Jörg durch die Session begleitet.

Morsbachs Tollität Liya I. aus dem Hause Bukowski und ihr Vater Jörg sind ein starkes Gespann im Karneval.

Prinzessin Liya I. aus dem Hause Bukowski ist ein absolutes Novum in der weiß-blauen Republik. Sie ist mit ihren 13 Jahren die jüngste Tollität in der mehr als 50-jährigen Geschichte der KG Morsbach. Zudem ist sie – abgesehen vom Prinzenpaar Michael und Verena Lutz – nach Sigrid Stark erst die zweite Frau, die dieses Amt alleine bekleidet.

Der Papa war die Voraussetzung

Mit einem Schmunzeln erinnert sie sich an die Vorgeschichte: „Am Donnerstag hat die KG gefragt, ob ich das machen würde. Ich habe nur eine Nacht darüber geschlafen und am nächsten Tag zugesagt.“ Voraussetzung sei allerdings gewesen, dass ihr Vater Jörg Bukowski sie durch die Session begleitet. Dieser habe seine Bereitschaft sofort erklärt, auch wenn zuvor nach seinem vielfältigem bürgermeisterlichem Engagement in der närrischen Zeit eine karnevalistische Auszeit auf dem Programm gestanden hätte.

Danach ist alles sehr schnell gegangen. Bereits am Freitagabend hatte das Vater-Tochter-Duo den ersten Entwurf für das Motto parat, das in der Endfassung „Kein Prinz und auch kein Dreigestirn in diesem Jahr – die erste Jugendprinzessin der KG Morsbach ist jetzt da. Pferde, Feuerwehr und Karneval, das ist für mich die beste Wahl. Mit euch durch die Session zu gehn, das ist mein Traum in Mueschbech deheem“, lautet.

Künstlerin half beim Sessionsorden

Bei der Gestaltung des Sessionsordens gab es Unterstützung durch die Morsbacher Künstlerin Christiane Vogel und deren Sohn Julian. Dem Motto folgend sollte er die Hobbys der Prinzessin enthalten. Nun reitet sie im Ornat auf einem ungestümen Pferd, in der einen Hand das Zepter, in der anderen ein Strahlrohr, aus dem eine Fontäne schießt. Jörg Bukowski berichtet: „Als wir die Umsetzung von Orden Bley aus Bonn gesehen haben, waren alle begeistert.“ Nicht ganz so einfach war allerdings die Beschaffung des Ornats in einem Brautmodengeschäft. Liya erzählt: „Nach dem Aussuchen waren noch zwei Änderungen nötig, bis es beim vierten Mal passte.“

Seit dem Sessionsstart hat die junge Prinzessin mit ihrem Vater bereits etwa 60 Auftritte absolviert. Bis zum Höhepunkt am Rosenmontag sind es noch einmal rund 15. Keine Schwierigkeiten hat die Schülerin der Leonardo da Vinci-Schule in Morsbach mit Terminen während der Unterrichtszeit: „Da werde ich ganz unproblematisch beurlaubt, die Schule ist ohnehin sehr karnevalistisch eingestellt.“

Lehrer zeigen Verständnis

Verschmitzt lächelnd sagt sie: „Die Lehrer haben auch viel Verständnis, wenn ich mal nicht so viel gelernt habe.“ Neben den Prinzenführern Markus Held und Lars Stark hat Liya zusätzlichen Beistand durch ihre beiden Adjutantinnen Maira Hombach und Victoria Bolte, die sie als Freundinnen schon sehr lange kennt: „Ich brauche mentale Unterstützung von Jugendlichen in meinem Alter.“ Die Konversation mit dem Publikum überlässt sie dann gerne auch ihrem Vater: „Der kennt sich gut mit Reden aus.“ Jörg Bukowski sagt, dass bisher alles sehr gut geklappt habe: „Bis jetzt ist es nicht langweilig geworden.“

Von Vorteil sei, dass er in seinen 16 Jahren als Bürgermeister die KG Morsbach und die Abläufe im Karneval gut kennengelernt habe: „Da einmal auch ganz spontan zu reden, ist absolut kein Problem.“ Zwar habe das Engagement seiner Tochter seinen neuen Job als freier Redner etwas eingeschränkt, doch ließe sich das vereinbaren: „Ich kann mir meine Zeit ja einteilen.“ Besonders unterstreicht er den Einsatz der vielen Helfer im Karnevalsverein, aber auch in seiner Familie. So sorgen seine Frau Jasmin und Liyas Schwester Lina stets für eine perfekte Prinzessinnenfrisur und engagieren sich beim Wagenbau.

„Der Rosenmontagszug wird ziemlich spannend und ich kann es mir eigentlich gar noch nicht so richtig vorstellen“, bekennt Victoria Bolte. Auch Liya verrät, dass sie ein bisschen Lampenfieber vor ihrem Auftritt auf dem Turm des Prinzenwagens hat: „Es ist echt gut, dass Maira und Victoria dabei sind.“ Insgesamt sei die Session jedoch nicht so stressig gewesen, wie sie ursprünglich gedacht hatte: „Irgendwie bin ich ein bisschen traurig, dass es schon bald alles vorbei ist, aber ich bin einfach froh, dass ich das gemacht habe.“