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JahresdienstbesprechungMorsbacher Wehr blickt auf ruhiges Jahr mit 117 Einsätzen zurück

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Die Geehrten der Jahresdienstbesprechung.

In der Kulturstätte Morsbach kamen die Kameradinnen und Kameraden zur Jahresdienstbesprechung mit Rückblick und Ehrungen zusammen.

Bei der Jahresdienstbesprechung zog die Feuerwehr Morsbach Bilanz, ehrte langjährige Mitglieder und lobte den Nachwuchs.

Am Freitagabend trafen sich die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Morsbach zu ihrer Jahresdienstbesprechung in der Kulturstätte Morsbach. „Wir blicken zurück auf ein eher ruhiges Jahr 2025“, sagte Christian Stangier, Leiter der Morsbacher Feuerwehr, nach seiner Begrüßung. 117 Einsätze seien vergleichsweise wenig, zumal sehr viele der 62 Brandalarmierungen wegen geringfügiger Brände erfolgt seien. Zum Vergleich: 2022 gab es mehr als 200. In Erinnerung blieben lediglich der Brand in der Lackieranlage bei der Firma Montaplast und ein brennendes Müllfahrzeug auf der Krottorfer Straße. 55 Einsätze waren technische Hilfeleistungen, davon nennenswert vier Verkehrsunfälle.

Nachwuchs gibt Anlass zur Zuversicht

Stangier dankte dem ehemaligen Bürgermeister Jörg Bukowski für die 16 Jahre andauernde vertrauensvolle Kooperation: „Er hatte stets ein offenes Ohr für die Feuerwehr.“ Der Wehrführer freute sich, dass die Kameraden bei seiner offiziellen Verabschiedung mit einem großen Zapfenstreich beitragen konnten. Er äußerte seine Zuversicht, diese produktive Zusammenarbeit auch mit seinem Nachfolger Jan Schumacher fortzusetzen.

Der Feuerwehrchef lobte die Kooperation mit der Feuerwehr Waldbröl bei der Grundausbildung, zudem wurden viele Lehrgänge, Seminare und Fortbildungen auf Kreis- und Landesebene besucht. Ein Highlight des letzten Jahres sei das 100. Jubiläum des Löschzugs Lichtenberg gewesen, der aus diesem Anlass „mit ganz viel Herzblut“ eine umfassende Chronik erstellt hatte.

Feuerwehr setzt auf Zusammenhalt

„Unsere Jugendfeuerwehr konnte von den ersten Kindern profitieren, die aus der Kinderfeuerwehr gewechselt sind“, freute sich Christian Stangier. Die Besetzung der freigewordenen Plätze in der 21-köpfigen Truppe ist kein Problem: „Über 40 stehen derzeit auf der Warteliste.“ Die Jugendfeuerwehrgruppen in Holpe, Lichtenberg, Morsbach und Wendershagen hätten in Summe sogar 67 Jungen und Mädchen: „Das ist ein super Stand, aber überall ist auch noch ein Platz frei.“ Nahezu alle der 161 Aktiven entstammten der Jugendfeuerwehr.

Ausführlich berichtete er von einer Gerichtsverhandlung in Waldbröl, die wegen der Beschimpfung und Bedrohung von zwei Kameraden anberaumt worden war. Ergebnis: Das Verfahren wurde eingestellt, der Angeklagte muss 250 Euro an eine gemeinnützige Organisation zahlen: „Das war“s. Ernüchternd!“ Solche Ereignisse seien nicht geeignet, die Motivation zu stärken. Im Anschluss beschrieb er den hohen Planungsaufwand für die Ausschreibung von neuen Fahrzeugen und die Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplans. Er freute sich, dass sich Kevin Wirth dazu bereit erklärt hat, zukünftig gemeinsam mit dem seit 2023 amtierenden Christian Haag die stellvertretende Wehrführung zu übernehmen.

Ehrung langjähriger Dienste

„Liebe Kameradinnen und Kameraden, Ihr sollt wissen: So wie sich die Morsbacher Bürger auf Euch verlassen können, dürft Ihr Euch auch auf mich verlassen – und auf den Rat der Gemeinde“, bekannte sich Bürgermeister Jan Schumacher zur Feuerwehr. Er dankte nicht nur den Aktiven, sondern auch den Familien: „Auch sie tragen dieses Engagement mit und müssen oft verzichten.“

„Die Krisen sind komplexer geworden und überlappen sich“, stellte der stellvertretende Kreisbrandmeister Mathias Schneider fest. Zentrales Thema in der Zukunft werde sein, die Resilienz der Gesellschaft zu verbessern: „Es geht nicht nur darum, Krisen zu bewältigen, sondern aus ihnen zu lernen und gestärkt daraus hervorzugehen.“

Schneider war selbst unter den anschließend Geehrten: Für 50 Jahre in der Feuerwehr und ebenso langen, aktiven Dienst erhielt er die Sonderauszeichnung in Gold vom Verband deutscher Feuerwehren sowie das Feuerwehrehrenzeichen in Gold mit Goldkranz vom Land NRW. Musikalisch begleitet wurde die Jahresdienstbesprechung vom Musikzug Wendershagen.


Ehrungen

Für langjährigen, aktiven Dienst erhielten das Feuerwehrehrenzeichen des Landes NRW: Mathias Schneider (50 Jahre, Gold mit Goldkranz); Dominik Solbach (35 Jahre, Gold); Tim Becher, Ulf Kinzelmann, Maik Kösling, Philipp Schöntauf, Christian Stangier, Kevin Wirth (25 Jahre, Silber). Für langjährige Mitgliedschaft wurden mit der Ehrennadel des Verbandes Deutscher Feuerwehren ausgezeichnet: Werner Rossenbach, Johannes Solbach (70 Jahre); Bernhard Frank (60 Jahre); Mathias Schneider (50 Jahre); Ümit Girenizli, Jonas Schindler (10 Jahre).