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Bürgerradweg OdenthalLand übernimmt Planungskosten für mehr Sicherheit im Scherfbachtal

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Ein Auto auf einer engen, unübersichtlichen Landstraße.

Gefährlich für Radfahrer und Fußgänger: die Landstraße im Scherfbachtal.

Die Kommune kann mit der Planung des 1,2 Kilometer langen Teilstücks beginnen. Zentraler Bestandteil ist die Mitwirkung der Bürgerschaft.

Vielen geht es zu langsam voran, nicht zuletzt vielen Radfahrern und Vertretern des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) Odenthal. Nun scheint die Planung des Bürgerradwegs durch das Scherfbachtal aber Fahrt aufzunehmen: Die Planungsvereinbarung zwischen der Kommune Odenthal und dem Landesbetrieb Straßenbau NRW für das 1,2 Kilometer lange Projekt eines kombinierten Rad-/Gehweges an der L 296 zwischen Höffe und Klasmühle sei unterzeichnet, bestätigte André Schade, Fachbereichsleiter Bauen und technische Dienste.

Im Zuge der Arbeiten sollen auch die vorhandenen Durchlässe des Hohlensberger und Lengsberger Siefens instandgesetzt, beziehungsweise optimiert werden. Mit der Vereinbarung habe der Landesbetrieb der Gemeinde zugesichert, die Planungskosten für das Vorhaben zu übernehmen. Die Planungsarbeiten selbst werden in Odenthal geleistet.

Die Mitwirkung der Bürgerschaft ist zentraler Bestandteil

Für die Umsetzung eines Bürgerradweges ist zudem das Engagement der Bürgerschaft zentral, das sehen die Statuten für dieses vom Land NRW geschaffene Instrument so vor. Die Bürger würden daher in die Planung des Vorhabens aktiv eingebunden und wirkten bei der Umsetzung mit, erläutert die Verwaltung. Wie diese Mitwirkung konkret aussehen soll, sei nicht vorgeschrieben: „Möglich ist alles, was nicht direkt den Bauablauf betrifft, von Öffentlichkeitsarbeit bis zur Bereitstellung von Grundstücken für den Bau oder von Lagerflächen für Baumaterial.“

Wie berichtet, wird seit vielen Jahren ein Radweg entlang der vielbefahrenen, engen und kurvenreichen Landstraße durch das Scherfbachtal vom Funkenhof in Odenthal hinauf nach Bechen gefordert, konnte bisher aber nicht realisiert werden. Um das Vorhaben doch noch umzusetzen, hatten sich viele Einwohner für das relativ neue Instrument des Bürgerradwegs stark gemacht.

Das Modellprojekt Bürgerradweg existiert in NRW seit 2005

Diese Möglichkeit existiert als Modellprojekt seit 2005, setzt eine erfolgreiche Bewerbung der Kommune beim Landesbetrieb Straßenbau NRW und die Mitarbeit von Bürgern bei Organisation, Durchführung und späterer Instandhaltung des Weges voraus. Bei positivem Bescheid erstattet der Landesbetrieb bis zu 100 Prozent der Kosten, die Gemeinde übernimmt die Planung und Abwicklung. Die Bürger helfen bei Organisation, Durchführung und Instandhaltung des Bürgerradweges.

„Mit Erteilung der öffentlich-rechtlichen Genehmigungen sowie des Grunderwerbs gilt die Planungsvereinbarung als erfüllt“, erläutert die Verwaltung das Prozedere. Anschließend werde eine ergänzende Ausbauvereinbarung für die spätere Umsetzung angestrebt.

Eine Bürgerinformation ist geplant

Die Planungsphase durchlaufe mehrere Schritte. Zunächst erarbeite ein externes Planungsbüro die für die Genehmigung und den späteren Bau erforderlichen Planungsunterlagen. Sie würden durch den Landesbetrieb Straßenbau NRW für die Freigabe geprüft, da der Landesbetrieb Eigentümer der Landstraße ist.

Anschließend würden die Genehmigungsunterlagen eingereicht, zu denen unter anderem Grunderwerb, naturschutzrechtliche Zustimmungen sowie technische Unterlagen wie die Statik von Ingenieurbauwerken (Stützwänden, Hangabfangungen und Ähnliches) gehörten. Sobald eine genehmigte Planung vorliege, werde man zur Bürgerinformation einladen, so Schade.