Kinder der Grundschule Annastraße haben viele Mängel an Radwegen entdeckt. Jetzt bekamen sie Besuch von Bezirksbürgermeisterin Sabine Müller und übergaben Unterschriften.
Kölner SchülerZweitklässler aus Raderberg setzen sich für sichere Radwege ein

Ryan, Martin und Janosch zeigten Sabine Müller (links) die Engstelle nahe ihrer Schule, an der Fußgänger oft auf dem Radweg gehen. Referendarin Sophie Weßels (rechts) begleitete das Projekt der Schüler für sichere Radweg im Veedel.
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Mit wachem Blick waren Janosch, Ryan und Martin (Namen von der Redaktion geändert) aus der 2c der Grundschule Annastraße in den Straßen rund um ihre Schule unterwegs. Ihr Augenmerk richtete sich auf die Fahrradwege im Veedel: Wo sind diese sicher, und wo wird es für Kinder gefährlich? Das Thema „Sichere Fahrradwege in unserem Veedel“ war Teil eines Unterrichtsprojekts im Deutsch- und Sachunterricht. Ihre Beobachtungen haben die drei Jungs mit ihren Klassenkameraden besprochen, und schnell wurde deutlich: Oft fühlen sich die Kinder auf dem Rad unsicher. Das soll sich ändern, finden die Grundschüler. Janosch, Ryan und Martin sammelten Unterschriften im Veedel für sichere Radwege und schrieben einen Brief an die Bezirksbürgermeisterin Sabine Müller.
Schülerin fuhr gegen eine Autotür
Diese war angetan vom Engagement der Kinder und besuchte die 2c Ende April. Dort ließ sie sich von den Schülerinnen und Schülern ihre Erfahrungen beim Radfahren schildern. Oft seien die Radwege so eng, dass man nicht ausweichen könne, oft seien sie auch sehr hubbelig. „Wenn es keinen Radweg gibt, bin ich schon auf der Straße gefahren, da fahren die Autos ganz schnell an einem vorbei, das ist unheimlich“, erzählte ein Mädchen. „Ich bin auf dem Bürgersteig gefahren, weil es keinen Radweg gab. Da ging an einem geparkten Auto die Tür auf, und ich bin davor gefahren. Das hat total weh getan“, schilderte eine andere Schülerin.
Ein Problem sei auch, dass man auf den Radwegen nicht immer erkennen können, in welche Richtung man fahren dürfe, meinte ein Junge. „Ich habe schon gesehen, wie ein Erwachsener mit seinem Rad in ein Kind mit Rad reingefahren ist, als sie aus unterschiedlichen Richtungen kamen“, beschrieb er. Auch an Einfahrten ist es den Kindern oft unheimlich. „Manchmal kommen die Autos da schnell rausgefahren“, beobachtete ein Mädchen. Auch Bushaltestellen bereiten ihnen oft Probleme, wenn die Fahrgäste nach dem Aussteigen einfach über den Radweg laufen.
Radwege wegen Bäumen sehr schmal
Ein weiteres Problem haben die Kinder gleich in unmittelbarer Schulnähe ausgemacht. Das Schulgelände grenzt an den Raderberggürtel, dort ist der Gehweg aufgrund von Bäumen teilweise so schmal, dass Fußgänger auf den Radweg ausweichen müssen. „Die Bäume sollen aber auf keinen Fall weg“, sind sich die Kinder aber einig.
37 Unterschriften haben Janosch, Ryan und Martin bei ihren Rundgängen gesammelt. „Eigentlich haben alle unterschrieben, die wir gefragt haben“, freuen sie sich. „Das ist wirklich toll, dass Kinder sagen, was sie in ihrem Veedel verbessert haben möchten“, lobte die Bezirksbürgermeisterin. Sie will die Unterschriften und das Anliegen der Kinder in die Bezirksvertretung einbringen. „Wir können daraus eine Bürgereingabe machen. Dafür müssen wir aber genau sagen, was verbessert werden soll“, erklärte Müller. Starten wollten die Kinder mit der Engstelle am Gürtel, die sich Müller von Janosch, Martin und Ryan im Anschluss an den Klassenbesuch zeigen ließ.
Dort bestätigte sich der Eindruck der Kinder sofort. „Das ist wirklich sehr eng hier. Da muss die Verwaltung überlegen, was man machen kann“, sagte Müller. Zugleich machte sie deutlich, dass Veränderungen nicht von heute auf morgen umgesetzt werden könnten: „Das dauert leider immer eine Zeit, aber es ist ein erster Schritt“, sagte sie.