Abo

Nümbrechter GesundheitstageVon Hanf bis Waldbaden

3 min
Dass Wandern gut für die Gesundheit ist, und welche Möglichkeiten es in der Region gibt, darüber informiert das Team des SGV.

Dass Wandern gut für die Gesundheit ist, und welche Möglichkeiten es in der Region gibt, darüber informiert das Team des SGV.

Vor allem Frauen nutzen die vielfältigen Angebote beim zweiten Nümbrechter Gesundheitstag.

Wie sich Hanf auf die Gesundheit auswirkt, warum Bienenstockluft-Inhalationen wohltuend bei Krankheiten wie Asthma und COPD sind und vieles mehr konnte man am Samstag beim 2. Nümbrechter Gesundheitstag im Parkhotel erfahren. An verschiedenen Infoständen und bei Vorträgen stellten Anbieter ihre Produkte und Dienstleistungen vor. Besonders praktisch: Alle Ausstellenden kamen aus der unmittelbaren Umgebung der Gemeinde und zeichneten ein Bild davon, was man vor Ort für Leib und Seele tun kann.

Wolfgang Abegg, Vorstandsmitglied beim Sauerländischen Gebirgsverein (SGV), ist vom Wandern überzeugt. „Wir leben hier in einer Region, in der andere Urlaub machen und unser Mittelgebirge ist auch schon ganz schön fordernd,“ findet er. Und er hat auch Tipps, wie man gesund in den Frühling kommt: „Jetzt, nach dem Winter sparsam, zum Beispiel mit Fünf-Kilometer-Touren starten und dann, wenn möglich, steigern.“

Touren für alle Fitnesslevel

Der SGV biete das ganze Jahr über Touren für die verschiedenen Fitnesslevel an. Ebenso wichtig sei aber die Gemeinschaft, die Einkehr zwischendurch und danach. Passend dazu gab es einen Vortrag von Josef Räkers, dem Leiter der SGV-Wanderakademie NRW. Er informierte über Risikominimierung beim Wandern, den richtigen Einsatz von Wanderstöcken, Schnürsenkelbindung und vieles mehr. Der volle Vortragsraum zeigte, dass der Wanderverein das Interesse der Besucherinnen und Besucher getroffen hat.

Der Mensch braucht den WaldUm ebenfalls viel Natur, allerdings ohne körperliche Anstrengung ging es Waldbaden-Anleiter Benoit Marchal. Er habe sich schon immer im Wald wohlgefühlt, sich aber erst nach einem Schlaganfall, den er vor einigen Jahren erlitten habe, ganz der heilenden Wirkung des Waldes gewidmet. „Der Mensch braucht den Wald, weil der Mensch aus dem Wald kommt, das ist in seiner DNA gespeichert“, versicherte der Experte. Bereits wenige Minuten nach dem Eintreten in den Wald beruhige sich das Zentrale Nervensystem, der Blutdruck reguliere sich und das Immunsystem werde gestärkt, so der gebürtige Franzose. Wahrnehmungs- und Entspannungsübungen, die Marchal bei einem Spaziergang im Park demonstrierte, würden den Effekt noch deutlich ankurbeln.

Größte Anteil der Besucher waren Frauen

Der weitaus größte Anteil der Anwesenden auf der Informationsveranstaltung war weiblich. Das dies kein Zufall war, fand auch Dr. med. Edgar Leißling: „Frauen haben anscheinend ein anderes Verhältnis zu ihrem Körper und achten auf bessere Ernährung.“, führte er in seinem Vortrag „Fit durch Fett“ aus. Dort berichtete er, wie sogenannte „Killerfette“ im Körper Entzündungen förderten, aber auch wie gute Fette, zum Beispiel Omega-3-Fettsäure, positiv Stoffwechsel-aktiv wirkten. Fakt sei, dass es nicht ohne Fett gehe, der Stoff sei Bestandteil jeder Körperzelle und habe wichtige Funktionen im Körper.

In einem weiteren Vortrag behandelte der Mediziner das Thema „Geistig fit bleiben – Alzheimer und Co“. Kampfsport und Selbstverteidigung, Breitensport und Sportabzeichen, Stuhlgymnastik, seelische Gesundheit, Yoga, Kneipp, Brustkrebs-Selbsthilfe und gute Ernährung durch zukunftsfähige Landwirtschaft. Das Angebot war unglaublich breit gestreut.

Konkretes Ziel besser als der Blick auf die Waage

Orientierung auf der persönlichen Reise zu mehr Wohlbefinden bot Anna Emmerich an. Ihre ganzheitliche Beratung setze schon beim individuellen Ziel an: „Ich möchte, dass die Menschen ein eigenes Ziel auswählen, zum Beispiel ,ich möchte wieder mit meinen Enkeln spielen können' oder ,ich möchte mich am Strand wohlfühlen'“, so die Coachin. Denn diese Ziele seien viel motivierender als pure Zahlen auf der Waage. Dann schaue Emmerich mit ihren Kunden nach Bausteinen, die diese auch wirklich in ihren Alltag integrieren können. An ihrem Stand konnte man den Zuckeranteil bei Müsli, Apfelschorle und anderen Lebensmitteln schätzen – für manchen eine Überraschung.

Um fit in den Frühling zu kommen, haben die Oberberger viele Möglichkeiten direkt vor der eigenen Türe. Wie sie diese nutzen, ist allein ihre Entscheidung. Auf der Veranstaltung gab es dazu jedenfalls zahlreiche gute Tipps.