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Bergisch GladbachZur Nacht der Technik öffnen acht Gladbacher Unternehmen ihre Türen

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Eine Mitarbeiterin in einem blauen Overall arbeitet an weißen Laborgeräten in einem Reinraum.

In der „Cell Factory der Zukunft“ des Unternehmens Miltenyi dreht sich alles um die Bekämpfung von Tumorzellen.

Auch Gladbacher Betriebe mit Weltklasse-Technik beteiligen sich an der Nacht der Technik Köln 2026. Der Ticketverkauf hat schon begonnen.

Wer erstklassige Technologie erleben will, muss dafür nicht ins Silicon Valley reisen. Bergisch Gladbach hat auch einiges zu bieten. Hier produzieren Unternehmen, deren Produkte international gefragt sind. Einmal im Jahr lässt sich das live und vor Ort bestaunen und miterleben – bei der Nacht der Technik, in diesem Jahr am Freitag, 3. Juli, von 18 bis 24 Uhr. Seit zehn Jahren ist auch Bergisch Gladbach Teil der Nacht der Technik. Und längst kein bloßer Anhang der Kölner Veranstaltung mehr, wie Hans-Arnold Büscher vom veranstaltenden VDI/VDE-Bezirksverein Köln betont: „Das Cluster Bergisch Gladbach wäre stark genug, für sich alleine zu stehen.“

Den Anstoß für das „Cluster Bergisch Gladbach“ bei der Kölner Nacht der Technik gab Hans Dieter Angerer, vormals Geschäftsführer des Technologie-Parks und heute ehrenamtlicher Ansprechpartner für das Cluster. Der Antrieb war persönlich, wie er bei der Vorstellung des Gladbacher Programms in den Räumen der Firma Miltenyi Biotec berichtet: „Meine eigene Tochter wusste nicht, was sie werden sollte. Dabei gibt es hier um die Ecke Weltunternehmen.“

Bei einigen Stationen muss der Besuch vorab reserviert werden

Drei Standorte der Nacht der Technik liegen in der Bergisch Gladbacher City, drei in Bensberg, zwei am Stadtrand. Kostenlose Shuttle-Busse ab S-Bahnhof Bergisch Gladbach und Busbahnhof Bensberg verbinden alle Stationen. Achtung: Bei einigen Stationen muss der Besuch vorab über die Webseite reserviert werden:

  1. Miltenyi Biotec – Weltmarktführer in der automatisierten Herstellung von Zelltherapeutika; gibt Einblick in die Cell Factory der Zukunft für Besucher.
  2. Deuta-Werke – Hersteller von Sicherheitstechnik für den Schienenverkehr: Fahrdatenrekorder, Geschwindigkeitssensoren und Multifunktionsdisplays für sichere Züge.
  3. Oerlikon Balzers – Beschichtungsspezialist für Präzisionswerkzeuge und Bauteile.
  4. RI Research Instruments – Hochpräzise Komponenten für Medizin- und Energietechnik – Instrumente, die Physikern helfen, die Entstehung des Universums zu erforschen.
  5. Belkaw – Der lokale Energieversorger zeigt am 3. Juli, wie 110.000 Volt auf Haushaltsstrom heruntergeregelt werden, und demonstriert mit Entstörungsfahrzeugen, wie Stromausfälle behoben werden.
  6. Böhnke + Partner Steuerungssysteme – Aufzugssteuerungen für Passagierschiffe, Flughäfen und Krankenhäuser; live zu erleben von der Verdrahtung bis zur Freigabe.
  7. Sutco Recycling Technik (Neuling)– Das Ingenieurbüro realisiert große Recycling- und Sortieranlagen und zeigt, wie moderne Technik aus Abfall verwertbare Rohstoffe macht.
  8. P.J. Schulz – Spezialist für Dichtungstechnik und Schlauchleitungen.

Miltenyi-Technologie ermöglicht weltweit Produktion von CAR-T-Therapeutikum

Was Dr. Boris Stoffel, Geschäftsführer von Miltenyi Biotec, über das Unternehmen berichtete, kann am 3. Juli vor Ort in Augenschein genommen werden. Aus dem Startup, das Stefan Miltenyi 1989 mit fünf Mitarbeitern in einer alten Baracke im Technologiepark gründete, ist eines der zehn größten Unternehmen der Region geworden: über 2000 Mitarbeitende allein am Stammsitz in Moitzfeld, 5000 weltweit. Das Kerngeschäft ist die „autologe CAR-T-Zelltherapie“: Krebspatienten, bei denen Chemotherapien versagt haben, wird Blut abgenommen. Die darin enthaltenen T-Zellen werden außerhalb des Körpers genetisch umprogrammiert, damit sie gezielt Tumorzellen angreifen, und nach zwölf Tagen zurück infundiert. Alle weltweit zugelassenen CAR-T-Therapeutika basieren auf Technologien aus Bergisch Gladbach, so Stoffels: „Es gibt kein zugelassenes CAR-T-Therapeutikum international, das nicht mithilfe von Miltenyi und unseren Technologien hergestellt ist.“

Seit sechs Jahren entwickelt das Unternehmen auch ein eigenes Präparat. Die europäische Zulassung wird demnächst erwartet. Und die Technologie geht über Blutkrebs inzwischen hinaus: Ein Studie mit der Uniklinik Erlangen macht Hoffnung auch für Patienten mit schweren Autoimmunerkrankungen.

Miltenyi Biotech erlaubt Einblick in die „Cell Factory der Zukunft“

Bei der Nacht der Technik gibt Miltenyi Einblick in die „Cell Factory der Zukunft“: eine vollautomatisierte Anlage, in der Zellen für Krebstherapien im geschlossenen System hergestellt werden. Mitarbeitende erklären, warum Biologie und Technik zusammenwirken müssen: „Nur dann entsteht ein internationales Spitzenprodukt.“

Das Ticket kostet zwölf Euro und gilt für alle Stationen in Köln und Bergisch Gladbach. Für Schülerinnen und Schüler, Auszubildende und Studierende ist der Eintritt kostenlos. Die IHK Köln sorgt für freien Eintritt, damit junge Menschen frühzeitig mit der industriell-technischen Berufswelt in Kontakt kommen können, so IHK-Geschäftsstellenleiter Alexander Felsch: „Am Geld soll es nicht scheitern, sich für Technik zu begeistern.“ Beim letzten Cluster-Abend gehörten 40 Prozent der Tickets in diese Kategorie. Insgesamt rechnen die Veranstalter mit bis zu 5000 Interessierten in Köln/Bergisch Gladbach.