Die siebenköpfige Folkrockcombo hat ihre Premiere auf der „Wackinger-Stage“ des norddeutschen Metalfestivals.
RockmusikDer Reichshofer Franz Wüstenberg tritt mit seiner Band beim Wacken-Festival auf

Franz Wüstenberg (l.) hat die Band nach sich selbst benannt. Er ist zuversichtlich, dass „Wüstenberg“ bald auch den Metalfans ein Begriff ist.
Copyright: Jasmin Seidel
Die Band wurde erst vor anderthalb Jahren von dem Reichshofer Franz Wüstenberg gegründet. Am morgigen Donnerstag spielt die nach dem Sänger benannte Band schon beim legendären Wacken Open Air. Die siebenköpfige Folkrockcombo mit Mitgliedern aus Köln, Münster, Dortmund, Siegen, Marburg und eben Reichshof-Dreschhausen hat ihre Premiere auf der „Wackinger-Stage“ des norddeutschen Metalfestivals.
Dass Wüstenberg dort hinpasst, liegt daran , dass diese Musik sanften Folk und poetische Texte mit viel rockiger Energie verbindet. Das erste Album, „The King’s Gambit“ ist im Frühjahr dieses Jahres erschienen, das zweite schon in Planung. Wüstenberg war zudem gerade erst als Vorgruppe von Fiddler’s Green unterwegs und bereitet sich aktuell auf eine eigene Tour vor.
Eines der größten der WeltWacken, das ist eins der größten Hardrock- und Metal-Festivals der Welt. In diesem Jahr feiert es sein 35-jähriges Jubiläum und zieht ab Mittwoch vier Tage lang bis zu 90.000 Metalheads an, die Musik genießen, feiern und gerne auch Mal gut gelaunt in Gummistiefeln dem Schlamm trotzen.
Wer bei Wacken auftritt, spielt neben den ganz Großen
Wacken ist Kult, wer dort als Band neben den ganz Großen wie Judas Priest, Def Leppard oder Europe spielen darf, ist geadelt. Entsprechend riesig ist – neben der Aufregung – auch die Vorfreude bei Sänger und Gitarrist Franz Wüstenberg und seiner Band. Die Band hat vor einige Zeit von der gemeinnützigen Wacken Foundation eine finanzielle Unterstützung erhalten. „Wohlmöglich ist das Team so auf uns aufmerksam geworden. Als die Anfrage von Wacken kam, war das komplett unerwartet und etwas sehr Besonderes“, sagt Franz Wüstenberg. Die Metalheads seien tolle Menschen und gerade auf Wacken sehr offen für andere Musikrichtungen, berichtet der Musiker. Er sollte es wissen, stand er doch als Frontmann mit The O’Reillys and the Paddyhats, die sich dem Irish Punk verschrieben haben, schon zweimal beim Festival vor Publikum.
Die Paddyhats sind inzwischen Geschichte. Franz Wüstenberg zog nach einigen Veränderungen im Leben von Gevelsberg nach Reichshof. Dort genießt er Ruhe und Natur und begann, für das Projekt Wüstenberg Musikerinnen und Musiker zu suchen, die seine Vision von Texten und Klängen mit ihrer Inspiration mittragen würden.
Die der Band zugrundeliegende Vision beschreibt er so: „Ich brauche Druck, Energie, Verspieltheit – aber auch Konflikt, Drama und einen Hauch Melancholie. Genau diese Mischung ergibt in meinen Augen etwas Elektrisierendes, Lebendiges. Und das macht Wüstenberg aus.“ Vielleicht ist gerade die vielfältige Konstellation der Bandmitglieder für diese Mischung so passend. Während Violinistin Béatrice Wissing aus Münster Klassik, vor allem Brahms, liebt, ist der Dortmunder Banjospieler Simon Scherer ausgemachter Metalfan, der Motörhead auch mal richtig laut aufdreht. Diese musikalischen Sichtweisen harmonieren aber bei den Proben in den Musikschulen in Waldbröl und Siegen perfekt, berichtet der Bandgründer.
Jetzt steht die Feuerprobe in Wacken an. Franz Wüstenberg kündigt an: „Bereits am Mittwochabend ziehen wir mit dem Bollerwagen und akustischen Instrumenten über den Camp Ground, um die Fans für unseren 12-Uhr-Auftritt am Donnerstag zu mobilisieren.“ Danach geht’s für die Band auf die erste eigene Tour.
Noch mehr Rock
Auch die vier Oberberger von Ragetrack sind in diesem Jahr zum ersten Mal in Wacken am Start. Die „Rage Against The Machine“-Tribute-Band spielt am heutigen Mittwoch von 17 bis 18 Uhr auf der Clubstage. Auf der Internetseite des Festivals heißt es dazu: „Als eine der bekanntesten ,Rage Against The Machine’-Tribute-Bands fangen Ragetrack aus Engelskirchen die rohe, rebellische Ur-Energie des Originals ein, als hätten die Götter des Rock persönlich die Regler hochgeschoben.“
