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NaturschutzDem Grasfrosch fehlt in Waldbröl-Hermesdorf ein ruhiges Laichgewässer

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Grasfrösche sind heute ohnehin seltener als früher in der Natur anzutreffen. Damit sie in der Waldbröler Ortschaft Hermesdorf für Nachwuchs sorgen können, muss dort das Laichgewässer instandgesetzt werden.

Grasfrösche sind heute ohnehin seltener als früher in der Natur anzutreffen. Damit sie in der Waldbröler Ortschaft Hermesdorf für Nachwuchs sorgen können, muss dort das Laichgewässer instandgesetzt werden.

Der dortige Amphibien-Tümpel kann seinen Zweck schon länger nicht mehr erfüllen: Das Wasser fließt ab. Eine Reparatur soll in Kürze erfolgen.

Ob er in einer Badewanne dümpelt oder Bahnen zieht in einem großen See, das ist dem Grasfrosch ziemlich egal – Hauptsache: Wasser drin. Und das ist immer seltener der Fall beim kleinen Amphibienteich unterhalb von Industriestraße und Lise-Meitner-Straße in der Waldbröler Ortschaft Hermesdorf. Der kann das Wasser nicht halten, oft läuft der Tümpel leer – und das seit Jahren schon.

„Ich warte jeden Moment auf die Nachricht, dass das Gewässer endlich in Ordnung gebracht worden ist“, berichtet Reiner Stegemann von der Waldbröler Ortsgruppe des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) und ärgert sich darüber, dass die eigentlich für das vergangene Jahr zugesagte Instandsetzung nicht erfolgt ist.

Mehrmals hat Stegemann zuvor und immer wieder danach darauf hingewiesen, dass die Tonabdichtung des Teiches nicht standhält und offenbar nicht richtig angelegt worden ist. Dabei sei es gerade jetzt wichtig, dass Wasser da ist: „Die Frösche laichen. Gibt es kein Wasser, trocknen die Gelege aus“, erklärt der Waldbröler Nabu-Mann. Täglich fährt er zu dem kleinen Gewässer und sieht nach, ob dort Laich zu sehen ist. Bisher sei das nicht der Fall.

Ein Bild aus besseren Tagen: Der im Jahr 2020 in Waldbröl-Hermesdorf angelegte Laichweiher ist mi Wasser bestens gefüllt. Heute aber hält er nicht mehr dicht.

Ein Bild aus besseren Tagen: Der im Jahr 2020 in Waldbröl-Hermesdorf angelegte Laichweiher ist mi Wasser bestens gefüllt. Heute aber hält er nicht mehr dicht.

„Wahrscheinlich können wir diese Laichsaison ohnehin abhaken“, bedauert der Experte – etwa mit Blick auf die Alte Lehmgrube der Firma Cronrath: Da waren die Frösche bereits fleißig und haben üppige Laichballen abgelegt. Genau dafür war in Hermesdorf ein erster Teich, vermutlich in den 1980er Jahren, angelegt worden: Als Teil einer Ausgleichsmaßnahme sollte er Amphibien eine Heimat bieten. Und das gelang auch.

Als dann aber erst der Kreisverkehr als Schnittstelle zwischen der Industriestraße und der Lise-Meitner-Straße gebaut und später dann die Lise-Meitner-Straße gründlich saniert, ausgebaut und mit einem Geh-/Radweg ausgestattet wird, muss das alte Gewässer weichen, im Jahr 2020 wird das neue angelegt. Aber: „Die heutigen etwa 100 Quadratmeter sind nur noch ein Drittel der ursprünglichen Wasserfläche“, bedauert Reiner Stegemann. Er hofft, dass Grasfrosch, Molch und Erdkröte dem Teich trotz der trockenen Misere auch weiterhin die Treue halten und ihn genau so nutzen wie in der Vergangenheit.

Gibt es kein Wasser, würde Froschlaich wie dieses Gelege einfach austrocknen.

Gibt es kein Wasser, würde Froschlaich wie dieses Gelege einfach austrocknen.

Im vergangenen Jahr, auch da war der Tümpel trocken, haben der Apotheker und sein Sohn Speißkübel in die Erde gebracht, um den Amphibien mit einem stehenden Gewässer Hilfestellung für den Nachwuchs zu geben. „Das hat sehr gut funktioniert.“ Mit dem Rathaus der Marktstadt steht der Naturschützer ebenso in Kontakt wie mit der Unteren Landschaftsbehörde des Oberbergischen Kreises und dem beteiligten Planungsbüro und der Baufirma.

Auch für Rudolf Bergen, Klimaschutzmanager der Stadt, ist der Fall klar: Da muss etwas passieren. „Der Teich hat nach seiner Fertigstellung nur ein Jahr wirklich gehalten, danach war's immer wieder problematisch.“ Und Stadtsprecher Felix Becher berichtet zudem, dass die Gespräche dazu liefen und Angebote für die Instandsetzung eingeholt seien. „Aufgrund der Witterung – der Boden ist zu feucht – kann dort aber leider noch niemand arbeiten“, schildert er. Auch würden Bauarbeiten jetzt die Amphibien vielleicht verschrecken und vertreiben, ergänzt der Sprecher. „Aber wir sind zuversichtlich, dass es dort bald losgehen kann.“

Jörg Timmermann vom zuständigen Planungsbüro Schumacher in Wiehl rechnet mit etwa zwei bis drei Wochen: „Dann hat die Baufirma Kapazitäten, alle Genehmigungen liegen uns vor.“


Waldböler Nabu-Gruppe startet Wettbewerb für Gärten und Balkone

Die Waldbröler Nabu-Gruppe sucht kleine Oasen und ruft zum ersten Mal Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzer zu einem Wettbewerb auf: Gesucht und prämiert werden naturnah gestaltete und ökologisch wertvolle Gärten und Balkone.

Ob summende Wildblumenwiesen, insektenfreundliche Stauden, Totholzhecken, Steinhaufen oder auch natürlich geführte Gewässer: Gefragt seien kleine Oasen, die Lebensräume für Tiere, etwa Amphibien, Insekten und Vögel, schaffen, teilt die Ortsgruppe mit und denke an Totholzhaufen, unaufgeräumte Ecken, Verzicht auf übermäßige Beleuchtung, Wasserstellen, Nisthilfen und Futterstelle.

Bewerben können sich Eigentümerinnen und Eigentümer von Gärten und Balkonen, die innerhalb der Stadt Waldbröl oder in den Ortschaften der Marktstadt liegen. Die Größe des Gartens sollte entweder bei höchstens 299 Quadratmetern oder bei mehr als 300 Quadratmetern liegen, es gibt zwei Kategorien. Für die Balkone gibt es keine Vorgaben dieser Art. Die gemeldeten Gärten und Balkone sollen voraussichtlich am letzten Wochenende im Mai von einer fachkundigen Jury begangen und bewertet werden.

Wer mitmachen möchte, der ist dazu aufgerufen, sich bis Sonntag, 10. Mai, mit einer kurzen Vorstellung von Garten oder Balkon – gerne auch mit Fotos – zu melden per E-Mail an waldbroel@nabu-oberberg.de. Weiteres zum Wettbewerb findet sich im Internet.

www.nabu-oberberg.de/ortsgruppen/waldbröl