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80-JährigesWaldbröler Karnevalsgesellschaft begrüßte hunderte von Gästen bei der Prunksitzung

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Konfetti regnet es bei der Prunksitzung der Waldbröler Karnevalsgesellschaft vor der Bühne.

Konfetti regnete es bei der Prunksitzung der Waldbröler Karnevalsgesellschaft am Samstag.

Vor ausverkauftem Haus mit rund 450 Gästen startete Prinzessin Emely I. mit dem beliebten Song „Et jitt kei Wood“ von Cat Ballou in die Sitzung.

Die Session steht kurz vor dem Finale und der Straßenkarneval läuft auf Hochtouren. Kurz vor Schluss fanden am Wochenende noch die letzten Sitzungen statt, so auch in Waldbröl. Die Waldbröler Karnevalsgesellschaft (WKG) feierte am Samstag ihre Prunksitzung.

Vor ausverkauftem Haus mit rund 450 Gästen startete Prinzessin Emely I. mit dem allseits beliebten Song „Et jitt kei Wood“ von Cat Ballou in die Sitzung, wobei „Kölle“ durch „Waldbröl“ ersetzt wurde und sie so ihrer Heimat die Ehre erwies.

Prinzessin Emely I. regiert in Waldbröl ganz alleine

Dass Emely ganz alleine regiert, beschert ihr viel Respekt. Seit Jahren ist sie bereits als Gardetänzerin in der WKG aktiv und wollte schon als Kind Prinzessin werden. „Eigentlich ist sie mit 16 schon zu alt für eine Kinderprinzessin, aber da sie trotzdem noch sehr jung ist, heißt sie bei uns einfach Karnevalsprinzessin.“, erklärt Literatin Sabine Schneider-Nosbach. Leider fühlte sich keiner der jungen Männer der Aufgabe gewachsen, Emely als Prinz durch die Session zu begleiten.

Den Beginn der Sitzung machten die kleinsten Gardetänzerinnen. Sie zeigten, dass sie sich vor den Großen nicht verstecken brauchen. Die Band Stadtrand heizte mit ihrem neuen Song „Papajei“dem Publikum ein. Sänger Roman Lob und Keyboarder Marco Lehnertz hatten zuvor eine Wette abgeschlossen, in der Lehnertz behauptete, Waldbröl wäre niemals so laut wie Köln. So laut wie Köln Das konnten die Waldbröler nicht auf sich sitzen lassen und zeigten beim Hit „Köln ist cool“, was Sache ist.

Zuvor hatte Lieselotte Lotterlappen (Joachim Jung) mit ihrem pinken Glitzerrock den Saal zum Strahlen gebracht. Die Jecken brachte sie mit Witz und Gesang in Stimmung. Dazu gehörte ebenfalls der Tontechniker, den sie unter anderem mit dem Witz: „Was sagt ein Pinguin im Beutel eines Kängurus? – Scheiß Schüleraustausch“ auf Kurs brachte. Liselotte schreckt in ihren Darbietungen auch nicht davor zurück, Witzchen über ihren Mann zu machen, deren Kennenlerngeschichte sie wie folgt schilderte: „Mein Mann ist mir zugelaufen. Ich hab nach dem Hund gepfiffen, aber mein Mann war schneller.“

Unter den Besuchen befanden sich neben benachbarten Karnevalsvereinen aus Morsbach, Schönenbach, Asslar oder Oesinghausen, auch die Bewohner des HBW (Heimat Begleitung Wohnen). „Seit über zehn Jahren kommt jedes Jahr eine Gruppe von zirka 20 Leuten aus dem Wohnheim zur Prunksitzung. Sie haben immer einen eigenen Tisch und die Menschen freuen sich schon Wochen vorher auf diesen Abend“, erzählte Alexandra Noiron, Vorsitzende WKG.

Die Einrichtung hat zum Ziel, Menschen mit Beeinträchtigungen diese bestmöglich in das gesellschaftliche Leben zu integrieren. Die Waldbröler Karnevalsgesellschaft feiert in diesem Jahr zudem ihr 80-jähriges Bestehen. Gegründet wurde die WKG im Jahr 1946 auf Initiative von Kaplan Julius Tries. Nur knapp einen guten Monat später fand am 18. Februar die erste Karnevalssitzung im Saal Hoemann statt.