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KalligrafieMuseum für Schreibkultur in Wiehl feiert Jubiläum

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Martin Heickmann zeigt Bürgermeister Ulrich Stücker ein Teil seiner Sammlung.

Zur Sammlung von Martin Heickmann (l.) gehören Schreibmeisterbücher, die er beim Rundgang ebenso wie die anderen Exponate des „Museums für Schreibkultur“ Bürgermeister Ulrich Stücker kenntnisreich erläuterte.

Im Museum für Schreibkultur in Wiehl wurde das zehnjährige Bestehen mit Gästen und einem Tag der offenen Tür gefeiert.

Der Fortschritt ist nicht aufzuhalten. Das zeigt auch gerade dieses Museum, das die Entwicklung der Schreibkultur nachzeichnet. Aus dem Naturprodukt Federkiel entwickelte sich der Federhalter, dann die industriell gefertigte Tintenfeder und später der Kugelschreiber. Und heute wird vieles direkt in den Computer diktiert. Martin Heickmann aber glaubt, dass das Schreiben mit der Hand seinen zeitlosen Wert behalten hat: als „Akt der Entschleunigung und der puren Ästhetik“.

Am Wochenende hat Heickmann das zehnjährige Bestehen seines „Museums für Schreibkultur“ im alten Kirchgut Koppelweide mit einem Tag der offenen Tür gefeiert. Bei einem kleinen Festakt tags zuvor nannte Wiehls Bürgermeister Ulrich Stücker das Museum „eine richtige Perle“. Er glaube, dass Handgeschriebenes oft tiefer durchdacht wird als manch flüchtig dahingetipptes Papier. Allemal sei ein handschriftlicher Brief immer ein Ausdruck besonderer Wertschätzung. Für ihn selbst, verriet Stücker, sei es ein Ritual, zu Hause am Wochenende das Schreibgerät zu reinigen und aufzufüllen, mit dem er   wichtige Dokumente unterzeichnet.

Mehr Platz für Schreibmeisterbücher und Kalligrafie

Das hörte Martin Heickmann gern. Er habe das Museum mit seiner Frau Anne eingerichtet, um einen Ort zu schaffen, der das analoge Schreiben hoch hält. Zu den Gästen der Feier gehörte Marie Luise Wasser aus Morkepütz, die das alte Kirchgut einst zusammen mit ihrem Mann vor dem Abriss bewahrte und heute froh ist, dass sie es 2014 an die Heickmanns verkaufte. „Das hätte auch meinem verstorbenen Mann gefallen“, sagte Wasser beim Gang durch die Ausstellung.

Die Schau hat Heickmann jüngst umgebaut, um seinen Schreibmeisterbüchern mehr Raum zu geben. Dazu gehören Faksimiles von Lehrbüchern aus dem 16. Jahrhundert, Originale aus dem 18. Jahrhundert und Zeugnisse der modernen Kalligrafie wie Arbeiten von Donald Jackson, dem „Kalligrafen der Queen“. Anschaulich wird auch die Herstellung von Pergament und Tinte und die Zurichtung der Federkiele.

Wer Heickmanns Museum besucht, soll nicht nur Schauen, sondern auch machen. Der Schönschreiblehrer freut sich, wenn Kinder alle Scheu ablegen: „Da entstehen dann wunderbare Sachen“, berichtet Heickmann. „Solche Begegnungen sind, was Spaß macht.“

„Wir machen das hier alles ehrenamtlich und nehmen keinen Eintritt“, sagt Martin Heickmann. „Es steht jedem offen, der Interesse hat. Und wer mag, kann sich auch selbst am Federkiel üben.“ Anmelden kann man sich unter (0 22 62) 7 51 05 90. Heickmanns Kalligraphiekurse finden sich in den Programmen der Kreisvolkshochschule und des Katholischen Bildungswerks.