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WohnungsbaugenossenschaftDie Stadt Wipperfürth will mehr günstigen Wohnraum schaffen

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Auf einer Baustelle für Wohnungen und Sozialwohnungen arbeiten Bauarbeiter am Rohbau.

Auf einer Baustelle für Wohnungen und Sozialwohnungen arbeiten Bauarbeiter am Rohbau.

In Wipperfürth nimmt man das Detmolder Modell für die neuen Pläne als Vorbild. Dort war im Dezember 2019 eine Genossenschaft gegründet worden.

Einstimmig hat der Haupt- und Finanzausschuss am Dienstagabend die Gründung der „Kommunalen Wohnungsbaugenossenschaft Wipperfürth“ beschlossen. Das Ziel: Mehr günstigen Wohnraum schaffen, vor allem durch den Bau neuer Sozialwohnungen. Die Stadt nimmt dazu   zwei Partner mit ins Boot: Die städtische Wirtschaft- und Entwicklungsgesellschaft (WEG) sowie die Pyramis Immobilien- und Entwicklungsgesellschaft aus Münster.

Sie soll das notwendige Fachwissen beisteuern und sich als Generalplaner um Projektsteuerung, städtebauliche Entwicklung und Erschließungsplanung kümmern – nach Vorgabe der Stadt – sowie Planung und Bau übernehmen. Die Stadt Wipperfürth bringt geeignete Grundstücksflächen mit ein und erhält dafür eine Verzinsung sowie Anteile an der Genossenschaft.

Wipperfürth: Genossenschaftsmodell bietet einige Vorteile

Wie Kämmerer Jens Groll erläuterte, bietet das Genossenschaftsmodell einige Vorteile: Anders als die Stadt sei eine Genossenschaft bei Bau und Planung nicht an das öffentliche Vergaberecht gebunden, sondern könne frei verhandeln. Dennoch behalte die Stadt entscheidenden Einfluss, da sie zwei von drei Partnern stellt. Wichtig etwa bei der Festlegung von Baustandards, der Höhe der Mieten und der Mieterauswahl.

Darüber hinaus muss die Genossenschaft keine Gewinne zu erzielen, die Einnahmen sollen nur die Unkosten decken. Im Gegensatz dazu ist die städtische WEG verpflichtet, einen Ertrag für den Haushalt der Stadt zu erwirtschaften. Der Ausschuss fasste nicht nur einen Grundsatzbeschluss – der in der nächsten Stadtratssitzung am 7. Juli noch bestätigt werden muss – er diskutierte auch über viele Details des Entwurfs der 44 Paragrafen umfassenden Satzung.

Dabei ging es etwa um die Höhe der Verzinsung für die städtischen Grundstücke, eine Frage von Klaus Felderhoff (UWG). Sabine Förster (AfD) fragte unter anderem nach den Folgen, die eine Einbringung von Grundstücken auf die städtische Bilanz hat, und sie wollte wissen, wer Mitglied der Genossenschaft werden kann. „Auf eine Mitgliedschaft besteht kein Anspruch“, so Groll, natürliche Personen könnten sich jedoch bewerben. Kann eine Kommunale Wohnungsbaugenossenschaft auch Einrichtungen für Obdachlose oder neue Feuerwachen bauen, fragte Alexander Lieth (CDU). Ersteres vielleicht, das zweite wohl nicht, so Groll.

Frank Mederlet (SPD) begrüßte die Initiative der Verwaltung, verweis zugleich aber darauf, dass der Rat bereits 2016 einen ähnlichen SPD-Antrag für mehr Sozialwohnungen beschlossen habe.


Detmolder Modell

Um bezahlbares Wohnen zu ermöglichen, gründete die Stadt Detmold im Dezember 2019 eine Genossenschaft, zusammen mit einer städtischen Tochter und einem privaten Wohnungsbauunternehmen. Die Stadt brachte einen Teil der ehemaligen „Britensiedlung“ mit 44 Wohnungen ein. Diese wurden saniert und waren im Nu vermietet, zu einem Preis von 6,30 Euro pro Quadratmeter.