In unserer Serie über das Ehrenamt stellen wir eine Familienpatin vor, die für die Herbstmühle ehrenamtlich aktiv ist.
Serie „Ehrensache“Familienpatin Vanessa Kielau unterstützt in Oberberg Eltern und Kinder

Hühnerfüttern als Highlight: Familienpatin Vanessa Kielau mit zwei Kindern.
Copyright: Herbstmühle
Der Alltag mit Kindern kann für die Eltern manchmal ganz schön anstrengend sein – das weiß Vanessa Kielau aus eigener Erfahrung. Wie schön ist es da, wenn einem jemand zur Seite steht. Die 46-jährige Frau aus Hückeswagen engagiert sich seit mehr als zweieinhalb Jahren als ehrenamtliche Familienpatin bei der Psychologischen Beratungsstelle Herbstmühle. Einmal pro Woche schaut sie für zwei bis drei Stunden bei „ihrer“ Familie vorbei.
Diese Familie hat vier Kinder, „ich kümmere mich vor allem um die beiden Jüngsten, die noch in die Kita gehen“, erzählt Kielau. „Wir spielen zusammen, bauen mit Lego oder backen Pizza. Manchmal hole ich die Kinder auch aus der Kita ab. Sie sind schon vorher aufgeregt und fragen: Nessa, wann kommst Du?“ Zu den Highlights gehört für die beiden Jüngsten ein Besuch in Vanessa Kielaus Garten, denn da gibt es Hühner und Enten, die man füttern kann.
Selbst positive Erfahrung mit der Herbstmühle gemacht
Zur Herbstmühle kam die Hückeswagenerin, weil sie die Einrichtung selbst als hilfreich erlebt hat. „Ich war alleinerziehende Mutter und berufstätig, hier habe ich Unterstützung erfahren“, berichtet sie.
Vera Orbach arbeitet als Koordinatorin des Familienpaten-Projekts in der Beratungsstelle. Die Grundidee sei, Familien durch kleine, aber verlässliche Unterstützung im Alltag zu entlasten. „Meist sind es die Mütter, die die ganze Care-Arbeit leisten“, weiß Orbach. Eine Familienpatin – Männer seien auch hier eher die Ausnahme – könne helfen, indem sie Zeit Aufmerksamkeit und Verlässlichkeit schenkt. In einem Gespräch bei einer Tasse Kaffee kann die Patin der Mutter vielleicht auch kleine Tipps geben, ohne dabei belehrend aufzutreten. Es geht um Begleitung, nicht Beratung.
Zurzeit gib es sechs Familienpaten
Was zum Erfolg des Projekts bei den Patinnen entscheidend beitrage, sagt Orbach, sei die Niedrigschwelligkeit. „Niemand muss sich auf Dauer verpflichten.“ Zur Zeit kann die Herbstmühle auf sechs Patinnen zurückgreifen, im Alter zwischen Mitte 40 und Ende 70. „Meist sind es die sehr aktiven Frauen, die sich noch anderweitig engagieren“, so Orbachs Erfahrung.
Die Koordinatorin möchte ihr Netzwerk gerne weiter ausbauen und sucht neue Menschen, die Interesse an einer Tätigkeit als Familienpate haben. Nach der Corona-Pandemie sei es schwieriger geworden, Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler zu finden.
Es gibt einen großen Bedarf bei den Familien
„Der Bedarf der Familien ist groß, wir haben eine Warteliste.“ Neue Patinnen und Paten werden auf ihre Aufgabe gut vorbereitet. Vor Beginn findet eine Basisschulung statt, es gibt begleitende Weiterbildungen und regelmäßige Treffen der Patengruppe zur Reflexion, die fachlich begleitet werden. Interessenten müssen keine pädagogischen Vorkenntnisse mitbringen, Erfahrungen mit eigenen Kindern können hilfreich sein. Wichtig sind Empathie, Zuverlässigkeit und Offenheit – auch gegenüber Familien in ganz anderen Lebensverhältnissen.
Melden sich neue Familien, die Interesse an einem Paten haben, führt die Koordinatorin Gespräche und schaut auch zu Hause vorbei. Dann versucht sie, Personen zu „matchen“, bei denen sie davon ausgeht, das es passt. Dabei spielt auch der Wohnort eine Rolle, die Herbstmühle ist in mehreren Kommunen im Kreisnorden aktiv.
Vanessa Kielau möchte ihr Ehrenamt nicht mehr missen. „Man tut etwas Gutes für die komplette Familie, die Kinder vertrauen mir – es ist so schön, was ich zurückbekomme.“ Das deckt sich mit den Erfahrungen von Koordinatorin Vera Orbach. Sie berichtet von einer Familienpatin, die schon seit zehn Jahren dabei ist und in dieser Zeit sechs verschiedene Familien betreut hat. „Wenn man sich wirksam fühlt, dann fühlt es sich gut und richtig an.“
Infos über die Tätigkeit als Familienpate gibt es per E-Mail an vera.orbach@beratung-in-wipperfuerth.de, telefonisch unter 01511/89630 88 und online.
