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Mehr Druck für WasserstoffOvag baut neue Tankstelle in Wipperfürth

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Das Betanken des Wasserstoffbusses ist für Fahrer Harald Schuster längst Routine, Sicherheitsbedenken hat er keine.

Das Betanken des Wasserstoffbusses ist für Fahrer Harald Schuster längst Routine, Sicherheitsbedenken hat er keine.

Seit knapp einem Jahr sind die 15 Wasserstoffbusse der Ovag vom Betriebshof in Wipperfürth im Einsatz.

Seit knapp einem Jahr sind die 15 Wasserstoffbusse der Ovag, die vom Betriebshof in Wipperfürth-Hämmern zu ihren Touren starten, nun in Betrieb. „Wir machen bald mit dieser Flotte die 500.000 Kilometer voll“, sagt Betriebsleiter Sami Dinc. Die Bilanz bisher fällt sehr positiv aus, betont Projektleiter Daniel Schäfer.

Bei einem Rundgang über das Betriebsgelände stellen Dinc und Schäfer den nächsten Schritt im Wasserstoff-Projekt der Ovag vor. Auf einer Wiese hinter der Fahrzeughalle soll eine Wasserstofftankstelle mit zwei Stationen entstehen, so dass zwei Busse gleichzeitig betankt werden können. Das wird maximal 13 Minuten dauern, in der Regel benötige man drei bis fünf Minuten, sagt Harald Schuster, der mit einem der Wasserstoffbusse tankt.

Mobile Tankstelle hat weniger Leistung

Die mobile Einrichtung befindet sich rund 300 Meter entfernt auf dem Gelände einer ehemaligen Waschstraße. Hier steht ein Lkw-Trailer, von dem der Wasserstoff in die Pumpanlage befördert wird. Durch einen dünnen Hochdruckschlauch wird das Gas mit einem Druck von rund 250 bar in die fünf Tanks des Busses befördert. Die befinden sich unter dem Dach und wiegen, komplett befüllt,   35 Kilogramm, informiert Schäfer. Per Leitung wird der Wasserstoff zur Brennstoffzelle transportiert, wo er in Strom umgewandelt wird, der den Elektromotor antreibt. 170 Kilowatt Dauerleistung produziert der Motor, zwischen 200 und 300 Kilometern beträgt die Reichweite. Das reicht für den Betrieb absolut aus, so Dinc, denn die Routen, die vom Betriebshof aus gefahren werden, liegen zwischen 100 und 150 Kilometern.

Bei der jetzigen mobilen Tankanlage gibt es aber einen entscheidenden Nachteil. Je weniger Wasserstoff sich in dem Trailer befindet, desto geringer wird der Druck, mit dem getankt wird. Der Druck reiche nicht aus, um alle Fahrzeuge komplett vollzutanken. Das sei nur zu Beginn möglich, später reiche es nur für 60 Prozent. Man habe den Betriebsablauf danach ausgerichtet, aber um künftig flexibler zu sein, und die Busse vom Typ „Urbino 12 Hydrogen“ des polnischen Herstellers Solaris auch jedes Mal für mögliche längere Zyklen volltanken zu können, wird auf dem Betriebsgelände die neue Tankstelle errichtet. Das Projekt gehe jetzt in die Umsetzung, sagt Schäfer.

Positive Erfahrung mit Wasserstoffbussen

Die Erfahrung mit den Bussen sei positiv. Sowohl von den Fahrern wie auch von den Fahrgästen gebe es viele positive Rückmeldungen. Am Anfang habe es ein paar Kinderkrankheiten gegeben, aber die seien behoben. Mit dem Hersteller gebe es einen Reparatur- und Wartungsvertrag, kleinere Arbeiten würden in der Fahrzeughalle vor Ort erledigt, berichtet Dinc.

Dass Wasserstoff hohe Sicherheitsstandard erfordert, sei allen bewusst. Angst habe er nicht, sagt Fahrer Schuster, für den das Betanken längst Routine ist. Die Tankklappe öffnen, das Erdungskabel anschließen, den Tankverschluss entfernen, den Hochdruckschlauch anschließen, das Ventil öffnen, dann wird das Gas mit aktuell 210 bar in die Tanks gedrückt. Infrarotsensoren messen die Temperatur, die bei dem hohen Druck entsteht und 85 Grad nicht übersteigen darf, denn die speziellen Tanks sind für höhere Temperaturen nicht ausgelegt.