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SchlaglöcherBergisch Gladbach stockt bei Arbeitskolonnen auf

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Das Foto zeigt Schlaglöcher auf einer Straße

Der Winter hat den Straßen stark zugesetzt

In Bergisch Gladbach wird der Einsatz gegen Schlaglöcher auf den Straßen weiter intensiviert.

Drei Arbeitskolonnen kämpfen in diesen Tagen gegen einen tückischen Angreifer. Die Schlaglöcher sind es, und sie machen sich auf den Straßen der Stadt Bergisch Gladbach zunehmend breit. Quasi über Nacht scheinen es mehr zu werden. „3500 Schlaglöcher haben wir bereits beseitigt“, berichtet Gladbachs Erster Beigeordneter Ragnar Migenda (Grüne).

Ob das die Spitze des Eisbergs sei, munkeln manche Autofahrer. Ihnen ergeht es täglich ziemlich übel auf den Straßen der Stadt. Manche Schlaglöcher sind so breit und so tief wie Mondkrater. Wer unvorsichtig über die Vertiefungen hinweg braust, riskiert einen Schaden am Unterbau des Fahrzeug. Also lieber den Fuß vom Gas in diesen Tagen (das ist ja immer empfehlenswert).

Erstmals konnten Bürgerinnen und Bürger Schlaglöcher initiativ bei der Verwaltung melden. Davon haben die Gladbacher reichlich Gebrauch gemacht. In der Verwaltung gibt es neuerdings auch eine Buchführung über die beseitigten Schlaglöcher. Über 3500 seien es in diesem Spätwinter bereits gewesen, zählt der Beigeordnete auf.

Migendas Bilanz

Migendas Tagesbilanz am vergangenen Dienstag, 24. Februar: 74 neue Meldungen von Schlaglöchern auf den städtischen Straßen. Nicht nur die Bürger, auch die Polizei melde sich regelmäßig bei der Stadt. Es ist bei den Schlaglöchern wie mit dem Steinrollen des Sisyphos: Egal, was die Stadt auch macht, es scheint einfach nicht besser zu werden.

Aber die Stadt beschleunigt das Arbeitstempo jetzt. Zu den drei Arbeitskolonnen wird sie versuchen, eine vierte auf dem Markt „einzukaufen“. Wenn der Markt einen vertretbaren Preis hergebe, werde die Stadt zugreifen, kündigte Migenda an. Und falls das Ganze noch immer nicht helfe, werde über eine fünfte Kolonne nachgedacht, ebenfalls über den Markt zu bekommen.

Frost und Tauwetter

Warum aber ist die Situation aktuell derart schwierig mit den Schlaglöchern? Auch in den vorherigen Wintern brachen die Fahrbahnen auf, platzte der Asphalt weg, bretterten Fahrzeuge in die Schlaglöcher. Der Erste Beigeordneter ist auch inoffizieller Meteorologe der Stadt: Der stetige Wechsel von Frost zu Tauwetter habe den Straßen sehr zugesetzt. Mehrmals habe es empfindliche Fröste gegeben, danach wärmeres Wetter. In dieser raschen Abfolge schade dies dem Fahrbahnbelag sehr.

„Wir haben massiv in der Stadt mit diesem Problem zu kämpfen“, informierte Migenda jetzt auch die Politiker im Infrastrukturausschuss. Die Stadt stehe mit diesem Phänomen aber keineswegs alleine da. Der Allgemeine Deutsche Automobilclub (ADAC) habe kürzlich gemeldet, dass dies in ganz Deutschland der Fall sei. Wann die Stadt mit den Reparaturen durch sei, ließ Migenda offen. Die kommenden Vorfrühlingstage mit viel Sonne, lassen zumindest auf keine Verschlimmerung der Lage hoffen.

Dass in den vergangenen Tagen immer wieder Regenwasser in die aufgeplatzten Fahrbahndecken geflossen war, dieses Regenwasser bei Minusgraden fror und sich bei Wärme ausdehnte mit den bekannten Schadensfolgen, hatte die Problemsituation weiter verschärft. Regentage scheinen aber auf dem Rückzug zu sein in den kommenden Wochen. Und das ist eine gute Nachricht für die Straßenpflasterer.