Die Stadt sagt den Bau einer aufblasbaren Sporthalle auf dem Schulhof der Nelson-Mandela-Gesamtschule ab. Dies ist eine gute Nachricht für die Schulleitung.
SchulsportTraglufthalle bleibt in Bergisch Gladbach ein Luftschloss

In Bergisch Gladbach ist der Plan, eine Tragluftsporthalle zu errichten, geplatzt. Das Bild zeigt ein Beispiel für eine Traglufthalle an einem Gymnasium in Euskirchen.
Copyright: Johannes Bühl
Die Traglufthalle, die die Stadt Bergisch Gladbach auf dem Schulhof der Nelson-Mandela-Gesamtschule errichten wollte, ist vom Tisch. Die Verwaltung hat das Bauprojekt aufgegeben. Dies ist eine gute Nachricht für Schulleiter Dieter Will. Von Anfang an hatte die Schule diese große bauliche Veränderung abgelehnt und scharf kritisiert, dass sie in den Entscheidungsprozess nicht einbezogen worden sei.
Die aufblasbare Halle sollte sowohl als Ersatz für den aus Sicherheitsgründen seit 13. Oktober 2025 gesperrten Sporthallenkomplex der Nelson-Mandela-Gesamtschule dienen als auch als Notlösung, um den Schul- und Vereinssport abzusichern für zukünftige Ausfälle von städtischen Turnhallen. Jetzt die Rolle rückwärts: „Es wird keine Traglufthalle geben“, sagt Stadtsprecherin Daniela Fobbe-Klemm auf Anfrage dieser Zeitung. Die Gründe lassen sich kurz und knapp zusammenfassen: „Zu groß, zu teuer.“
Die Einschränkungen für den Schulbetrieb wären zu groß gewesen
Eine erste Prüfung habe ergeben, dass die 14 Meter hohe Halle unter Umständen zu nah an eine Hochspannungsleitung herangekommen wäre, so Fobbe-Klemm. Zum anderen wären die Einschränkungen für den Schulbetrieb sehr großgewesen.
Alles zum Thema Bergisches Land
- Von der Stadt initiiert Leichlinger Künstler kommen bei Kulturaustausch zusammen
- Bergischer Geschichtsverein Zwei Veranstaltungen auf dem jüdischen Friedhof in Opladen
- Hoher Schaden in Lohmar Diebe stehlen tonnenschwere Kupferkabel
- Diebstahl in Lindlar Unbekannte entwenden Minibagger von Steinbruch-Gelände
- Am Aschermittwoch ist nicht alles vorbei NRW-Tipper spielt an dem Tag LOTTO 6aus49 und wird Samstag Millionär
- Schulsport Traglufthalle bleibt in Bergisch Gladbach ein Luftschloss
Mitten auf dem bestehenden Multicourt mit Tartanbodenbelag, dort wo der offene Ganztag über 660 Schülern der Sekundarstufe I Betreuungsangebote macht, sollte die luftgestützte Halle platziert werden. Um 50 Prozent hätte sich der Schulhof verkleinert, hat Schulleiter Will ausgerechnet. Aus Sicht der Schulgemeinde war dies nicht akzeptabel.
„Wir wollen nicht gegen den Willen der Schule handeln, sondern gemeinsam Lösungen finden“, betont die Stadtsprecherin. Die städtische Schulbau GmbH habe nun den Auftrag übernommen, die Reparatur der Elektronik in der Mehrfachturnhalle zu veranlassen. Aktuell würden Angebote eingeholt. Bis nach den Herbstferien, so der Zeitplan, solle die Sanierung abgeschlossen sein.

Die Sperrung der Sporthallen bedeutet für die Nelson-Mandela-Gesamtschule in Bergisch Gladbach einen großen Einschnitt.
Copyright: Anton Luhr
„Dies ist die schnellste und nachhaltigste Lösung und außerdem im Sinne der Schule“, sagt Fobbe-Klemm. Die Kosten für die Elektro-Sanierung stünden zwar noch nicht fest, seien aber allemal günstiger als die Tragluftlösung. Bis zur Instandsetzung müsse die Sporthalle weiterhin für den Schul- und Vereinssport gesperrt bleiben.
Wie Schulleiter Will berichtet, habe inzwischen eine erneute TÜV-Prüfung stattgefunden. Diese sei bei einen Krisengespräch mit Vertretern der Verwaltungsspitze und dem Fachbereich Immobilien Mitte Dezember 2025 vereinbart worden, um die Zweifel Wills an der Notwendigkeit der Schließung der Halle auszuräumen. Dabei seien Mängel bei der Beleuchtung festgestellt worden, die aber wie Will von dem Prüfer erfahren habe, eine Sperrung der Halle nicht rechtfertigen würden.
Die Verwaltung kann kein einziges Gutachten als Nachweis für die Sperrung vorlegen
„Bislang kann die Verwaltung meines Wissens kein einziges Gutachten als Nachweis für die Sperrung vorlegen“, stellt Will fest. Dagegen hatte Fachbereichsleiterin Alexandra Meuthen im Schulausschuss Ende des vergangenen Jahres von „Lebensgefahr“ gesprochen. Die Elektroleitungen in der Sporthalle seien „bröselig“. Es komme immer wieder zu Kurzschlüssen, hieß es.
Einen Tag vor Beginn der Herbstferien war die Nelson-Mandela-Gesamtschule von der Nachricht überrascht worden, dass der Sporthallenkomplex aus sicherheitsrelevanten Gründen zugemacht und nicht mehr nutzbar sei. Die Schulleitung übte damals heftige Kritik an dem Vorgehenden der Verwaltung: „Wir sind vor vollendete Tatsachen gestellt worden. Niemand hatte mit uns vorher gesprochen.“ Einen Vorwurf, den die Stadtverwaltung zurückwies.
Will verspricht sich deshalb von dem TÜV-Bericht endlich Transparenz. Seiner Meinung nach müsse er der Verwaltung inzwischen vorliegen. Damit verbunden sei natürlich die Hoffnung der Schule, dass die Halle schnell wieder freigegeben werden könne. Aber bis dahin wünsche sich Will, dass wenigstens die Umkleiden wieder geputzt würden: „Wenn wir jetzt versuchen, draußen Sport anzubieten, müssen sich die Schüler ja trotzdem irgendwo umziehen können.“
Mit der Absage, auf dem Gelände der Nelson-Mandela-Gesamtschule im Stadtteil Gronau eine Traglufthalle als Notlösung für den kurzfristigen Ausfall von Turnhallen zu platzieren, wird der Bau einer mobilen Interims-Sporthalle in Leichtbauweise umso dringlicher. Aber auch dieses 2 Millionen Euro teure Projekt, das auf dem Grundstück der Integrierten Gesamtschule Paffrath realisiert werden soll, benötige Zeit von bis zu einem Jahr, hieß es zuletzt seitens der Stadtverwaltung.

