Im Gestaltungsbeirat von Bergisch Gladbach ist erneut über das Vorhaben am ehemaligen Postverteilzentrum in Bensberg gesprochen worden
PlanungenBensbergs Post kommt Seniorenquartier näher

Ehemaliges Postgelände in Bensberg
Copyright: Anton Luhr
Die Schloßstraße in Bensberg glänzt neuerdings mit Granitpflaster aus Spanien. Der Stadtgarten auf Bensbergs Höhen ist schon lange fertiggestellt und zum Ausflugsquartier erster Klasse aufgewertet. Und auch beim Deutschen Platz und dem Quartiersplatz im Wohnpark Bensberg geht es jetzt in die Umsetzung. Das Integrierte Handlungskonzept mit Mitteln aus der Städtebauförderung des Landes hat vieles bewirkt für Bensberg und den Nachbarstadtteil Bockenberg.
Eine von 30 Maßnahme: die Entwicklung des ehemaligen Postgeländes. Wohnungen im Zentrum sollten entstehen um den „Hunger“ nach Wohnraum zu stillen. Aber am Bungert hat sich nichts bewegt beim Handlungskonzept. Leerstand drohtDie Bensberger wissen: Der Bungert ist die alte Verteilstation für die Deutsche Post, die sich jetzt nur noch DHL nennt.
Mit Zwischennutzungen
Die Post ist seit langem weg, und mit kleineren Zwischennutzungen dümpelt das Ganze mehr oder weniger attraktiv vor sich hin. Auch am Bungert gilt: Je länger eine Immobilie leer steht, um so schneller wird sie zu einem Schandfleck. Schon im Lauf des vergangenen Jahres hatten sich die Experten Gladbacher Gestaltungsbeirats über Pläne gebeugt, die Projektentwickler für das Postgelände vorsehen. Die Post hat ihre Immobilie zwischenzeitlich verkauft.
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Es soll dort etwas entstehen, was den Bensbergerinnen und den Bensbergern nützt. Die jüngsten Pläne scheinen sich nach Informationen aus dem Fachgremium zu verfestigen. Ein Pflegeheim könnte errichtet werden oder auch barrierefreie Seniorenwohnungen, dann ein Kindergarten und das „klassische Wohnen“, wie es im Beirat heißt.
Empfehlungen des Beirats
Aus dem ehemaligen Postverteilzentrum, von dem einst die gelben Postautos in den Stadtteil rollten, soll ein Quartier für alle Generationen werden. Die Höhe der Bebauung. Das war der strittige Punkt in den Beratungen. Der Beirat, ein Gremium, welches ausschließlich Empfehlungen aussprechen kann, hatte die Projektentwickler ins Gebet genommen.
Zu groß, zu hoch, nicht in die Umgebung passend: Das waren die entscheidenden Hinweise, die in Richtung der Planer gegeben wurden. Zum Jahresende 2025, im aktuellen Bericht des Beirats, sind die Gebäude um ein Geschoss reduziert worden. Bisher vorgesehene Penthousewohnungen entfallen. Auf einem unterhalb geplanten Gebäuderiegel wird auf ein zweites Staffelgeschoss verzichtet.
Weniger voluminös
Zur Straßenseite ergibt sich nach Ansicht des Beirats für den Betrachter ein ansprechenderes Bild. Die Fläche präsentiert sich weniger voluminös. Ein großes Bauvorhaben bleibt es weiterhin, natürlich. Sechs Jahre wird mittlerweile an der Bebauung der Innenstadtfläche gefeilt, zeitweise auch mit einer überwiegend auf Sozialwohnungen ausgerichteten Variante.
Diese Richtung ist mittlerweile nicht mehr akut, stattdessen wird auf Seniorenwohnungen oder auf ein Seniorenheim gesetzt. Die zunehmende Überalterung der Gesellschaft lässt die Planer verstärkt in diese Richtung denken. Wann die Bensberger etwas von den Planungen „live und in Farbe“ sehen können, liegt in der Hand der Projektentwickler. Nach einigen Runden im Gestaltungsbeirat könnte es mit der Umsetzung eines Bebauungsplans konkreter werden.
Ein Bebauungsplan benötigt einiges an Zeit, mit politischen Debatten und einer Entscheidung im Stadtrat zum Abschluss. Auch eine Bürgerbeteiligung wird es geben. Dann können sich auch die Bensberger zu Wort melden und Hinweise und Kritik äußern. Schon 2024 hatte das städtische Planungsamt den Auftakt für ein Bebauungsplanverfahren erwartet, jetzt könnte dies 2026 geschehen. Absehbar ist jedenfalls, dass die Zeit der alten Postverteilstelle Bensberg in einigen wenigen Jahren ablaufen wird.
Dass die entstehenden Wohnungen eher hochpreisig ausfallen könnten, mag sich auch mancher Bensberger vorstellen. Die Zentrumslage im Stadtteil, der Königsforst, die Stadtbahn und die Autobahnauffahrten machen das Wohnen im Bungert attraktiv. Und der Speckgürtel von Köln reicht mittlerweile weit über Bensberg hinaus.

