In Bergisch Gladbach beantragen Grüne und SPD, in Stoßzeiten weitere Ersatzbusse einzusetzen
BahnsperrungGrüne und SPD regen in Bergisch Gladbach zusätzliche Ersatzbusse an

Pinkfarbene Markierungen geleiten die Passagiere zu den Ersatzbussen
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Bekanntlich brauchen die Gladbacher Bahnpendler in diesen Tagen viel Geduld. Bis 3. Juli wird die Strecke nach Köln modernisiert. Ersatzbusse rollen zum Bahnhof in Köln-Mülheim und zum Mauspfad in Dellbrück/Holweide. Es gibt extra S-Bahn-Bikes (vom Rheinisch-Bergischen Kreis finanziert) und auch eine Radpendlerroute nach Köln ist provisorisch ausgeschildert.
Schon 2027 drohen die nächsten Sperrungen über Wochen und irgendwann später wird ja auch das zweite Gleis gebaut werden. Dann sollen die Ersatzbusse 17 Monate lang rollen, eine unvorstellbar lange Zeit. Die Reisezeit hat sich durch die Streckensperrung mehr als verdoppelt.
Busse brauchen viel länger
Die Busse brauchen halt länger als eine Stadtbahn, die auf freier Strecke fährt. Eine harte Zeit für Pendler, keine Frage. Aber reichen die Ersatzangebote aus, um die Reisenden weiter im Öffentlichen Nahverkehr zu halten? Oder wäre ein Umstieg aufs Auto aus Zeitgründen lohnenswert? Für die Umwelt wäre dies eine weniger gute Entwicklung.
Diese Frage haben sich offenbar auch die Politiker von SPD und Grünen in Bergisch Gladbach gestellt. In einem Antrag an die Verwaltung regen sie für künftige Streckensperrnugen ein dichteres Netz an Ersatzbussen an, falls es zu den Stoßzeiten mit den Buskapazitäten nicht reicht. Bislang gibt es auf den beiden Ersatzbus-Strecken zu den Hauptzeiten an Werktagen einen 20-Minuten-Takt, es verkehren Gelenkbusse. Mehr Busse bedeutet: Höhere Ausgaben für den Aufgabenträger.
Gegenfinanzierung wichtig
Das ist auch den Politikern bekannt. Ohne Gegenfinanzierung würde kein einziger Ersatzbus zusätzlich rollen. Vorgeschlagen wird nun, dass die Stadt „maßvoll“ die Parkgebühren erhöhen könnte. Mögliche Mehreinnahmen sollen in Richtung des Schienenersatzverkehrs gelenkt werden. Bislang zahlen die Autofahrerinnen und Autofahrer in der Kreisstadt je nach Zone 50 Cent für 20 oder für 30 Minuten Parken. In der Stunde also 1 Euro oder 1,50 Euro. Das ist im Vergleich zur Nachbarstadt Köln wenig.
Dort sind Parkgebühren von 4 Euro und mehr in der Stunde keine Seltenheit. „Ohne weiter Kompensationsmaßnahmen drohen Überlastungen im bestehenden Netz, längere Fahrzeiten, Ausweichverkehre auf das Auto sowie zusätzliche Verkehrs- und Umweltbelastungen“, heißt im Antrag der beiden Fraktionen, unterschrieben von den Fraktionsvorsitzenden Klaus W. Waldschmidt (SPD) und Theresia Meinhardt (Grüne). Ihr Anlauf soll auch nur greifen, falls es tatsächlich zu Überbelastungen in den Bussen kommt.
Prüfung der Pendlerströme
Dann soll es in den Stoßzeiten weitere Ersatzbusfahrten zwischen Bergisch Gladbach und Bahnhof Köln-Mülheim (Anschluss an die Bahnstrecken) beziehungsweise Dellbrück/Mauspfad (Anschluss an die Stadtbahnstrecke 3) geben. Vorstellen können sich die Fraktionen, auch den Schnellbus 40 Bensberg – Köln öfters fahren zu lassen. Ein neuer Schnellbus von Bergisch Gladbach nach Köln wird ebenfalls vorgeschlagen. Diesen gibt es bislang nicht. Falls im Normalbetrieb eine S-Bahn ausfällt, bleiben Gladbachern nur wenige Möglichkeiten.
Entweder auf den nächsten Zug warten, mit dem Linienbus nach Refrath fahren, dort mit Anschluss an die Stadtbahnlinie 1 oder mit dem Linienbus in Richtung Dellbrück. Ein Schnellbus steht deshalb ziemlich weit oben auf der Wunschliste der Gladbacher.
