Die Zentralwerkstatt von Zanders wird zum Ort für Karnevalssitzungen. Die Schlüssel sind übergeben worden.
SitzungenGladbach feiert Karneval in der Zentralwerkstatt von Zanders

Schlüsselübergabe an die Karnevalisten
Copyright: Christopher Arlinghaus
Der Anblick macht schon was her: Rund 600 Sitzplätze in der Alten Zentralwerkstatt des einstmaligen Papierproduzenten Zanders in Bergisch Gladbach. Technik, Scheinwerfer, Elektronik, eine große Bühne. „Da kann man schon gut feiern“, meint dazu Rainer Furth-Quernheim, Präsident der Karnevalsgesellschaft Große Bensberger. Seit Donnerstag haben die Karnevalsgesellschaften den Schlüssel für die Zentralwerkstatt. Und ab Freitagabend geht es los mit einem einmaligen Erlebnis: Karnevalssitzungen in der beeindruckenden Industriekulisse.

Blick in die Zentralwerkstatt
Copyright: Christopher Arlinghaus
Die Madämchersitzung der Großen Bensberger macht den Anfang. Am Sonntag folgt die Proklamation des gesamtstädtischen Kinderdreigestirns. Es folgen Sitzungen und Veranstaltungen der Närrischen Sander, der Fidelen Böschjonge Bärbroich, der Schlader Botze und der KG Alt-Paffrath; auch die Großen Bensberger kommen erneut vorbei. Sie alle müssen aus ihren Quartieren (Schulaulen usw.) umziehen. Neue Verordnungen zur außerschulischen Nutzung hatten die Veränderungen erzwungen. Stolz präsentierten der Beigeordnete Thore Eggert und Fachbereichsleiterin Alexandra Meuthen die fertig eingerichtete Halle. „Das Brauchtum ist uns wichtig“, sagte Eggert, die Karnevalisten nickten bei dieser Aussage erfreut. Später rief Eggert auch das erste „Jläbbisch Alaaf“ aus, bevor er einen historische Zanders-Schlüssel für die Werkshalle symbolisch an die Vereine überreichte.
Suche mit der Stadt
Seit Sommer hatten die Karnevalisten gemeinsam mit der Stadt überlegt, ob die Zentralwerkstatt der passende Ort für die Karnevalssitzungen sein könnte. Mehrere Begehungen hatten stattgefunden. Intern, so berichtete Alexandra Meuthen, hätten Abteilungsleiterin Sarah Uhrmacher und ihr Kollege Martin von Elten an der Umsetzung mitgewirkt und viele Ideen eingebracht. Manches sei auch in Eigenleistung der Stadt entstanden, Handwerkliches zumeist.
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Mit Veranstaltungen wie dem Zanders-Zauber im Dezember oder dem jüngsten Kongress der Regionale 2025 habe die Stadt wertvolle Erfahrungen für Zwischennutzungen sammeln können. Toilettenwagen sollen an den Veranstaltungstagen für die Besucher zur Verfügung stehen. Die im schicken Blau gehaltenen Stühle seien von der Stadt ausgeliehen worden. Der Karneval könne beginnen, so ihr Resümee. „Ohne die Stadt ständen einige Vereine hier vor dem Aus“, berichtete Große-Bensberger-Vertreter Furth-Quernheim.
Hilfe für das Brauchtum
Die Durchführung der Veranstaltungen habe auch nicht nur mit Feiern zu tun. Es gehe um die Zukunft des Brauchtums. Auch die Förderung der Jugend- und Tanzgruppen gelinge nur mit den Veranstaltungen und ihren Erlösen. Um so dankbarer seien die Karnevalsgesellschaften, dass sich die Stadt derart intensiv eingebracht habe. Mitgebracht hatten die Karnevalistin auch ihre aktuellen Sessionsorden, überreicht an Thore Eggert und Alexandra Meuthen.
Der Karneval in der Alten Zentralwerkstatt wird eine einmalige Angelegenheit bleiben. „Der Bauantrag für den Umbau ist eingereicht worden“, berichtete Alexandra Meuthen. Das heißt: Irgendwann im Laufe des Jahres könnten die großen Sanierungsarbeiten beginnen.
Das Land hat für das Regionale 2025-Projekt bereits Fördermittel in Höhe von rund 10 Millionen Euro an die Stadt übergeben, um aus der Zentralwerkstatt ein Kultur,- Bürger- und Veranstaltungszentrum zu machen. „Auf keinen Fall wird es eine Wiederholung im kommenden Jahr hier geben können“, sagte Eggert.
Die Stadt werde aber auch weiterhin eng an der Seite der Karnevalisten stehen und nach einer Lösung für die Karnevalssession 2027 suchen. Dabei sei wichtig, wie der Baufortschritt in den laufenden Schulsanierungen sei.

