Kritiker dagegen bezeichnen die flächendeckende Einführung der Tonne in Bergisch Gladbach als asozial.
Bergisch GladbachStadt nennt viele Gründe für gelbe Tonnen

In Bergisch Gladbach werden ab Februar 2027 nur noch gelbe Tonnen geleert.
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Dass die gelbe Tonne in Bergisch Gladbach flächendeckend eingeführt wird, stößt bei vielen Anwohnern auf Unverständnis. Dies zeigen die Reaktionen auf den Artikel in der Dienstagsausgabe. Die Stadtverwaltung erläutert auf Anfrage der Redaktion die Gründe dafür, warum die gelben Säcke abgeschafft werden.
Die Verwaltung beruft sich auf den einstimmigen politischen Beschluss des Ausschusses für Infrastruktur und Umwelt aus dem Jahr 2019. Der Abfallwirtschaftsbetrieb habe die Systemfestlegung mit dem dualen System verhandelt und dann dem Ausschuss zur Entscheidung vorgelegt.
Entsorger bietet keine kleineren Tonnen an
Demnach hätten die Dualen Systeme und die Stadt Bergisch Gladbach nur zwei Behältergrößen festgelegt: 240 Liter und 1100 Liter für Großwohnungen. „Abweichungen hiervon obliegen ausschließlich dem Ermessen der Firma Neuenhaus.“ Der beauftragte Entsorger bietet jedoch, wie berichtet, keine Tonnen mit einem reduzierten Fassungsvermögen an.
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Sylvia Wöber-Servaes, Sachkundige Bürgerin der CDU-Kreistagsfraktion, findet deutliche Worte: „Die Einführung der Tonne ist für mich asozial. Für ältere Menschen ist es eine Zumutung und für einen Einpersonenhaushalt geht es am Bedarf total vorbei.“ Sie bittet die Stadt, diesen Beschluss zurückzunehmen oder zu differenzieren.
Anwohner fühlen sich vor vollendete Tatsachen gestellt
Viele Anwohner fühlen sich, wie berichtet, vor vollendete Tatsachen gestellt. Sie fragen: Wo soll ich die riesigen Behälter nur hinstellen? In den Mehrfamilienhäusern, aber auch in vielen Einfamilienhäusern seien die Grundstücke oder Tonnenhäuschen nur auf die bisher drei Sorten ausgelegt – Bio, Papier und Restmüll.
Deshalb würden manche Haushalte da gerne die gelben Säcke behalten. „Ein Misch- beziehungsweise Wahlsystem mit Säcken und Tonnen wird vonseiten der Systembetreiber abgelehnt, da es zu erheblichen Mehrkosten führt“, erläutert Stadtsprecher Patrick Ortmanns.
Die Leerung der gelben Tonnen soll am 1. Oktober beginnen. In einer Übergangszeit bis zum 31. Januar 2027 sind sowohl die gelben Säcke als auch die neuen gelben Tonnen zulässig. Ab 1. Februar 2027 erfolgt dann keine Abfuhr von gelben Säcken mehr.
Ein Pilotversuch oder Ähnliches sei vom Gesetzgeber nicht vorgesehen, erläutert die Verwaltung. Auch aus der Bürgerschaft sei in den letzten Jahren immer wieder der Wunsch gekommen, auf eine Behältersammlung umzusteigen.
Dafür sprechen aus Sicht der Stadt viele Gründe: Ganz oben auf der Liste steht ein verbessertes Stadtbild. Während Säcke häufig herumlägen oder beschädigt seien, sorgten Tonnen für eine geordnete Situation. Die Behälter böten zudem einen Schutz vor Witterung und Tierverbiss. Auch der Umweltgedanke spielt eine Rolle: „Zusätzlicher Plastikmüll durch die Säcke entfällt“, heißt es.
