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RichtfestTurbo-Modulbau für Gymnasium in Bergisch Gladbach wird pünktlich fertig

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Viele Gäste stehen vor dem Rohbau

Freudige Gesichter beim Richtfest für das Klassenhaus am Otto-Hahn-Gymnasium in Bensberg.

Otto-Hahn-Gymnasium in Bensberg gewinnt Wettlauf gegen die Zeit. 120 Fünftklässler können im Sommer in das neue Klassenhaus einziehen. 

Es war ein Wettlauf gegen die Zeit. Aber jetzt steht innerhalb weniger Wochen Bauzeit das Klassenhaus für das Otto-Hahn-Gymnasium im Rohbau. Es ist ein weiterer Turbo-Bau in Modul-Holzbauweise. Der Erweiterungsbau sichert den dringend nötigen Platz für den zusätzlichen G 9-Jahrgang, der im Sommer vor der Tür steht. „Wir werden rechtzeitig fertig“, sagt Sebastian Rolko, Geschäftsführer der Schulbau GmbH, beim Richtfest am Dienstag und macht dabei ein zufriedenes Gesicht.

Denn zu jeder Gelegenheit hatte Schulleiter Karl-Josef Sulski auf den Zeitdruck hingewiesen. Ein Counter auf seinem Schreibtisch zählte die Tage runter bis zu den Sommerferien 2026. Am Dienstag zeigt Sulskis Zähler noch 224 Tage an. Das haut locker hin. „Anfang April soll der Innenausbau des Erweiterungsbaus abgeschlossen sein“, sagt Andreas Libera, Projektleiter Schulbau GmbH. Die Fassade wird mit silbergrauen Platten verkleidet – analog zur Farbgebung des Hauptgebäudes. Dann muss noch möbliert werden.

120 Fünftklässler hätten auf der Straße gestanden

Wäre der Zusatzbau bis August nicht fertig gewesen, hätten 120 Fünftklässler auf der Straße gestanden. Ausgerechnet das einzige Gymnasium im Stadtgebiet, generalsaniert und auf modernem Stand, ist zu klein. Der Grund: Die Planung für die Sanierung des Schulzentrums an der Saaler Mühle mit Gymnasium und Realschule war im Jahr 2017 auf G 8 ausgerichtet gewesen. Die Rückkehr zu G9 war damals noch nicht entschieden.

„Wir haben ja mit der Modulbauweise schon gute Erfahrungen gemacht. Deshalb konnte ich der Schulleitung versprechen, dass das klappt“, sagt Rolko selbstbewusst in seiner Ansprache und wagt Wortspiele mit den drei Buchstaben OHG, Abkürzung für Otto-Hahn-Gymnasium.: „Ohne Hoffnung gestartet“, „Ok, habt Geduld“, „ohne heftiges Gedöns“ und „ok, hat geklappt“.

Die drei stehen nebeneinander un lächeln.

Schulleiter Karl-Josef Sulski, Nick Berghaus und Benedikt Kraus von der Schülervertretung in den neuen Räumen.

Im Laufe der Planungen gab es nämlich ein paar kritische Situationen, die zu bewältigen waren. Wie berichtet, waren die Steigerung der Kosten auf 8,4 Millionen Euro sowie der Standort auf einer früheren Sportfläche, einer Tartanbahn, umstritten. In den dreigeschossigen Ergänzungsbau passen acht Klassenräume à 80 Quadratmeter, im Erdgeschoss befinden sich Differenzierungsräume sowie ein Lehrerzimmer. Die 5. und 6. Klassen werden hier einziehen.

Wie Sulski freut sich Anke Zeppenfeld, stellvertretende Vorsitzende der Schulpflegschaft, dass „doch noch eine Lösung gefunden wurde für den Platzmangel.“ Von den zusätzlichen Klassenräumen profitieren auch die Oberstufenschüler: „Jetzt bekommen wir endlich einen Oberstufenraum“, sagt Schulsprecher Benedikt Kraus.

Oberstufe bekommt endlich einen Aufenthaltsraum

„Bisher mussten wir immer in kleinen Gruppen hin und her wandern, von einer kleinen Sitzecke in der Caféteria zu freien Tischen auf Fluren, um unsere Freistunden zu überbrücken oder Hausaufgaben zu erledigen“, erzählt Nick Berghaus, Mitglied der Schülervertretung.

Das Gebäude besteht aus 36 Raummodulen, fix und fertig vorproduziert in der Fabrik der Firma Kleusberg. „Das schwerste Element wiegt 17 Tonnen“, erläutert Mentor Sinani, Projektleiter vor Ort, „innerhalb von sechs Tagen sind die Module auf Tiefladern angeliefert und montiert worden.“

Bürgermeister Marcel Kreutz ist beeindruckt: „Ich bin sehr angetan davon, in welchem Tempo das geschieht.“ Er freue sich auf viele Termine rund um den Schulbau und verspricht: „Wir werden unser Ziel weiterverfolgen, in allen Schulen eine gute Lernatmosphäre zu schaffen.“

Anders als beim herkömmlichen Hausbau, sieht man hier nicht, wie das Gebäude Stein auf Stein wächst. Auch wenn es bei dem Fertigbau keinen Dachstuhl gibt, findet trotzdem ein Richtfest statt. Das Ritual ist schließlich dazu da, eine emotionale Bindung zu schaffen. In diesem Fall ist es ein geschmücktes Tannenbäumchen, das oben auf dem Dach als Glücksbringer dient. Bürgermeister Kreutz, als Bauherr, und Libera, als Projektleiter, müssen in luftiger Höhe einen Nagel einschlagen.