Die Niederlassung in Gummersbach ist ab 1. Januar 2027 zuständig für die Kundinnen und Kunden aus den beiden Städten. Die Jobcenter bleiben.
Umzug ins DigitaleAgentur für Arbeit schließt ihre Standorte in Waldbröl und Wipperfürth

Die Hauptgeschäftsstelle der Agentur für Arbeit in Bergisch Gladbach schließt ihre oberbergischen Niederlassungen in den Städten Waldbröl und Wipperfürth zum 1. Januar 2027. Hier zu sehen ist der Standort in Wipperfürth.
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Zum 1. Januar kommenden Jahres schließt die Agentur für Arbeit die Geschäftsstellen in Waldbröl und Wipperfürth. Das hat die für das Bergische Land zuständige Hauptgeschäftsstelle in Bergisch Gladbach am Montag angekündigt. Fortan sei der Standort in Gummersbach für Kundinnen und Kunden aus den beiden Städten zuständig, teilt die Behörde zudem mit. Die örtlichen Jobcenter seien von den Schließungen nicht betroffen. Diese sind zuständig für Menschen, die keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld haben oder deren Einkommen nicht für den Lebensunterhalt ausreicht.
Dieser Entscheidung vorausgegangen ist der Arbeitsagentur zufolge eine tiefgehende Betrachtung der Standorte und der Strukturen dort. „Und diese hat gezeigt, dass immer weniger Menschen diese Stellen aufsuchen, aber immer mehr Menschen auf unsere digitalen Angebote zugreifen“, schildert die Sprecherin Regina Wallau. Gerade im Oberbergischen Kreis würden die digitalen Servicemöglichkeiten, etwa im Internet oder in der BA-Mobil-App, bereits sehr stark genutzt, „weil die Entfernungen im Kreisgebiet groß sind und der öffentliche Nahverkehr nicht immer funktioniert“.

Regina Wallau ist Sprecherin der Agentur für Arbeit, Geschäftsstelle Bergisch Gladbach. Diese ist zuständig für Teile des Bergischen Landes.
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Auch blickt Wallau auf den 1. Januar 2024: Damals hatte die Agentur ihre öffentlich zugänglichen Eingangsbereiche in Waldbröl und Wipperfürth geschlossen, der Zugang ist seither nur mit einem zuvor vereinbarten Termin möglich. „Nun ging es darum zu prüfen, ob es sich noch lohnt, Miete für die Büros zu bezahlen und dort Personal einzusetzen, wenn die Zahl der persönlichen Gespräche abnimmt“, erklärt Wallau. Obwohl die Standorte in der Marktstadt und in der Hansestadt zu den kleineren zählten, müsse dort stets viel Personal vorgehalten werden: „Denn wir brauchen ja auch Vertretungen bei Krankheit und Urlaub“, führt die Sprecherin aus.
Ziel sei es, Arbeitsabläufe zu bündeln und Dienstleistungen besser auszutarieren. Etwa 15 Menschen haben Wallaus Angaben zufolge jeweils ihren Arbeitsplatz heute an der Vennstraße 13a in Waldbröl und der Gladbacher Straße 51 in Wipperfürth. Bis Ende dieses Monats haben die Beschäftigten laut Wallau die Wahl, ob sie in Gummersbach weiterarbeiten wollen oder lieber an einen Schreibtisch in den Geschäftsstellen in Leverkusen oder in Bergisch Gladbach wechseln wollen.
Die Jobcenter in Waldbröl und Wipperfürth bleiben und setzen ihre Arbeit an den bekannten Standorten fort
Für die Angestellten in den beiden Jobcentern soll sich derweil nichts ändern, sowohl in Waldbröl als auch in Wipperfürth teilt sich das Jobcenter zurzeit mit der Geschäftsstelle der Arbeitsagentur das Gebäude. „Wir bleiben, wo wir sind“, versichert in Waldbröl Teamleiter Michel Bommer, sein Wipperfürther Kollege Oliver Zimmet betont ebenfalls: „Auch wir behalten unsere Adresse.“ In beiden Städten seien die Mietverträge der Jobcenter unabhängig von den Verträgen der Agentur für Arbeit. Diese wolle, so Sprecherin Wallau, ihre Räume dann am 31. Januar 2027 besenrein übergeben.
Im Rathaus von Waldbröl ist Bürgermeisterin Larissa Weber erleichtert, dass das Jobcenter in der Mitte der Marktstadt bleibt, eben „als wichtige Anlaufstelle für persönliche Beratungen“. Die Schließung der Agentur-Filiale sieht auch die Verwaltungschefin „vor allem als Ausdruck der fortschreitenden Digitalisierung vieler Dienstleistungen“.
„Für die Menschen in den betroffenen Kommunen ändert sich an ihrem Anspruch auf Beratung und Unterstützung nichts“, betont auch Nicole Jordy, die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit in Bergisch Gladbach. Sie habe die örtliche Politik von einiger Zeit über diesen Schritt in Kenntnis gesetzt. „Wir stellen sicher, dass alle Kundinnen und Kunden weiterhin zuverlässig betreut werden – persönlich, telefonisch und digital.“ Neben den beiden Standorten im Kreisgebiet macht die Agentur auch ihre Büros in Wermelskirchen dicht.
Agentur für Arbeit will ihren digitalen Service fortlaufend ausbauen
Die Zahl der als arbeitslos gemeldeten Menschen beziffert die Sprecherin Regina Wallau auf zurzeit 852 in Waldbröl und auf 762 in Wipperfürth. Hinzukämen Menschen, die arbeitsuchend sind, die derzeit an Sprachkursen teilnehmen oder die sich gerade in Umschulungen, Maßnahmen der Weiterbildung oder der Qualifizierung oder auch in einer medizinischen Reha befinden.
Die elektronischen Service-Angebote der Agentur für Arbeit reichen von vielen Anliegen rund um die Arbeitslosmeldung über Anträge auf Leistungen bis hin Terminvereinbarungen. Über die Online-Kanäle seien aber auch persönliche Beratungen möglich. Sie werde ihr digitales Spektrum weiterhin laufen ausbauen, teilt die Bergisch Gladbacher Behörde weiterhin mit.

