Die Katholische junge Gemeinde im Erzbistum ist seit kurzem Träger des Waldheims in Kürten-Dürscheid.
BildungsstätteDas Waldheim in Dürscheid hat einen neuen Träger

Hausleiterin Maren Leuchner am Waldheim in Dürscheid
Copyright: Claus Boelen-Theile
Schulklassen kommen immer gerne ins Waldheim nach Kürten-Dürscheid. Das wird auch Mitte bis Ende Juli so sein, wenn das Schuljahr ausläuft und die Schülerinnen und Schüler Abschied voneinander nehmen. „Die vierten Kassen haben schon gut gebucht“, berichtet Hausleiterin Maren Leuchner. Bis zu 40 Plätze zum Übernachten gibt es im Waldheim, ideal für die Heranwachsenden.

Das Waldheim Dürscheid
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Am Ende der Fahrstraße, am äußersten Winkel von Dürscheid, steht das Waldheim. „Es gibt hier zwei Häuser, das Schlafhaus und das Küchenhaus“, erklärt die Hausleiterin beim Rundgang. Seit kurzem gibt es einen neuen Betreiber: Die Katholische junge Gemeinde (KjG) im Erzbistum hat das Waldheim erworben und plant, den Standort zentral für Bildung, Begegnung und Freizeitgestaltung auszubauen, als neue Kinder- und Jugendbildungsstätte. Zuvor hatte der Verein Catweasel das Haus als Pächter betrieben mit dem Schwerpunkt Abenteuer- und Erlebnispädagogik. „Alles läuft wie gewohnt weiter“, sagt Maren Leuchner, die bereits gebuchten Tagungen blieben bestehen.

Blick in einen Schlafraum
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Für die Katholische junge Gemeinde ist der Erwerb des Waldheims ein Glücksfall, sie sind von Haus Sonnenberg in Voiswinkel nach Dürscheid gewechselt. „Hier gibt es so viel Natur drumherum, das ist ein Paradies“, sagt Maren Leuchner. Die Häuser von Dürscheid halten Abstand, was für die Aktivitäten ein Segen ist.
Wer vom Ort die Straße Winterberg aufsteigt, spürt den Zauber des mitten in der Natur liegenden Waldheims. Von einem Mehrwert für die Region spricht die Hausleiterin. Übernachtungen seien im Waldheim nicht zu teuer, Workshops für Musik oder Kultur könnten auch in der Einrichtung stattfinden. Es brauche keinen Bezug zur katholischen Kirche.

Die Jurte im Wald
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„Wir vermieten immer nur an eine Gruppe, das ist in anderen Häusern anders.“ Im Schlafhaus, der in den 1930er-Jahre entstandenen Keimzelle, gibt es Zimmerchen, die mit bescheidenem Komfort Schlafmöglichkeiten für ein bis vier Personen bieten, es gibt insgesamt elf Zimmer, fünf Einzelduschen und sechs Toiletten. Eine schmale Treppe führt steil in die Schlafgemächer, jedes Zimmer verfügt über ein Waschbecken, überwiegend gibt es Doppelstockbetten.
Fensterchen zum Wald
Durch kleine Fenster können die Gäste in Richtung Wald schauen, manches wirkt auf den ersten Blick wie ein Puppenhaus. Die Zimmer sind untereinander erreichbar, eine Abtrennung über einen Flur gibt es nicht. Für viele Gäste macht dies alles den Unterschied: Dem Charme des Waldheims haben über die Jahrzehnte schon viele Tausend Gäste erlebt.

Die große Wiese mit Überresten eines Klettergartens
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Die Abgeschiedenheit sei der große Vorteil, findet auch die Hausleiterin und sagt, dass hier manches einer frühen Jugendherberge ähnele. In Kürten hatte der Landkreis Wipperfürth Ende der 1920er-Jahre ein Wohlfahrtshaus gebaut, später wurde daraus die Kürtener Jugendherberge. In Dürscheid (das damals zur Gemeinde Bensberg gehörte) entstand zu Anfang der 30er mit dem Waldheim ein ähnliches Projekt, das Haus dürfte etwa ähnlich groß sein wie das der damaligen Jugendherberge.
Es folgten einige Jahre als Unterkunft für Vertriebene, ehe 1955 der Gesamtverband evangelischer Kirchengemeinden in Köln übernahm und bis 2004 als Jugendfreizeitheim betrieb. Danach kam Catweasel. Behutsam, sagt Maren Leuchner, wolle die Katholische Junge Gemeinde das Schlafhaus modernisieren. Ihr Blick geht zur Heizung und zu den Fenstern, dort müsste wohl am ehesten etwas gemacht werden. „Aber wir müssen auch das Geld dafür haben.“
Mit eine Küchenhaus
Das Küchenhaus, in den 70ern dazu gekommen, lässt als Ort der Verpflegung keine Frage offen, Teller, Tassen und riesige Töpfe stapeln sich in den Schränken der Großküche. Die große Spülmaschine sorgt dann für die Reinigung von Porzellan und Geschirr. Gegessen wird gemeinsam im Speisesaal. Buchbar ist das Waldheim als Selbstversorgerhaus oder mit Betreuung durch die KjG. In den kommenden Monaten werde man sehen, wo mit man anfange, erklärt die Hausleiterin.
Renovieren ja, aber auch erweitern Ein weiterer großer Gruppenraum soll entstehen, als Anbau ans Waldheim. Auch ein Atrium im Garten steht auf der Renovierungsliste. Gruppenräume gibt es im Waldheim mehrere,d ie Gäste sollen genügend Platz finden, um über ihre Projekte zu sprechen. Kicker, Tischtennisplatte und Billard dienen der Entspannung. Ums Haus herum liegt Wald. Und eine Wiese. Vormals habe es hier einen kleinen Seilgarten gegeben, erklärt die Hausleiterin die haushoen Pfähle auf der Wiese. Heute dienten sie zur Befestigung von Hängematten. Beliebt sie auch das Übernachten im Zelt auf der Wiese. Ein Mitarbeiter der Katholischen Junge Gemeinde pflegt das Grün und halte es in Schuss.
Haus mit Charme
„Das Haus hat großen Charme“, findet die Hausleiterin. Dass Geld für eine Renovierung in die Hand genommen werden müsse, sei aber auch klar. Unterhalb der Wiese steht die große Jurte. Unheimlich und dunkel wirkt sie von außen, dabei ist das Zelt nach Vorbild skandinavischer Jurten entstanden. In der Mitte ist Platz eingelassen für ein Lagerfeuer, Rauch zieht nach oben ab. Man kann sich hier die Besucher beim Stockbrotbacken vorstellen, der Mond schickt seine letzte Strahlen, bevor die Nacht übers Jugendheim und Dürscheid hereinbricht.
Dass die Katholische Junge Gemeinde vieles vor hat mit dem Waldheim ist zu spüren. Eigene Seminare will der katholische Jugendverband abhalten, und auch der Vorträger Catweasel ist mit einigen pädagogischen Workshops vertreten.
Aus dem vorherigen Standort in Voiswinkel wisse der Verband, dass auch Familien oder Vereine gerne das Haus mieteten. So soll es auch in Dürscheid sein. Der Weg ins Tal, in den Ort, ist trotz der Abgeschiedenheit nicht weit.
Waldheim Dürscheid, Winterberg 52, Kürten-Dürscheid. Einweihungsfeier am Samstag, 13. Juni, ab 17 Uhr. Besichtigung des Hauses ab 16 Uhr.
