Der Rat hat beschlossen: Auf dem Schulgelände in Kürten wird die neue Gesamtschule entstehen. Der Standort ist aktuell noch offen.
Entscheidung gefallenDie Gesamtschule in Kürten wird neugebaut

Das Schulgelände mit Sportplatz (links) und den Schulgebäuden (rechts). Zur Straße hin sind die beiden Sporthallen zu sehen, sie sind mittlerweile im Rohbau erneuert.
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Fast acht Jahre nach Start der Sanierung der Gesamtschule hat der Kürtener Gemeinderat am Mittwochabend für eine Wende im Bauprozess gestimmt. Die bisher geplante Sanierung der Schulgebäude in zwei Bauabschnitten mit Auslagerung der Unterrichtsräume wird gestoppt.
Stattdessen gibt es jetzt eine Vorzugsvariante, die den Neubau der Schulgebäude auf dem Schulgelände vorsieht. Bei Fertigstellung ziehen die Schüler direkt um, ohne teure Auslagerungsgebäude.
Der genaue zukünftige Standort des Neubaus steht noch nicht fest
Wo später gebaut wird, steht aber noch nicht fest und soll im weiteren Verfahren von der Verwaltung ermittelt und dann von der Politik beschlossen werden.
Bislang gibt es Ideen, die Schule auf dem Sportplatz zu bauen oder im benachbarten Steinbruchgelände. Redner von SPD, Grünen und AfD betonten in der Ratssitzung, dass für sie der Erhalt des Sportplatzes zwingend sei. Sollte das Sportgelände genutzt werden, soll es laut den Planungen einen Ersatz-Sportplatz in Nähe der Schule geben. Wo genau, steht nicht fest. Auch was aus dem Platz wird, wo aktuell die Schulgebäude stehen, ist offen.
Fünfeinhalb Jahre soll das beschlossene Projekt dauern
Herstellungskosten von 116 Mio. (einschließlich des schon laufenden Neubaus der beiden Sporthallen) sind prognostiziert, acht Millionen weniger als bei der bisherigen Variante. Fünfeinhalb Jahre soll es ab jetzt dauern, bis das Projekt abgeschlossen ist (das wäre bis Ende 2031), davon zweieinhalb Jahre Bauzeit. Bei fünf Enthaltungen aus der CDU-Fraktion und drei Neinstimmen der Grünen folgte eine große Mehrheit diesem Vorschlag der Verwaltung. Auch die Schule hatte sich vorab für einen Neubau auf dem Schulgelände ausgesprochen.
Bürgermeister Mario Bredow (parteilos) hatte Wortbeiträge als Bürgermeister und als Ratsmitglied vorbereitet. „Für die nächsten 20, 30 oder 40 Jahre kann ich diese Variante guten Gewissens verantworten“, sagte er. Die Varianten seien ergebnisoffen geprüft worden, das sei die Grundlage. „Wir sprechen heute über die größte Investition in der Geschichte der Gemeinde.“ Die Verwaltung habe ihren Auftrag erledigt. Als Ratsmitglied sage er, dass heute über die Zukunftsfähigkeit der Schule beschlossen werde. „Wir entscheiden über unterschiedliche Lösungswege, unterschiedliche Risiken und Chancen.“ Wie von der CDU in einem Ergänzungsantrag gefordert, würden Rat und Fachausschuss umfassend eingebunden.
Ein Neubau ist aus unserer Sicht die sinnvollste Lösung
Michele Monreal, Fraktionsvorsitzende der „Bürger für Bürger“ erklärte, dass der Neubau klare Vorteile biete. „Er lässt sich haushaltsrechtlich besser darstellen und schafft mehr Planungssicherheit.“ Mit einem Totalunternehmer, wie geplant, ließen sich Kosten und Leistungen vertraglich festlegen. Dies reduziere die Risiken. Über den Standort der Schule werde in einem Wettbewerb entschieden. „Ziel muss sein, den bestmöglichen Standort für unsere neue Gesamtschule zu finden, sachlich fundiert und transparent.“ Ausdrücklich sei noch kein Grundstück festgelegt.
Michael Becker von der FDP sagte, dass ein Neubau neue Perspektiven für alle Beteiligten bringe. „Ein Neubau ist aus unserer Sicht die sinnvollste Lösung.“
Laut Willi Schmitz (CDU) führt die Entscheidung zu mehr Klarheit
„Mit der Entscheidung schaffen wir heute Klarheit“, betonte der Fraktionsvorsitzende der CDU, Willi Schmitz. „Es geht um nicht mehr und nicht weniger als um die Zukunft der Gesamtschule.“ Der Rat stehe vor der vielleicht wichtigsten Entscheidung der vergangenen und der nächsten 20 Jahre. Die Verwaltung müsse das Verfahren mit hoher Transparenz, Verlässlichkeit und Klarheit begleiten.
Ohne Sportplatz in Schulnähe gingen Strukturen verloren. Ein Sportplatz sei ein Ort der Integration und des Miteinanders, meinte Michel Hardt (Grüne). Am liebsten würde er eine Vertagung beantragen, aber er sehe, dass es eine Mehrheit für den Neubau gebe.
Ich prophezeie: In zwei Jahren sitzen wir wieder hier und dann kostet es 150 Millionen
„Ein Neubau hat die geringsten Risiken und die geringste Komplexität“, betonte der Fraktionsvorsitzende der SPD, Roland Wisskirchen, die Vorteile der Entscheidung. Der Sportplatz solle erhalten bleiben. Sebastian Weirauch, Fraktionsvorsitzender der AfD, meinte, dass eine Sanierung im laufenden Betrieb mit zehn Jahren Dauer nicht hinnehmbar sei.
„Was machen wir, wenn uns der Platz für den Neubau nicht gefällt“, warf Hermann-Josef Müller (CDU) kritisch auf. Jutta Lentz (Grüne) erinnerte an den CO2-Ausstoß, der durch den Neubau verursacht werde; deshalb werde sie mit Nein stimmen. Peter Brülls (BfB), ehemals Vorsitzender des Sanierungsausschusses sagte, dass nun nach acht Jahren wieder bei Null angefangen werde. „Ich prophezeie: In zwei Jahren sitzen wir wieder hier und dann kostet es 150 Millionen. Das kann es nicht sein.“ Er beteilige sich deshalb nicht an der Abstimmung.
