Abo

Musikalischer WinterzauberKonzerte von „A Cappella Kürten“ und „Kaleidoscope“

3 min
Großer Andrang: Die Kirche St. Michael in Neschen ist beim Winterzauber voll besetzt.

Großer Andrang: Die Kirche St. Michael in Neschen ist beim Winterzauber voll besetzt.

Winter- und Weihnachtsatmosphäre verbreiteten die beiden Chöre „A Capella Kürten“ und„ Kaleidoscope“ bei zwei Konzerten.

Schön, dass Sie hier sind“, begrüßte Stefan Barde das Publikum in der voll besetzten Kirche von Neschen. „Und das trotz Kälte, Nieselregen und der großen Konkurrenzveranstaltung: Couch“, fügte er scherzhaft hinzu. Barde ist der Chorleiter von „A Cappella Kürten“ und des Jugendchores „Kaleidoscope“ aus Wipperfürth. Die Chöre gaben zwei Konzerte im Bergischen Land, eines im Bürgerhaus von Kürten und eines in der Kirche St. Michael. Noch einmal verbreiteten sie den Zauber des Winters.

Ein Konzert, bei dem auch das Publikum zum Chor wird. Die Liedblätter der Christmette lagen noch aus und dienten als Gedächtnisstütze für die dritten und vierten Strophen von „Alle Jahre wieder“ und „O du fröhliche“. Doch der Reihe nach: Das Repertoire von A Cappella ist breit gefächert. Sie singen sowohl traditionelle Chorsätze als auch moderne Popmusik. Immer wieder weist der Chorleiter auf die tiefere Bedeutung der Lieder hin. So bei „You Raise Me Up“. Ein Text, der verstanden werden will, muss die Emotion dort abholen, wo sie sitzt – tief unten. „You Raise Me Up“ mag sprachlich kein Meilenstein sein, doch funktional ist es ein Meisterwerk. Es bedient die Sehnsucht nach Aufrichtung in einer gebückten Welt. Die Botschaft lautet: Ich bin mehr als meine Last, solange ich ein Gegenüber habe.

Solist Niklas Berger singt einen Welthit

Der Solist Niklas Berger singt aufrecht, getragen vom Chorsatz. Das Lied ist ein Welterfolg, geschmiedet aus irischer Melancholie und norwegischem Handwerk. In Neschen wurde es von einem Chor gesungen, der fein und rund klingt. Die sanfte Melodie und das kraftvolle Anschwellen meistern die Sängerinnen und Sänger elegant.

Begleitet werden sie von einer kleinen Combo, die ihr Handwerk versteht und schon seit vielen Jahren zusammen Musik macht. Stefan Barde bedient virtuos das Klavier, Johnathan Pickartz zupft die entspannt klingende Gitarre, Sören Marquard legt mit seiner Bassgitarre das nötige Fundament und Thomas Molitor sorgt mit seinem dezent gespielten Schlagzeug für den nötigen Drive.

Großer Applaus für kleinen Jugendchor

Den brauchte man besonders bei „Driving Home For Christmas“. Leicht und beschwingt sang der Chor, und die Band spielte dazu. Das Publikum bekam sofort beste Laune. Nicht nur hier fiel auf, wie gut die Chöre klingen, die Stefan Barde leitet. Auch der zehnköpfige Jugendchor bestätigte die hervorragende Arbeit des Chorleiters. Er schafft es, in den Proben Sicherheit aufzubauen. Im Konzert leitet er mit Mimik, nimmt seine rechte Hand vom Klavier und gibt mal kurz eine Eins oder den Einsatz. Er vertraut seiner Probenarbeit und der Aufmerksamkeit seines Chores. „Es gehört viel Mut dazu, mit einer so kleinen Besetzung zweistimmig zu singen“, lobte er den Jugendchor. Das Publikum bestätigte den Erfolg mit großem Applaus.

Apropos: Bei den Weihnachtsliedern wurden sie zum Chor. Und wer genau hinhörte, merkte, dass auch beim gemeinsamen Singen alles besser klang als üblich. Der Chorleiter weiß, was getan werden muss: Er bleibt freundlich, locker und begeistert auch die Menschen in den Kirchenbänken. Singen hat eben auch sehr viel mit der persönlichen Befindlichkeit zu tun.