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NachrufHerbert Brühl hinterlässt Spuren in der Geschichte

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Herbert Brühl lächelt in die Kamera.

Mehr als vier Jahrzehnte lang gehörte Herbert Brühl zu den wichtigsten ehrenamtlichen Bodendenkmalpflegern der Region. Jetzt starb er im Alter von 89 Jahren.

Langjähriger Bodendenkmalpfleger aus Schildgen ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Beisetzung an diesem Freitag (5. Juni).

Wer mit Herbert Brühl über einen Acker ging, sah anschließend die Landschaft mit anderen Augen. Wo andere nur Erde, Steine oder abgeerntete Felder wahrnahmen, entdeckte er Zeugnisse längst vergangener Zeiten. Mehr als vier Jahrzehnte lang gehörte er zu den wichtigsten ehrenamtlichen Bodendenkmalpflegern der Region. Nun ist Herbert Brühl am 21. Mai im Alter von 89 Jahren gestorben.

Geboren wurde er am 8. Juli 1936. Gemeinsam mit seiner Frau Gisela widmete er einen großen Teil seines Lebens der archäologischen Spurensuche im Bergischen Land. Ihr Engagement begann Mitte der 1970er Jahre im Zusammenhang mit dem Bau der Großen Dhünn-Talsperre. Während Bagger eine ganze Landschaft veränderten, retteten die Brühls zahlreiche Zeugnisse der Vergangenheit vor dem Vergessen.

Herbert Brühl war weit mehr als ein leidenschaftlicher Sammler.

Bei unzähligen Feldbegehungen entdeckten sie Tonscherben, Feuersteine, Pfeilspitzen, Schmuckstücke und viele weitere Fundstücke. Jahr für Jahr trugen sie Erkenntnisse zur Frühgeschichte der Region zusammen. Ihre Arbeit widerlegte dabei auch das lange verbreitete Vorurteil, rechtsrheinisch sei zur Römerzeit kaum etwas geschehen.

Herbert Brühl war dabei weit mehr als ein leidenschaftlicher Sammler. Mit geschultem Blick, großem Fachwissen und unermüdlicher Ausdauer half er, die Besiedlungsgeschichte des Bergischen Landes besser zu verstehen. Einer seiner bedeutendsten Funde war ein sogenannter „Napoleonshut“, ein nahezu dreieckiger Mahlstein aus der Eisenzeit, den er gemeinsam mit seiner Frau nahe der Eifgenburg entdeckte. Der Fund lieferte wichtige Hinweise auf eine frühe Besiedlung des Gebietes.

Für Verdienste ebenso mit dem Rheinlandtaler wie mit dem Odenthaler geehrt

Für ihre Verdienste wurden Gisela und Herbert Brühl mit dem Rheinlandtaler und 2021 mit dem „Odenthaler“, dem Ehrenamtspreis der Gemeinde Odenthal, ausgezeichnet. In seiner Laudatio würdigte der Leiter der Overather Außenstelle des Amtes für Bodendenkmalpflege im Rheinland, Dr. Jens Berthold, die außergewöhnliche Lebensleistung der beiden damals. Ihr Engagement sei älter als die Datenbanken der Denkmalpfleger, sagte er damals augenzwinkernd.

Bis ins hohe Alter blieb Herbert Brühl seiner Leidenschaft treu. Die Geschichte lag für ihn nicht in Büchern allein, sondern direkt vor der Haustür – verborgen unter Wiesen und Äckern. Er gehörte zu jener seltenen Art von Heimatforschern, die Wissenschaft und ehrenamtliches Engagement miteinander verbanden.

Mit Herbert Brühl verliert die Region einen kenntnisreichen Bodendenkmalpfleger, einen aufmerksamen Beobachter der Landschaft und einen Menschen, der half, die Geschichte des Bergischen Landes sichtbar zu machen. Seine Spuren werden bleiben – in den Archiven der Denkmalpflege ebenso wie in den vielen Geschichten, die ohne ihn niemals erzählt worden wären.

Die Trauerfeier mit anschließender Urnenbestattung findet an diesem Freitag, 5. Juni, um 11 Uhr auf dem Waldfriedhof in Schildgen statt.