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VandalismusUnbekannte zerstören wertvolles Weihwasserbecken im Altenberger Dom

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Eine Steinsäule mit Weihwasserbecken liegt zerbrochen am Boden, eine Metallschale daneben, Wasser ist ausgelaufen.

Wohl mutwillig zerstört wurde die historische Weihwasserstele im Altenberger Dom.

Das ehemalige Taufbecken stammt aus dem Mittelalter und muss nun aufwendig restauriert werden.

Zerstörungswut im Altenberger Dom? Vermutlich gewaltsam umgeworfen wurde die historische Weihwasserstele aus dem 13./14. Jahrhundert, die normalerweise im Eingangsbereich der gotischen Kirche steht. Beim Aufschlagen auf den Steinboden zerbrach die 1,14 Meter hohe Stele. Das Weihwasserbecken löste sich von der Säule und trug nach erster Einschätzung auch noch Schäden am Relief davon. Auch die Metallschale fiel zu Boden, das darin enthaltene Weihwasser lief aus.

Entdeckt wurde die zerstörte Stele, als Falk Musielik, Küster der Evangelischen Domgemeinde, am Montagabend die Kirche gegen 19 Uhr routinemäßig für die Nacht abschießen wollte. Wann genau de Stele zerstört wurde, lasse sich nicht exakt sagen, so Thomas Taxacher, katholischer Pfarrer in Altenberg, lange sei der Schaden aber nicht unbemerkt geblieben, meint er, obwohl der Montag gewöhnlich einer der besucherärmeren Tage in Altenberg ist.

Der Altenberger Dom soll tagsüber weiter geöffnet bleiben

Taxacher fühlt sich an die Vandalismusschäden in der Kirche St. Laurentius in Bergisch Gladbach erinnert, die jüngst für Aufregung sorgten. Trotz des Schadens wolle man den Altenberger Dom tagsüber weiterhin geöffnet halten, betonte Taxacher, müsse aber vielleicht überlegen, ob man für mehr Sicherheit sorgen könne.

„Da hat sich jemand ausgetobt und die Stele mit Wucht umgeschmissen“, ist sich Adam Mainusch, der katholische Küsterkollege von Musielik sicher. Ein Missgeschick eines Besuchers schließt er aus: Denn der massive Naturstein sei schwer und könne, wenn er bei besonderen Anlässen zur Seite gestellt werden müsse, überhaupt nur mühsam wie ein Fass rollend bewegt werden. „Den kann kein Mann heben“, meint Mainusch.

Nach der Inventarliste der Kirche stammt die Weihwasserstele aus dem Spätmittelalter und wurde in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts überarbeitet. Die Säule trägt ein oktogonales, wohl gotisches Becken, das ursprünglich als Taufbecken gedient hat. Das historische Stück werde nun abgeholt und restauriert, berichtet Taxacher, der hofft, dass die Stele bald wieder zurückkehrt, denn in der Osternacht steht auch das frische Weihwasser im Zentrum.