Alban Sikiraqa führt das Café in die nächste Generation und ist dabei sozial engagiert.
Café CortinaNeuer Betreiber engagiert sich sozial

Sie freuen sich über eine gelungene Spendenaktion: Fidaim Hajzeri, Leitung Café Eschbach (v.l.), Axel Goersmeier und Stefan Alzer, Leitung der Kinder- und Jugendhilfe Maria Schutz, Alban Sikiraqa, Betreiber der Cafés Eschbach und Cortina und Jenny Neu, Öffentlichkeitsarbeit Maria Schutz.
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Das Eiscafé Cortina ist in Overath eine Institution. Seit 59 Jahren gibt es die Eisdiele, direkt an der Hauptstraße gelegen, zu der Eltern, die selbst in ihrer Jugend in den Genuss der kühlen Köstlichkeit kamen, ihre Kinder mitnehmen. Dass es die Eisdiele noch gibt, hat sich durch Zufall ergeben, wie der heutige Betreiber, Alban Sikiraqa, erzählt.
„Ein Freund von mir hat in einem Artikel vom Kölner Stadt-Anzeiger gelesen, dass die vorherigen Besitzer, Otello und Silvia Meneghetti, aus Altersgründen aufhören wollten, aber keinen Nachfolger finden konnten“, berichtet Sikiraqa. Der Freund habe ihn gefragt, ob das nichts für ihn sei, denn der dreifache Familienvater führte bereits ein Café in Untereschbach. Damit war er eigentlich ausgelastet. Als auch sein Großhändler ihn darauf ansprach, drängte sich der Gedanke doch auf. „Samstags fahre ich gerne Motorrad. Da dachte ich, ich schaue mal vorbei.“
Kein Nachfolger in Sicht
So kam Sikiraqa ins Gespräch mit Otello Meneghetti, der ihm erklärte, dass er sich nur schweren Herzens von seinem Café trennen könne. Die Aussicht auf eine Schließung ohne Nachfolger sei für Meneghetti eine schmerzhafte gewesen.
Berührt von der Geschichte und der Bindung, die Meneghetti zu seinem Laden hatte, fasste sich Sikiraqa ein Herz und übernahm das Café Cortina im März vergangenen Jahres. Seither, so dürften Besucher bemerkt haben, hat sich nichts verändert. Sikiraqa hat es so gelassen, wie es die Overather kennen. Nur das Eis wird nicht mehr auf die gleiche Art und Weise gemacht. „Die Meneghettis haben es im Warmverfahren gemacht, in dem die Milch aufgekocht und pasteurisiert wird. Ich mache es im Kaltverfahren“, erklärt der neue Betreiber. Die Kugel kostet 1,70 Euro.
Neben den klassischen Sorten gibt es neuerdings das „Eis der Woche“, so zum Beispiel vegane Zartbitterschokolade, Snickers oder Joghurt-Holunder. Außerdem gibt es weiterhin italienische Kaffeevariationen und Kaltgetränke. „Was manche vielleicht nicht wissen, ist, dass man wieder zum hier Essen bleiben kann. Otello hat in den letzten Jahren nur noch Eis zum Mitnehmen angeboten.“
Sikiraqa werde bis heute auf die Meneghettis angesprochen. Auch wenn Silvia Meneghetti mit dem Knie Probleme habe und sich deshalb in Reha befinde, gehe es den beiden gut.

Nicht nur zuschauen, selbst mit anpacken durften die Kinder am Gelato-Day.
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Während er nun überwiegend in Overath das Geschäft führt, ist es sein Cousin Fidaim Hajzeri, der in Untereschbach zuständig ist.
Sein Herzblut steckt Sikiraqa aber nicht nur ins Geschäft, sein Herz schlägt auch für die Jugend. „Mein ursprünglicher Traum war es, Sozialpädagoge zu werden.“ Doch, wie Sikiraqa es formuliert, „wenn die Gastronomie einen erst einmal hat, kommt man so schnell nicht mehr los“. Da er für ein Ehrenamt nicht die nötige Zeit hat, engagiert er sich auf andere Weise. So hat er zum Beispiel eine mobile Eistheke. Wenn in Untereschbach im Sommer die Jugendturniere laufen, verleiht er seine Theke an den örtlichen Fußballverein, damit der das Eis verkaufen und so die Vereinskasse aufbessern kann. Und für den „Europäischen Tag des handwerklich hergestellten Speiseeises“ am 24. März veranstaltete Sikiraqa eine besondere Aktion.
Selbst Eis herstellen
„Über meine Frau habe ich Jenny Neu kennengelernt, die für die Öffentlichkeitsarbeit der Kinder- und Jugendhilfe Maria Schutz in Overath zuständig ist. Sie wusste, dass es den Tag des Speiseeises gibt und hat mich gefragt, ob ich einigen Kindern und Jugendlichen der Einrichtung zeigen kann, wie man Eis macht“, berichtet er.
Drei Gruppen mit Kindern und Jugendlichen haben ihn daraufhin besucht und gemeinsam mit ihm Regenbogeneis hergestellt. Die Sorte hatten sie selbst gewählt. Das farbenfrohe Eis wurde dann im Café verkauft. Etwa 275 Euro kamen zusammen. „Wir haben dann auf 500 Euro aufgerundet.“
Wie Neu bei der offiziellen Übergabe der Spende erläuterte, wird das Geld an die drei Wohngruppen Josefgruppe, Arche Noomi und Schutzengelgruppe gehen, die bei der Herstellung geholfen haben. Die werden es für gemeinsame Aktivitäten nutzen. „Die Kinder haben hier viel Spaß gehabt und außerdem etwas gelernt und profitieren jetzt noch von dem Geld. Eine rundum gelungene Aktion, kann man also sagen“, fassten auch Axel Goersmeier und Stefan Alzer, Leitung der Kinder- und Jugendhilfe Maria Schutz, zusammen und bedankten sich bei Sikiraqa für diese Gelegenheit. Der kündigte an, dass er der Einrichtung zu ihrem Sommerfest gerne seine mobile Theke anbieten möchte. Das findet 2027 wieder voraussichtlich im September statt und ist öffentlich. So könnten die Gäste, vor allem aber die Kinder, kostenloses Eis genießen.
