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Riskante WetterlageGefährliches Glatteis hat 21 Unfälle in Rhein-Berg verursacht

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Gefährliche Glätte: Ein Arbeiter streut am späten Sonntagvormittag Streusalz auf der Poststraße entlang der Rhein-Berg-Galerie , also zwischen S-Bahnhof und Hauptstraße.

Rhein-Berg – Gefährliches Glatteis auf den Straßen im Kreis hat am Samstag rund 21 Autounfälle verursacht.

Glücklicherweise gab es dabei keine Verletzten. Dies ist die Bilanz der Kreisleitstelle der Polizei. Auch der Rettungsdienst der Feuerwehr musste bis spät in die Nacht zu wetterbedingten Einsätzen ausrücken. Die Winterdienste waren im Dauereinsatz.

Obwohl die riskante Wetterlage vom Deutschen Wetterdienst angekündigt war, waren doch viele Autofahrer und Fußgänger von eisglatten Straßen und Fußwegen überrascht worden.

Insgesamt 21 Unfälle nahmen Polizeibeamte am Samstagabend und in der Nacht zum Sonntag auf. Verletzte gab es nicht, teilte die Kreisleitstelle gestern mit. Es blieb bei Blechschäden.

Zu glatt für die Krankentrage

Temperaturen um null Grad, der Boden noch fest gefroren. Und dann kam der Nieselregen. Es dauerte nur Minuten, bis sich am Samstagabend die Straßen und Bürgersteige in regelrechte Eisflächen verwandelten. Auch beim Rettungsdienst der Feuerwehr standen die Telefone nicht still. Erst gegen ein Uhr in der Nacht beruhigte sich die Lage. Die genaue Anzahl der „witterungsbedingten“ Einsätze wird erst noch ausgewertet.

In den meisten Fällen seien verletzte Fußgänger mit Knochenbrüchen, Kopfverletzungen oder Prellungen in Krankenhäuser gebracht worden, berichtete Kreisbrandmeister Wolfgang Weiden. Die Feuerwehr rückte ebenfalls aus, um einige Rettungswagen vor Ort zu unterstützen. „An manchen Stellen war es wegen der Glätte schwierig, die Verletzten zum Krankenwagen zu transportieren“, erklärte Weiden. Die Wehrleute mussten die Strecke zum Krankenwagen erst streuen.

In der Nähe der Tiefgarage Bergischer Löwe war ein Reisebus aus Wesel auf der eisigen Fahrbahn hängen geblieben. „Zuerst hieß es, er drohe in die Einfahrt abzurutschen“, erzählte Weiden. Doch so schlimm sei es zum Glück doch nicht gewesen. Ein Streufahrzeug machte mit Salz die Straße wieder befahrbar, so dass der Bus seine Fahrt fortsetzen konnte. Einem Pkw-Fahrer, der im Odinweg nicht mehr von der Stelle kam, konnte die Gladbacher Feuerwehr auf diese Weise ebenfalls helfen.

Im Dauereinsatz waren die ganze Nacht hindurch die Mitarbeiter der Winterdienste. Sie meisterten ihre erste Bewährungsprobe in diesem Winter. Ralf Krüger, Einsatzleiter in Bergisch Gladbach, zog zufrieden Bilanz: „Gegen drei Uhr in der Sonntagnacht war das Schlimmste überstanden. Wir mussten manche Straßen gleich mehrmals streuen.“

Um 18 Uhr waren 50 städtische Mitarbeiter des Abfallwirtschaftsbetriebs, des Bauhofs, der Kläranlage, der Gärtnerei und der Stadtreinigung mit allen elf vorhandenen Streuwagen das erste Mal ausgerückt, um die vereisten Hauptverkehrswege mit Salz freizuhalten.

Ein Streufahrzeug musste in Herkenrath sogar Ketten anlegen, um vorwärts zu kommen – so spiegelglatt war es. Später in der Nacht musste der Einsatz wiederholt werden: „Durch die Feuchtigkeit des Nebels waren viele Straßen wieder vereist“, berichtete Krüger. Rekordverdächtige 50 Kubikmeter Streusalz seien verbraucht worden. Auch die Gladbacher Fußgängerzone hatte sich in eine Rutschbahn verwandelt. Am Sonntagmorgen um sechs Uhr war dort noch einmal ein Streufahrzeug im Einsatz. „Mit Split und Sand hätten wir die Lage nicht in den Griff bekommen“, sagte Krüger.

Gegen elf Uhr am Sonntagmorgen konnten Fußgänger und Autofahrer dann endlich aufatmen: Die Glatteisgefahr war dank milderer Temperaturen gesunken. Die Mitarbeiter des Gladbacher Streudienstes konnten sich von ihrer Sonderschicht erholen.

Bis zum nächsten Einsatz. „Für Donnerstag und Freitag ist Schnee angekündigt“, berichtete Ralf Krüger, der im ständigen Austausch mit dem Wetterdienst in Berlin steht.

Et Klimpermännche auf frischer Tat ertappt

Thomas Cüpper, bekannt als Et Klimpermännche, will in der Eisnacht am Samstag seiner Streupflicht nachkommen. Dabei entgeht er aber nur knapp einer Verhaftung: Nach vier Auftritten will der Karnevalist auf dem Nachhause-Wegs noch Streusalz besorgen. Thomas Cüpper deckt sich kurzerhand mit Streusalz ein, das im Außenbereich eines Supermarktes gelagert wird. Mit dem Besitzer ist Cüpper seit Kindertagen befreundet. Anwohner melden den „Diebstahl“, die Polizei steht bei Cüpper vor der Tür. Wie Et Klimpermännche mitteilt, haben die Beamten aber von einer Verhaftung abgesehen. Mit dem Marktbesitzer war die Angelegenheit per Handy längst geklärt. (ub)