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Rösrath Hegering fordert Fahrverbot für Mähroboter

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Ein Igel mit verletztem Kopf

Igel rollen sich bei Gefahr wie einem Mähroboter zusammen. Die Maschine erkennt den Igel nicht. Folgen können Kopfverletzungen wie diese oder Schlimmeres sein.

Was andernorts in der Region bereits beschlossene Sache ist, sollte auch in Rösrath möglich sein. Das meint der Hegering Sülztal-Rösrath und fordert ein Nachtfahrverbot für Mähroboter.

Er hat in dieser Sache deshalb Rösraths Bürgermeister Yannick Steinbach geschrieben. „Der Mähroboter erkennt den Igel nicht, und der Igel läuft nicht vor ihm weg. Für den Igel ist der Roboter eine Gefahr, der er instinktiv durch Einrollen begegnet“, zitiert Ralf Huckriede für den Hegering Sülztal-Rösrath aus dem Schreiben an den Bürgermeister. Mit teils gravierenden oder gar tödlichen Folgen für das Tier, denn „der Mähroboter ist nicht darauf programmiert, Hindernisse wie einem Igel aus dem Weg zu gehen“.

Die Lösung: Um den Igel vor den brutalen Folgen eines Zusammentreffens mit einem Mähroboter zu schützen, hätten viele Städte und Gemeinden per Allgemeinverfügung ein nächtliches Verbot für Mähroboter erlassen, so der Hegering. Er beantragt deshalb in dem Schreiben an Bürgermeister Steinbach den Erlass einer solchen Verfügung für die Stadt Rösrath und verweist auf die Kommunen in der Nachbarschaft.

Stadt Köln hat bereits im Herbst 2024 eine Verfügung erlassen

Der Hegering bezieht sich hier konkret auf die Stadt Köln. Sie habe schon im Herbst 2024 entsprechend entschieden, um die Igel vor vermeidbarem Leid zu schützen. Der Rhein-Erft-Kreis ist dem Beispiel diesen März bereits gefolgt. Er hat von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang ein Fahr- und Betriebsverbot für Mähroboter erlassen.

Auch der Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung der Stadt Sankt Augustin hat vergangenen Oktober beschlossen, dass nachts keine Mähroboter auf den Wiesen mehr eingesetzt werden sollen. Hier wollte die Stadtverwaltung eine entsprechende Aufforderung an den Rhein-Sieg-Kreis und seine zuständige Untere Naturschutzbehörde schicken, damit diese Verordnung auch umgesetzt werden könne.

Nächtliches Mähverbot gibt Igeln zuverlässigen Schutz

Die Verfügung der Stadt Köln hat sich nach Angaben von Ralf Huckriede „dort sehr bewährt“. Sie gebe den Igeln „zuverlässigen Schutz und bedeutet für alle Gärtner nur geringfügige Einschränkungen“. Das Gut Leidenhausen hat eine Auffangstation unter anderem für Igel eingerichtet, die auch hilfebedürftige Igel aufnimmt.

Zugleich lasse sich so mit geringem Aufwand eine große Wirkung erzielen, heißt es in dem Schreiben weiter. Der Hegering argumentiert: Da Igel ausschließlich in der Dämmerung und in tiefer Nacht nach Würmern, Spinnen und Schnecken Ausschau halten, kann man den Mähroboter nur tagsüber arbeiten lassen und ihm nachts seine Ruhe gönnen. Mit einer Allgemeinverfügung, so heißt es, könne die Stadtverwaltung die Rösratherinnen und Rösrather „auf die Gefahren für den Sympathieträger Igel aufmerksam“ machen.