Das Netzwerk Artenvielfalt hat über Hecken recherchiert und empfiehlt Sorten, die gut für Mensch und Tier sind.
GartenDiese Hecken-Pflanzen sind besonders gut für Mensch und Tier

Kirschlorbeer, wie auf diesem Symbolbild zu sehen, ist giftig und verdrängt heimische Pflanzenarten.
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Kirschlorbeer, Glanzmispel und andere exotische Heckenpflanzen werden als insektenfreundlich beworben, wachsen schnell und sind oft immergrün. Allerdings bringen sie erhebliche Nachteile mit sich, wie das Netzwerk Artenvielfalt Overath, eine Kooperation der Bürgerwerkstatt Umwelt und Klimaschutz und der Stadt Overath, herausgefunden hat. So sei Kirschlorbeer hochgiftig für Menschen und Tiere, verdränge heimische Arten und gelte in vielen Regionen als invasiv. Die beliebte Glanzmispel sei anfällig für Feuerbrand, eine gefährliche Pflanzenkrankheit, die auch Obstbäume befallen könne, und biete nur Nahrung für sehr wenige heimische Insekten und Vögel.
Wer also auf der Suche nach einer geeigneten Sorte für die eigene Gartenhecke ist, der kann statt exotischer Heckenpflanzen eine Mischhecke mit heimischen Pflanzen anlegen. Das schütze nicht nur die heimische Artenvielfalt, sondern vermeide auch Risiken durch Giftstoffe und Pflanzenkrankheiten. Heimische Hecken sind laut dem Netzwerk die natürliche, nachhaltige und artenreiche Lösung.

Gewöhnlicher Liguster lässt sich, für diejenigen, die akkurate Hecken mögen, gut in Form schneiden.
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Heimische Heckenpflanzen seien ökologisch deutlich wertvoller, weil sie sich über Jahrtausende mit hier lebenden Tierarten gemeinsam entwickelt hätten. Im Gegensatz zu fremdländischen Exoten sollen sie ganzjährig Struktur, Nahrung und Lebensraum für viele Insekten- und Vogelarten sowie Kleinsäuger wie Siebenschläfer und Haselmäuse bieten. Diese Pflanzen seien auch besonders robust und an unsere hiesigen Standorte perfekt angepasst. Sie seien zudem trockenheitstolerant, in hohem Maße schnittverträglich, genügsam und wenig anfällig für Krankheiten. Sie passten auch in kleine Gärten, in denen eine natürliche, artenfreundliche und gleichzeitig dekorative und pflegeleichte Begrenzung gewünscht ist.
Der Eingriffelige Weißdorn biete mit seinen dornigen Zweigen einen undurchdringlichen Sichtschutz für Gartenbesitzer, aber auch für zahlreiche brütende Vogelarten wie Rotkehlchen, Amseln und Drosseln. Die leuchtend roten Weißdornbeeren sind beliebte Winternahrung für Kleinsäuger und Vögel. Auf kleinstem Raum bilde er eine dichte und ökologisch höchst wertvolle Begrenzung für den Garten.

Essbar sind die Beeren der Berberitze nicht nur für Tiere, sondern auch für Menschen.
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Der Gemeine Liguster wachse schnell und dicht und lasse sich gut in Form schneiden. Er eignet sich daher besonders für formale Hecken. Seine süß duftenden Blüten sind laut dem Netzwerk Artenvielfalt besonders wertvoll für Nachtfalter. Diese wiederum seien begehrte Beute für Fledermäuse. Ligusterbeeren würden Vögeln im Herbst und Winter Nahrung bieten.
Die Berberitze überzeuge mit ihrer leuchtend roten Herbstfärbung und im Frühjahr mit duftenden Blüten, die von Hummeln gerne besucht würden. Die vitaminreichen Beeren seien außerdem auch für Menschen essbar. Sie soll extrem robust und trockenheitstolerant sein, was sie ideal für Gärten mache, in denen eine pflegeleichte und farbenfrohe Hecke gewünscht ist.
Gute Nahrungsquelle für Vögel
Der Rote Hartriegel besteche durch seine leuchtend rote Rinde im Winter und seine schöne Herbstfärbung. Im Frühsommer seien seine Blüten eine wertvolle Nahrungsquelle für Käfer und andere Insekten. Die Früchte seien gute Nahrung für Vögel.
Die Schlehe blüht dem Netzwerk Artenvielfalt nach bereits im zeitigen Frühjahr und ist damit der ersten Wildbienenweiden. Ihre dornigen Äste bieten natürlichen Schutz für viele Tiere. Die essbaren Früchte seien für Vögel und Kleinsäuger, aber auch für Menschen nutzbar und könnten zu Marmelade oder Likör verarbeitet werden. Gut geschnitten bildeten Schlehen eine sehr dichte Begrenzung.
Die Eibe sei immergrün, extrem schnittverträglich und biete mit ihrer dichten Wuchsform optimalen Schutz für brütende Vögel. Für kleine Gärten gebe es Zwergformen, die eine ganzjährige, dichte Hecke als Sichtschutz bilden könnten. Die Stechpalme bleibe ebenfalls ganzjährig grün. Ihre roten Beeren seien im Winter eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel. Sie sei besonders für kleine Gärten geeignet, die auch im Winter eine ansehnliche Begrenzung benötigen. Ältere Pflanzen bildeten Blätter ohne Dornen aus. Sie sei zudem extrem schnittfest und sehr robust
