Wie es läuft nach der Vollsperrung der Regionalbahnstrecke 25 und wo es noch hapert.
VerkehrWie der Schienenersatzverkehr der RB 25 angelaufen ist

"Kein Zugverkehr“ auch in Rösrath: Schienenersatzbusse verkehren entlang der Regionalbahnstrecke 25, seitdem am Freitag der letzte Zug bis 7. August auch den Bahnhof Overath verlassen hat.
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Feiern gehen möchte er mit seinen Freunden, sagt der 18-jährige Marcel, der am Freitagabend um kurz vor halb neun am Overather Bahnhof auf die Regionalbahn wartet. Wie sie danach zurückkommen. „Mit dem Zug?“, fragt er etwas verunsichert zurück, um dann zu erfahren, dass die Regionalbahn, auf die sie warten, die letzte sein wird, die für die nächsten mehr als vier Monate auf der Strecke nach Köln verkehrt. Ein Kumpel von Marcel hat das längst gecheckt. „Steht doch auf den Plakaten da und auf den Anzeigetafeln“, sagt er: „Wir testen nachher mal den Ersatzbus.“
Der „Schienenersatzverkehr“ (SEV), wie der „Ersatzbus“ im Verkehrsplaner-Deutsch heißt, verkehrt gleich auf drei Linien zwischen Gummersbach und Köln-Deutz/Messe. Overath ist dabei besonders gut angebunden, wird von allen drei Linien angefahren: von der „normalen“ Linie SEV RB 25, die zwischen Köln Messe/Deutz und Gummersbach jeden Bahnhalte-Ort anfährt, von der Schnellbuslinie SEV RB 25 S, die zwischen Köln Messe/Deutz und Overath ohne Zwischenhalt verkehrt und danach bis Gummersbach alle regulären Zwischenhalte anfährt, und der Expressbus-Linie SEV RB 25X, die zwischen Köln Messe/Deutz und Gummersbach nur Overath als Zwischenhalt hat.

Zur besseren Orientierung für die Fahrgäste hat die Bahn in Hoffnungsthal eine Wegbeschreibung auf den Boden aufgebracht.
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Entsprechend voll ist's am Overather Busbahnhof, was am Samstag andere Reisende schmerzlich zu spüren bekommen werden . . .
Marcel und seine Kumpels starten derweil am Freitagabend mit leichter Verspätung um 20.41 Uhr erstmal unbeschwert mit der letzten Regionalbahn bis zum 7. August in Richtung Köln. Plakate und zusätzliche Displays mit den Infos zu den Schienenersatzverkehrslinien, die auf Wunsch auch vorgelesen werden, weisen auf die Vollsperrung der Regionalbahnstrecke hin, die reguläre Beschilderung des Bahnhofs zeigt den Weg zu den Schienenersatzverkehrsbussen am Busbahnhof, der direkt neben dem Bahnhof liegt. Das ist nicht überall so.
Aufkleber auf dem Boden
Vom Hoffnungsthaler Bahnhof sind es neun Minuten Fußweg bis zur SEV-Haltestelle am Rathausplatz in der Ortsmitte. Die Bahn hat daher großformatige Aufkleber auf dem Pflaster direkt vor dem Zugang zum regulären Bahnsteig am Bahnhof aufs Pflaster geklebt. Darauf gibt's Infos zur Sperrung, eine Karte mit dem Fußweg zur SEV-Haltestelle und einen QR-Code, über den sich eine Navigation zu dieser Haltestelle auf dem Handy aufrufen lässt.
Gleich dahinter hat der ADFC plakatiert und bietet – ebenfalls per QR-Code – die angekündigten Fahrradstrecken in Richtung Köln an, auf die man sich statt mit dem SEV-Bus mit dem eigenen Fahrrad in die Domstadt aufmachen kann.

So sehen die Busse aus, die statt der RB 25 nun in Richtung Köln und wieder zurück fahren.
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„Sind aber ohnehin wenig Menschen heute hier zum Bahnhof gekommen, die noch nichts von der Sperrung wussten“, sagt ein Mitarbeiter einer Bahnbaufirma, die am Samstag am Hoffnungsthaler Bahnhof bereits mit den Arbeiten begonnen hat (siehe „Hier geht's mit den Bahnbaustellen los“).
Bodenkarten wie in Hoffnungsthal gibt es auch am Bahnhalt Stümpen, wo die Schienenersatzverkehrshaltestelle ebenfalls ein paar Gehminuten entfernt an der Kölner Straße zu finden ist. Am Rösrather Bahnhof weisen aufs Pflaster aufgeklebte Schuhabdrücke im markanten SEV-Violett den Weg vom Bahnsteig und zu den wenige Schritte entfernten Ersatzbushaltestellen.
So etwas hätte sich Maria Weber gewünscht, die am Samstagnachmittag am Overather Bahnhof strandet. Zum zweiten Mal auf ihrer ÖPNV-Reise zu den Enkeln im Overather Sülztal: „Von Koblenz nach Köln ging noch gut, sagt sie, aber als ich am Hauptbahnhof gehört habe, dass ich erstmal über den Rhein muss, um zum Schienenersatzverkehr nach Overath zu kommen, hab ich doch geschluckt“, sagt die mit einer großen Tasche bepackte Seniorin. „Zum Glück konnte ich ja noch mit einer S-Bahn rüberfahren und dann in Deutz in den Ersatzbus steigen.“ Am Overather Bahnhof aber scheint Endstation zu sein. Wegen der vielen hier am Busbahnhof haltenden SEV-Linien ist die sonst hier verkehrende reguläre Buslinie 420 Richtung Bensberg, die Maria Weber sonst immer nimmt, verlegt worden. „Die Linie 420 fährt bis auf weiteres von der Haltstelle Steinhof ab“, steht auf einem Schild am Busbahnhof. „Aber wo ist ,Steinhof'?“, rätselt nicht nur Maria Weber. Einen Wegweiser, eine Karte oder gar Fußspuren-Markierungen, die den Weg zur verlegten Haltstelle zeigen, gibt es nicht. Zum Glück nimmt ihr ein wohlmeinender Zeitgenosse die Tasche ab und begleitet die Seniorin den 400 Meter langen Fußweg am Bahnhof vorbei, durch die Straße „An der Gärten“ zur Propsteistraße, wo sich die Haltestelle „Steinhof“ befindet. Auch dort kein Hinweis, dass jetzt nicht nur ein paar Schulbeginntouren der Linie 420 am Morgen unter der Woche, sondern alle Fahrten hier halten. Auch die Fahrpläne an der Haltstelle sind nicht entsprechend angepasst.
Eine Mutter, die ihre Tochter von den Overather Höhen heruntergebracht hat, schaut stirnrunzelnd auf den Fahrplan und bringt ihr Kind dann vorsichtshalber mit dem Auto weiter nach Bensberg. Wer weiß angesichts des Aushangs, ob hier der 420er tatsächlich hält . . .
Unterdessen schnurren Doppeldecker und Gelenkbusse der Schienenersatzverkehrslinien gut ausgeschildert in Richtung Domstadt. Einige der Busse sind sogar im passenden SEV-Violett lackiert und fallen direkt auf, andere haben stattdessen entsprechende Schilder in den Fenstern. „Läuft“, sagt ein Busfahrer, als auch der Autor dieser Zeilen nach einer SEV-Fahrt in Richtung Köln wieder in Hoffnungsthal aussteigt. Jetzt sind's nur noch ein paar Minuten bis zum Parkplatz etwas außerhalb. Denn P&R-Parkplätze gibt's rund um die SEV-Haltestelle nicht, stattdessen alles Parkplätze mit Parkscheibenpflicht. Mal sehen, wie das wird, wenn am Montag die ersten Berufspendler zur Arbeit nach Köln starten.

