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EhrenamtspreisDie Stadt Königswinter würdigt ehrenamtliches Engagement mit Auszeichnung

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Eine Gruppe von Menschen, zum Teil halten sie Bilderrahmen und Urkunden in den Händen.

Preisverleihung: (vorne v.l.) Karl-Heinz Bluhm, Ulrike Kalisch, Ute Schmidt-Küster und Julia Mülhausen mit Bürgermeisterin Heike Jüngling sowie (hinten v.l.) Frederick Geitel (Volksbank) und Jochen Beuckers (Forum Ehrenamt).

Drei Bürgerinnen und Bürger erhielten den Ehrentamtspreis „Drachenstarkes Ehrenamt“ der Stadt Königswinter. 

Beim ehrenamtlichen Engagement gehe es „nicht um Pflicht, nicht um Prestige, sondern um Herzblut und Gemeinschaft.“ Das sagte Königswinters Bürgermeisterin Heike Jüngling am Samstag in der Aula des Schulzentrums Oberpleis, als sie den Preis „Drachenstarkes Ehrenamt“ an drei engagierte Bürgerinnen und Bürger verlieh. „Engagement muss nicht laut sein, um Großes zu bewirken“, betonte das Stadtoberhaupt. Die Preisträger zeigten, „dass Verantwortung auch Freude machen kann, dass ein Dorf, eine Stadt von Menschen lebt, die bereit sind, mehr zu tun als nötig.“

Alle zwei Jahre organisieren das Forum Ehrenamt und die Stadt Königswinter einen Ehrenamtstag, an dem Vereine und Institutionen aus der Drachenfelsstadt sich und ihre Arbeit vorstellen. Rund 150 Besucher kamen nach Angaben von Jochen Beuckers vom Forum Ehrenamt diesmal in die Aula, wo knapp 30 Initiativen vertreten waren. Die Bandbreite reichte vom ADFC Bonn/Rhein-Sieg über den Freundeskreis der Bibliothek Oberpleis bis zur Seniorenvertretung.

Jury hielt alle vorgeschlagenen Ehrenamtler für preiswürdig

Bürgerinnen und Bürger hatten Menschen vorschlagen können, die nach ihrer Ansicht den Preis „Drachenstarkes Ehrenamt“ verdient hätten. Eine fünfköpfige Jury wählte am Ende die drei Preisträger Karl-Heinz Bluhm, Ute Schmidt-Küster und Julia Mülhausen sowie den TuS Ober- und Niederdollendorf aus, der den von der Volksbank Köln Bonn verliehenen Sonderpreis in Höhe von 200 Euro erhielt.

„Eigentlich hätte jeder Ehrenamtler, der vorgeschlagen wurde, einen Preis verdient“, darin sei sich die Jury einig gewesen, sagte deren Mitglied Frederick Geitel von der Volksbank Köln Bonn. Und Heike Jüngling betonte, dass die drei Ehrenamtspreisträger (sie erhielten eine Urkunde, einen Gutschein für das Restaurant „Zum Ännchen“ sowie 100 Euro von der städtischen WWG) gleichrangig ausgezeichnet wurden.

Karl-Heinz Bluhm engagiere sich sei mehr als 25 Jahren in der Heimat- und Brauchtumspflege des Oberhaus und trage maßgeblich dazu bei, dass monatlich die Zeitschrift „Oberhau aktuell“ erscheine, sagte Bürgermeisterin Heike Jüngling. 2003 habe Bluhm die Oberhauer Sammlerscheune in Gratzfeld eröffnet, in der Besucher „eine wahrhaftige Zeitreise“ antreten könnten.

Jüngling: „Er hat hier ein wahrlich einzigartiges Kleinod geschaffen für Neugierige ebenso wie für Kenner, die von fast vergessenen Haushaltsgeräten wie dem Krauthobel oder dem Butterfass über Motorrad-Oldtimer bis zur Kanonenkugel von Napoleon reicht.“

Kinderkarneval in Niederdollendorf ins Leben gerufen

Ute Schmidt-Küster sei mit viel Herz und Seele für die Dorfgemeinschaft in Niederdollendorf im Einsatz, sagte die Bürgermeisterin in ihrer Laudatio. „Sie war 1993 die erste aktive Frau in einer bis dahin reinen Männerdomäne bei der Karnevalsgesellschaft Me brängen et fädig 1885. “ 2015 habe sie den Vorsitz übernommen. Sie habe den Kinderkarneval ins Leben gerufen, sei „Motor in der KG“, zeige dort organisatorische Meisterleistungen und schaffe einen sozialen Zusammenhalt von „Ur-Niederdollendorfern“ und „Neuzugezogenen“, so Heike Jüngling.

Zudem habe sie 1993 die Betreute Grundschule an der Logenburgschule mit initiiert, 1999 die Elterninitiative Kindergarten Merlin mit auf den Weg gebracht und im TUS Dollendorf 2011 die neue Abteilung Tanz angestoßen. Schmidt-Küster engagiere sich „mit außergewöhnlichem Herzblut, spürbarer Freude und großem persönlichen Einsatz“.

Julia Mülhausen sei im Oktober 2023 mit dabei gewesen, als sich Bürgerinnen und Bürger zusammenfanden, um etwas für den Klimaschutz in Königswinter zu tun. Ihr beharrlicher Einsatz habe entscheidend dazu beigetragen, dass sich im Januar 2025 der Verein Klimagruppe Königswinter gegründet habe, betonte das Stadtoberhaupt. „Der Verein hat sich bereits in kurzer Zeit zu einer zentralen Stelle für ehrenamtliches Engagement rund um den Umwelt und Klimaschutz in der Region entwickelt.“

Er habe etwa ein Repair-Café ins Leben gerufen und biete kostenlose Energieberatungen für Privathaushalte an. Julia Mülhausen zeige Tatkraft, Ehrgeiz, Zielstrebigkeit und Entschlossenheit. „Klimaschutz ist in ihren Augen keine globale Herausforderung, sondern Klimaschutz beginnt vor Ort in unserer Stadt, in Nachbarschaften und Initiativen.“

Der TuS Dollendorf ist eine Gemeinschaft, die Menschen verbindet, Werte vermittelt und Zusammenhalt stärkt.
Heike Jüngling, Bürgermeisterin der Stadt Königswinter.

Mit dem TuS Ober- und Niederdollendorf wurde der Sonderpreis der Volksbank Köln Bonn einem Verein zuerkannt, der 1921 gegründet wurde, heute mehr als 700 Mitglieder hat und der „weit mehr als nur ein Ort für Training und Wettkampf“ sei: „Er ist eine Gemeinschaft, die Menschen verbindet, Werte vermittelt und Zusammenhalt stärkt“, so Heike Jüngling.

Für den Verein nahm die 1. Vorsitzende Ulrike Kalisch den Preis entgegen, deren Engagement weit über das Sportliche hinausgehe, wie die Bürgermeisterin betonte. Kalisch habe zeitweilig bis zu acht Sportgruppen wöchentlich geleitet und sich für den Breitensport für alle Generationen stark gemacht. Nach der Flut an der Ahr habe sie dafür gesorgt, dass die ehemalige Hausmeisterwohnung für eine betroffene Familie zur Verfügung gestellt werden konnte.

Alle Preisträger wiesen auf die Bedeutung ihrer Teams hin

Einen besonderen Wert lege sie auf die Pflege und den Erhalt der vereinseigenen Gemeinschaftseinrichtung in der Flurgasse. Alle Preisträgerinnen und Preisträger wiesen ausdrücklich darauf hin, dass es nicht nur ihre Verdienste seien, sondern dass auch die Familien und die vielen Mitstreiter in den Initiativen eine wichtige Rolle spielten. „Ich habe nichts alleine geschafft“, verwies etwa Ute Schmidt-Küster auf die Teamarbeit. Aber sie sagte auch: „Ich freue mich.“

In der Jury saßen Gerhard Duda (Vorsitzender des Sozialausschusses), Gabriele Burmann (Forum Ehrenamt), Frederick Geitel (Volksbank Köln Bonn), Christian Keppler (Wasserbeschaffungsverband Thomasberg) sowie Carsten Schultz (Rhein-Sieg-Anzeiger/Rhein-Sieg Rundschau).