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Schilder beschlossen„Radfahrer am Rhein radeln praktisch an der schönen Stadt Bad Honnef vorbei“

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Schäden an einer Asphaltdecke.

Alles andere als gut in Schuss: Der Radweg im Mucherwiesental hat unter anderem durch den Transport Tausender abgestorbener Fichten aus dem Stadtwald gelitten.

Am Rheinradweg sollen künftig Begrüßungs- und Info-Schilder Radler darauf hinweisen, dass sie sich in Bad Honnef  befinden.

An der Nord- und Südgrenze des Rheinradwegs in Bad Honnef sollen künftig nach Königswinterer Vorbild kleine Begrüßungs- und Verabschiedungsschilder installiert werden. Zudem soll die Stadt in Höhe der Haltestelle Rhöndorf und an der Endhaltestelle der Linie 66 große Infotafeln schaffen, die über Sehenswürdigkeiten wie das Adenauerhaus, die Insel Grafenwerth oder die Innenstadt informieren.

Einen entsprechenden Antrag der CDU hat der Planungsausschuss kürzlich einstimmig beschlossen. Die 300.000 Radfahrer (Zählstelle Königswinter), die jährlich den Rheinradweg benutzten, bekämen bislang keinen Hinweis, „dass sie sich in Bad Honnef befinden und welche touristischen Möglichkeiten unsere Stadt bietet. Sie radeln praktisch an unserer schönen Stadt und der Insel vorbei“, schrieben die Christdemokraten in ihrem Antrag.

„Ein wichtiger Beitrag zur Förderung des Tourismus in Bad Honnef“

Radtouristen würden auf der Rheinpromenade in Königswinter direkt die „touristische Kapazität“ der Stadt erkennen, erleben und nutzen. In Bad Honnef dagegen profitierten Gastronomie und Einzelhandel „nur sehr gering von den vielen Radtouristen“. Die Beschilderung sei daher „ein wichtiger Beitrag zur Förderung des Bad Honnefer Tourismus“.

Unterdessen ist unklar, wie und wann der Radweg im Mucherwiesental saniert werden kann. Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) hatte kürzlich die Instandsetzung des Wegs gefordert. Es sei in den vergangenen Jahren „durch Rückearbeiten an vielen Stellen so stark beschädigt, dass Radfahrende teilweise absteigen müssen.“ Es bestehe akut Sturzgefahr.

Der durch den Wald führende, teilweise sehr steile Radweg zwischen Bad Honnef-Tal und Aegidienberg ist die einzige Alternative für Radfahrer zur stark befahrenen Landesstraße 144 (Schmelztal). „Die Schmelztalstraße weist aufgrund hoher Verkehrsbelastung sowie der kurvigen, teils unübersichtlichen Streckenführung ein hohes Gefährdungspotenzial für Radfahrende auf“, meint der Fahrradclub.

Ein Radweg entlang der Landesstraße kann einer Untersuchung zufolge, die während der Amtszeit von Bürgermeister Otto Neuhoff in Auftrag gegeben worden war, bis zu zwölf Millionen Euro kosten und wäre mit starken Eingriffen ins Naturschutzgebiet verbunden. „Aufgrund der Komplexität der Streckenführung, des naturschutzfachlichen Konfliktpotenzials im FFH-Gebiet und der zu erwartenden Kosten ist jedoch davon auszugehen, dass ein Neubau erst langfristig realisierbar ist“, meint auch der ADFC.

ADFC: „Radweg bis zum Kreisverkehr in Himberg verlängern“

Umso wichtiger sei die Instandsetzung der Oberflächenschäden und die Wiederherstellung einer funktionsfähigen Entwässerung im Mucherwiesental. „Zudem muss der Ausbau konsequent über den Abschnitt am Forsthaus Servatius hinaus bis zum Kreisverkehr am Edeka in Himberg fortgeführt werden“, also dort wohl wieder entlang der L144 .

Die Stadt Bad Honnef hat kürzlich eine Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen im Planungsausschuss zum Zustand der Wege im Mucherwiesental nur ausweichend beantwortet. Der Weg durch das Siebengebirge sei „eine gute Alternative, die derzeit jedoch eine Vielzahl von Oberflächenmängel wie Schlaglöcher hat“. Deren Beseitigung würde den Radverkehr sicherer machen, hieß es, ohne dass konkrete Zeiten oder Maßnahmen genannt wurden.

Allerdings geht auch die Stadt Bad Honnef nicht davon aus, dass das Millionenprojekt entlang der Landesstraße in absehbarer Zeit verwirklicht wird: „Aufgrund der hohen technischen und naturschutzfachlichen Anforderungen ist davon auszugehen, dass die geplante neue Radwegverbindung entlang der Schmelztalstraße zwischen Himberg und Bad Honnef nicht kurzfristig realisiert werden kann.“