Strampeln, wenn die RB 25 nicht fährt: Fahrradaktivisten aus Rösrath haben eine Empfehlung.
Regionalbahn 25Fahrrad-Routen von Rösrath nach Köln können eine Alternative zum Schienenersatzverkehr sein

„Sei dein eigener Schienenersatzverkehr“: Ihre Vorschläge zur Radpendlerroute Rösrath-Köln haben Johannes Thies (Rösrath Velo-City, l.) und Johannes Schweinem (ADFC) schon früher mal präsentiert.
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Thomas RauschRösrath Der bevorstehende Stillstand der Regionalbahnlinie RB 25 für über vier Monate (27. März bis zum 7. August) beschäftigt auch die Organisationen für den Radverkehr. Auf Initiative des ADFC Rösrath propagieren sie die verstärkte Nutzung des Fahrrads in der Zeit ohne RB 25. „Sei dein eigener Schienenersatzverkehr“ heißt die Kampagne, die der ADFC zusammen mit der Initiative „Rösrath Velo-City“ und mit Unterstützung der Stadt Rösrath auf die Beine stellt.
So empfehlen die Beteiligten zwei unterschiedlich weitgehende Optionen: Danach könnten die Fahrgäste der RB 25 entweder zur Endhaltestelle der Stadtbahnlinie 9 nach Köln-Königsforst radeln und von dort die Stadtbahn nach Köln nehmen.Oder sie könnten von dort aus weiter per Rad ins Kölner Stadtzentrum fahren und dabei die Strecke der anvisierten Radpendlerroute 3 von Rösrath nach Köln nutzen. Die künftige Radpendlerroute erfüllt bisher zwar nicht die geforderten Standards – dazu gehören Vorfahrt für den Radverkehr an Kreuzungen und direkte Streckenführung. Daher ist sie noch nicht in Betrieb, die Strecke ist aber vorhanden.
Es hilft, dass die Bahnstrecke im Frühling und Sommer gesperrt ist
Informationen zu den vorteilhaftesten Strecken aus den Rösrather Stadtteilen, nach Köln-Königsforst und zur Radpendlerroute, sind über die Internetseite des ADFC verfügbar. Die Krisensituation im örtlichen Schienenverkehr sieht ADFC-Sprecher Johannes Schweinem auch als Chance: „Das schafft Aufmerksamkeit für die Möglichkeit des Radfahrens.“
Dass die über viermonatige Sperrung der Bahnstrecke im Frühling und Sommer erfolge, verbessere zudem die Bedingungen für einen Umstieg aufs Fahrrad. „Dafür sind wir dankbar“, sagt Schweinem. Er weist auch auf die Möglichkeit hin, das Angebot „Bergisches E-Bike“ für die Fahrt nach Köln-Königsforst zu nutzen.
Auch die zuletzt stark gestiegenen Benzinpreise haben ihre Wirkung
Günstig für die Bereitschaft, in der Zeit ohne RB 25 aufs Fahrrad umzusteigen und nicht etwa aufs Auto, seien die in den letzten Wochen stark gestiegenen Benzinpreise, meint Johannes Thies von Rösrath Velo-City. Auch die Stadt Rösrath könnte diese Situation verstärkt nutzen, so Thies: „Ich persönlich würde mir mehr Aktivität der Stadt Rösrath wünschen.“ Sie könnte die Radpendlerroute 3 stärker propagieren und die Beschilderung verbessern. Die Stadt Bergisch Gladbach etwa sei in dieser Hinsicht aktiver. Bisher sei die städtische Unterstützung in Rösrath für die Initiative des ADFC „ideell“, zudem informiere die Stadt darüber auf ihrer Internetseite. Dabei wäre die Krisensituation im Bahnverkehr „eine gute Möglichkeit, die Radpendlerroute voranzutreiben“.
Wie berichtet, verkehrt von Freitag, 27. März, 21 Uhr, bis einschließlich Freitag, 7. August, keine RB 25 zwischen Köln-Hansaring und Gummersbach-Dieringhausen. In der Woche vor der Streckensperrung, also ab dem 23. März, wollen ADFC, Rösrath Velo-City und Stadt Rösrath mit Plakaten an den drei Rösrather Bahnhöfen und mit der Verteilung von Flyern auf diese Situation und die Möglichkeit, aufs Fahrrad umzusteigen, hinweisen.

